3.6

Junk

von Ilona Hartmann

Format:Hardcover
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»Ilona Hartmann ist wahrscheinlich die coolste Schriftstellerin Deutschlands. Und sie hat ein neues literarisches Genre erfunden: Happysad.« (Dirk von Lowtzow). Sieben Tage hat sie Zeit. Sieben Tage zwischen einer beunruhigenden Diagnose und dem klärenden Arzttermin, der alles verändern könnte. Sieben Tage, um nicht nachzudenken – oder endlich aufzuräumen. Statt in den Urlaub zu fahren oder sich ablenken zu lassen, steigt sie hinab in ihr Kellerabteil, ausgestattet mit Stirnlampe, Müsliriegeln und dem festen Vorsatz, sich von allem zu trennen, was sie nicht mehr braucht, und freizulassen, was ohne sie besser dran ist. Doch zwischen Umzugskartons und Erinnerungskisten, XXL-Plüschteddys und 20 Jahre alten Zahnbürsten (OVP) beginnt eine unerwartete Expedition: durch Chaos und Ordnung, Konsum und Identität, durch die Geschichte ihrer Dinge und eine Meditation über Schrott. Begleitet von ihrer minimalistischen Schwester, einer pragmatischen Gebrauchtwarenhändlerin und den Fabelwesen, die im Keller rascheln, stellt sie fest: Wegwerfen ist Trennung ohne Hintertür. Eine Geschichte über das, was wir anhäufen, und das, was uns ausmacht. Und ein Versöhnungsangebot an die eigenen Unaufgeräumtheiten.

Gegenwarts- & Literarische Fiktion
192 Seiten • Hardcover
Erschienen an: 2026-08-27

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Aktuelle Rezensionen(8)

3.6(50 ratings)
ChristinRezension von Christin

Das Thema des Buches fand ich super spannend, weil ich dazu noch nicht viel gelesen (Maximalismus, übermäßiger Konsum). Jedoch fand ich teilweise, dass die Protagonistin ein bisschen zu hart zu sich selbst war. Am Ende hat sie sich zwar etwas besser gefühlt ein paar Sachen aussortiert zu haben. Aber an sich wurde ihr das meiner Meinung nach eher von außen eingeredet, dass das ein Problem wäre. Offensichtlich hat sie noch andere Themen, die vielleicht aufgearbeitet gehören, da wäre noch Spielraum in der Story gewesen. Was das Aussortieren auch mit sich gebracht hat sind eben schöne Erinnerungen an Momente aus dem eigenen Leben oder durchlebte Phasen. Die Motivation für das alles (also Angst vor einer potentiell schweren Krankheit) ist sehr nachvollziehbar geschrieben und den Schreibstil empfand ich als sehr angenehm und passend. Das Cover ist natürlich ein Hingucker. All in all gut für nebenbei, weil kurzweilig aber kein Must Read für mich.

nessaboRezension von nessabo

Pointiert und humorvoll, aber auch etwas distanziert Ilona Hartmann bleibt auch im aktuellsten Werk ihrem speziellen Stil treu: ironisch, politisch und manchmal etwas skurril, allerdings auch wieder mit emotionaler Distanz zu ihren Figuren. Ich mag ersteres sehr, habe aber gern mehr Emotionalität in meinen Geschichten, weshalb der Roman definitiv eine Empfehlung für Fans von Hartmanns Gesellschaftskritik ist, für mich aber kein Highlight war. Die Idee dieser kammerspielartigen Geschichte ist toll und die Autorin schafft es wirklich hervorragend, die innere Beklemmung durch die drohende Diagnose auch ins Äußere zu übertragen. Das Kellerabteil, ein Abbild des vergangenen Konsums und damit des Lebens der Protagonistin, wirkt gleichermaßen bedrohlich wie schützend. Über einzelne Funde erfahren wir in Rückblicken mehr über die Vergangenheit der Erzählerin und bekommen so ein besseres Gefühl für die Figur. Später kommen auch weitere Nebenfiguren hinzu, was mir das Lesen erleichtert hat. Überwiegend ist die Geschichte nämlich als innerer Monolog verfasst und das ist einfach nicht mein liebster Stil. Hartmann schafft es zwar, die langatmigeren Passagen durch pointierte Konsum- und Kapitalismuskritik interessant zu gestalten, doch insgesamt fand ich den Roman tendenziell eher fordernd als entspannend-unterhaltsam. Die schiere Übermacht des angesammelten Besitzes ist so greifbar beschrieben, dass sie auch in mir ein Gefühl von Überforderung ausgelöst hat. Eigentlich ein gutes Zeichen für das Schreibtalent der Autorin, aber einfach kein angenehmes Lesegefühl für mich. Ich kann verstehen, warum das Ende so geschrieben wurde - alles andere hätte beim Aufbau der Geschichte auch keinen Sinn gemacht. Gleichzeitig gehe ich damit auch irgendwie in der Luft hängend aus der Lektüre und habe nicht das Gefühl, dass mich der Roman noch länger beschäftigen wird - obwohl ich das vom Klappentext eigentlich erwartet hatte. Die emotionale Distanz macht mir das aber leider nicht im gewünschten Umfang möglich.

CelineRezension von Celine

Durchwachsen. Ich habe jetzt etwa drei Wochen gebraucht um dieses Buch zu beenden. Für meine Verhältnisse ist das relativ lange. Hat es sich gelohnt? Ja geht so. Es war nicht schlecht. Ich würde eher sagen es war vielleicht einfach nicht ganz mein Thema. Als Person, die selbst kein Problem damit hat viel Zeug zu besitzen konnte ich das Verhalten der Protagonistin oft nicht nachvollziehen. Ich fand sie war einfach manchmal sehr hart zu sich selbst, was sie meiner Meinung nach nicht hätte sein müssen. Es gab auch einige Passagen, die mir super gut gefallen haben und mich dann auch zum Weiterlesen animiert haben. Die Angst vor einem entscheidenden Arzttermin, die das Bedürfnis mit sich bringt mit sich selbst ins Reine zu kommen und Ordnung zu schaffen fand ich sehr gut rübergebracht!

LarissaRezension von Larissa

Habe es als Hörbuch gehört und es war mal etwas ganz Neues für mich. Fand die Idee sehr toll, die Umsetzung gut gelungen. An manchen Stellen fand ich es etwas unglaubwürdig und nicht ganz zu Ende gedacht. Für als Hörbuch zwischendurch perfekt.

MaxRezension von Max

Im Kontrast zu großen Fantasiewelten und galaxiegefährdenden Außerirdischen ist diese in sich sehr kleine, sprachlich fantastisch geschriebene Geschichte ein wirkliche Wohltat.

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