3.7

Fast Abend, immer noch hell

von Linea Maja Ernst

Format:Hardcover
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An der Uni waren Sylvia und ihre Freunde unzertrennlich, jetzt haben sie Jobs, Beziehungen, manche sogar Kinder. Doch eine Sommerwoche wollen sie gemeinsam verbringen, in einem Haus am See. Im Mittsommerlicht, beim Kochen und Krebse fangen, in Gesprächen über Liebe, Queerness und das Leben, kehrt die alte Vertrautheit schnell zurück. Doch als zwei von ihnen Heiratspläne verkünden, lassen sich verborgene Sehnsüchte immer schwerer unterdrücken. Leben sie alle wirklich so frei und glücklich, wie sie es sich immer erträumt haben?

Romance
Hardcover
Erschienen an: April 29, 2026

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Aktuelle Rezensionen(4)

3.7(21 ratings)
mrs.may.readsRezension von mrs.may.reads

Inhalt | Sechs Menschen, die sich seit zwölf Jahren kennen, verbringen gemeinsam eine Woche in einem Ferienhaus mitten im Wald. Zwischen langen Gesprächen, Erinnerungen, gemeinsamen Mahlzeiten und Spaziergängen stellt sich immer wieder die Frage: Wer sind wir heute eigentlich geworden? Was mich an diesem Roman besonders begeistert hat, war die Atmosphäre. Amselgesang, Walderdbeeren, Birken im Wind, morgendliche Schwimmrunden im See und lange Abende am Tisch, Linea Maja Ernst erschafft mit ihrem scharfsinnigen und bildhaften Schreibstil eine Kulisse, in die ich mich sofort hineinversetzen konnte. Das Buch lebt weniger von seiner Handlung als von seinen Figuren, ihren Gedanken und den Gesprächen, die sie führen. Es geht um Freundschaft, Liebe, Sehnsüchte, unterschiedliche Lebensentwürfe und die Frage, welches Leben sich für einen selbst richtig anfühlt. Besonders spannend fand ich, wie selbstverständlich hier verschiedene Beziehungs- und Identitätsformen ihren Platz finden. Nicht alle Figuren waren mir nah oder sympathisch, manche blieben für mich eher auf Distanz. Trotzdem mochte ich die Dynamik innerhalb der Gruppe und die Beobachtungen über das Erwachsenwerden und die Veränderungen, die Freundschaften über die Jahre durchlaufen. Für mich war das keine leichte Sommerlektüre, sondern ein Roman, der zum Nachdenken anregt und ambivalente Gefühle auslöst. Zwischenzeitlich verlor sich die Geschichte für meinen Geschmack etwas zu sehr in den Befindlichkeiten der Figuren, wodurch sie stellenweise fast etwas Ratgeberhaftes bekam. Trotzdem ist Fast Abend, immer noch hell ein Buch, über das man wunderbar diskutieren kann. Ein unkonventioneller, atmosphärischer Roman für alle, die charakterorientierte Geschichten und kluge Beobachtungen über Menschen und ihre Lebenswege mögen.

nessaboRezension von nessabo

Das radikale Potenzial der Geschichte blieb leider unausgeschöpft Die Autorin und auch der Klappentext versprachen mir eine aufregende Geschichte rund um Beziehungsdynamiken und verschiedene Lebensformen. Und angelegt waren die Figuren auch entsprechend: ein trans Mann auf der Suche nach einem Umgang mit herkömmlicher Männlichkeitsdefinition, ein lesbisches Paar mit unterschiedlichen Wünschen an die Beziehungsform und zwei hetero Paare mit eigenen Herausforderungen. Das Aufeinandertreffen der Freundesgruppe machte mir Hoffnung auf Diskussionen, Reibung und das Ausloten neuer Möglichkeiten. Aber bekommen habe ich eher eine Aneinanderreihung innerer Gedankenprozesse von einzelnen Figuren und äußerst wenig Interaktion miteinander. Dabei sind die Ideen durchaus revolutionär und ich stimme einigem in Bezug auf den Status von heteronormativer Monogamie auch zu - ich denke, dass aus ihm nicht wenig Leid entsteht. Aber warum reden die Freund*innen so wenig miteinander?! Erst nach 160 Seiten kommt es langsam zu einer echten Interaktion, die dann auch noch viel zu schnell unterbrochen wird. Ich finde das unglaublich schade und habe zwischenzeitlich an einen Abbruch gedacht, weil mich die ewig kreisenden Monologe wirklich gelangweilt haben. Zudem fand ich die Sprache oft nicht gerade zugänglich, ziemlich intellektualisiert und mit viel zu vielen Bildern für meinen Geschmack. Die letzten 60 Seiten haben für mich noch mal echt was rausreißen können, sodass ich nun besser bewerte als anfangs gedacht. Da entlädt sich auf erhoffte, aber unerwartete Weise nämlich die Spannung der Geschichte. Die Szenen sind wirklich toll und ästhetisch geschrieben, aber ich bedaure total, dass sie erst so spät kamen. Wenn das der Ausgangspunkt gewesen wäre und ich die Reaktion der Figuren darauf hätte begleiten können, wäre ich wahrscheinlich überaus zufrieden gewesen. So bleibt das Buch leider weit hinter meinen Erwartungen zurück.

SophiaRezension von Sophia

Eine ernsthafte Empfehlung. Dieses Werk ist einfach bezaubernd, erfrischend und überwältigend!

piaRezension von pia

Ich hab's geliebt!! Eine Handvoll Unifreund:innen treffen sich nach Jahren zum gemeinsamen Urlaub in einem großen Haus am See und nichts ist, wie es mal war. Es geht um Selbstreflektion, Träume und Wünsche, um Beziehungsstrukturen, Freundschaft und Ehe. Mir hat der Schriebstil unglaublich gut gefallen, so nachdenklich und lyrisch und ich würde jederzeit wieder Zeit mit den Charakteren verbringen wollen!!!

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