3.9

Die Austernfischerin

von Celine Edinger

Format:Hardcover
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Celine Edingers Debüt erzählt sinnlich und bildstark von Intimität und Tabubruch, fragt, ab wann sich Grenzen verschieben, und ergründet das Gefühl, von einem Menschen wirklich gesehen zu werden.

Gegenwarts- & Literarische Fiktion
208 SeitenHardcover
Erschienen an: 2026-07-13

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Aktuelle Rezensionen(2)

3.9(11 ratings)
Antje PlockRezension von Antje Plock

So viel Nähe – und trotzdem blieb ich auf Abstand 🦪 Die raue dänische Nordseeküste, die Arbeit bei der Austern-Ernte und eine Begegnung, die plötzlich alles infrage stellt – „Die Austernfischerin“ von Celine Edinger hatte viele Zutaten, die mich neugierig gemacht haben. 📖🌊 Leider konnte mich der Roman trotz seiner wunderschönen Atmosphäre und bildhaften Sprache am Ende nicht wirklich überzeugen. Lydia verbringt gemeinsam mit ihrem Freund Hendrick einige Zeit im Haus seiner Mutter Elna an der dänischen Nordseeküste. Doch Hendrick steht nach einer nicht bestandenen Prüfung zunehmend unter Druck und zieht sich zurück. Lydia hingegen verbringt immer mehr Zeit mit der zunächst unnahbaren Elna. Bei der gemeinsamen Austern-Ernte kommen sich die beiden Frauen näher – und Lydia beginnt, ihre Beziehung, ihre Wünsche und ihre Vorstellungen von Nähe und Intimität zu hinterfragen. 🦪💭 Celine Edinger erzählt dabei weniger eine klassische Liebesgeschichte als vielmehr eine Geschichte über Selbstfindung, Begehren und den Wunsch, von einem anderen Menschen wirklich gesehen zu werden. 🤍 Besonders gefallen hat mir die Atmosphäre. 🌊 Die dänische Küstenlandschaft wird sinnlich und bildhaft beschrieben. Wind, Wasser, Watt und die Austern-Ernte sind nicht nur Kulisse, sondern spiegeln immer wieder die Gefühlswelt der Figuren wider. Auch Edingers einfühlsamer und stellenweise sehr intensiver Schreibstil konnte mich überzeugen. Durch die Ich-Perspektive sind wir zudem ganz nah an Lydias Gedanken, Unsicherheiten und Sehnsüchten. Die Handlung entwickelt sich eher langsam und lebt von Blicken, Berührungen, Gesprächen und unausgesprochenen Gefühlen. Und genau hier lag für mich leider das größte Problem. 🥀 Ein Roman, der so stark von seinen Figuren und deren emotionaler Entwicklung lebt, muss es für mich schaffen, eine Verbindung zu ihnen aufzubauen. Das ist mir weder bei Lydia noch bei Elna oder Hendrick gelungen. Dadurch blieb ich der Geschichte gegenüber erstaunlich distanziert und konnte die Entwicklungen zwar nachvollziehen, aber nicht wirklich mitfühlen. Auch mit dem offenen Ende konnte ich mich nicht anfreunden. Mir blieben einfach zu viele Dinge in der Schwebe. Statt mich zum Nachdenken anzuregen, hat mich der Schluss eher unbefriedigt zurückgelassen. 🤷‍♀️ So bleibt für mich ein zwiespältiger Eindruck: Sprachlich und atmosphärisch hat „Die Austernfischerin“ definitiv einiges zu bieten. 🌊🦪 Mich persönlich konnte die Geschichte jedoch nicht erreichen – dafür fehlten mir greifbare Charaktere und ein Abschluss, der sich für mich stimmig anfühlt.

Josephine FittkauRezension von Josephine Fittkau

Ein sprachlich auffälliger Roman, der vor allem durch seine distanzierte Erzählweise und sehr ausführlichen Beschreibungen heraussticht und somit den Fokus auf das Zwischenmenschliche legt. Jedoch leider nicht tiefgründig genug. Anstatt Gefühle spürbar zu machen, setzt das Buch auf eine sehr unterkühlte Atmosphäre. Auch die Dialoge fließen ohne klare Trennung ineinander über und sind oft nur durch kursive Schrift erkennbar, was das Zuordnen der Charaktere erschwert. Außerdem wird sehr viel Wert auf genaue Beschreibungen von fast allem gelegt, z.B. Honig, Umgebung. Das war mir einfach zu viel. Die Beschreibungen der dänischen Küstenlandschaft gefiel mir aber ganz gut. Mir haben hier schlichtweg die greifbaren Emotionen gefehlt. Anstatt mit den Charakteren mitzufühlen, bleibt man nur Beobachterin einer kühlen, unglücklichen Beziehung und einer merkwürdigen Anziehung zur Mutter des Partners. Die Charaktere blieben somit blass und richtig kennen lernen konnte ich sie nicht. Ein Buch für alle, die eine distanzierte Erzählweise mögen – bei mir kam die Geschichte dadurch leider nicht an und blieb somit leider schwer zugänglich.

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