Motte wird sie von ihrem Vater genannt. Eigentlich hat sie sogar zwei Väter: den einen, der schnell rennen kann und sich auf alle Fragen eine Antwort ausdenkt. Und den anderen, der von der Werkshalle ins Büro versetzt wird, damit er sich nicht volltrunken die Hand absägt. Und das mit dem Alkohol, sagt die Mutter, war eigentlich bei allen Männern in der Familie so.Auch Motte trinkt längst mehr, als ihr gut tut. Schon als Kind hat sie beim Schützenfest die Reste ausgetrunken, bis ihr warm wurde. Jetzt, als junge Frau, schläft sie manchmal im Hausflur, weil sie mit dem Schlüssel nicht mehr das Schloss trifft. Ihr Freund stützt sie, aber der kann meistens selbst nicht mehr richtig stehen. Nur ihr Bruder, der Erzieher geworden ist, schaut jeden Tag nach ihr. Als bei ihrem Vater Krebs im Endstadium diagnostiziert wird, sucht Motte nach einem Weg, sich zu verabschieden – vom Vater und vom Alkohol.
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Das Schwarz an den Händen meines Vaters
By Lena Schätte
Motte wird sie von ihrem Vater genannt. Eigentlich hat sie sogar zwei Väter: den einen, der schnell rennen kann und sich auf alle Fragen eine Antwort ausdenkt. Und den anderen, der von der Werkshalle ins Büro versetzt wird, damit er sich nicht volltrunken die Hand absägt. Und das mit dem Alkohol, sagt die Mutter, war eigentlich bei allen Männern in der Familie so.Auch Motte trinkt längst mehr, als ihr gut tut. Schon als Kind hat sie beim Schützenfest die Reste ausgetrunken, bis ihr warm wurde. Jetzt, als junge Frau, schläft sie manchmal im Hausflur, weil sie mit dem Schlüssel nicht mehr das Schloss trifft. Ihr Freund stützt sie, aber der kann meistens selbst nicht mehr richtig stehen. Nur ihr Bruder, der Erzieher geworden ist, schaut jeden Tag nach ihr. Als bei ihrem Vater Krebs im Endstadium diagnostiziert wird, sucht Motte nach einem Weg, sich zu verabschieden – vom Vater und vom Alkohol.
Popular Reviews(19)
Die verschiedenen Anekdoten sind sehr spannend zu lesen und bieten gute Einblicke in das Leben einer Familie mit Suchterkrankung. Allerdings ist es teilweise etwas verwirrend, da immer wieder in unterschiedliche Zeitspannen gesprungen wird und nicht ganz nachvollziehbar ist was genau zu welchem Zeitraum war. Auch wäre es schöner gewesen mehr in die Tiefe zu gehen und das Buch weiter zu spinnen. Gerade auch die Randcharaktere wie den Bruder hätte man etwas besser beleuchten können. Insgesamt ist es ein wichtiges Thema und ich wünsche mir mehr Bücher dazu.
Hab das Buch gern gelesen, die Sprache ist super, die Handlungen haben mir gefallen, man bekommt einen guten Einblick in ein Familienleben. Tolle Autorin, bin gespannt auf ihre nächsten Werke. Viel Freude beim Lesen 💫
Das Buch erzählt von einer Tochter, die mit einem alkoholkranken Vater aufwächst und später selbst in den Sog der Sucht gerät. Es ist ein eindringliches Familienporträt über Alkoholabhängigkeit, generationsübergreifende Muster und die Spuren, die ein Leben mit einem suchtkranken Menschen hinterlässt. Schon das erste Kapitel hat mich sofort gepackt. Ich war direkt in der Geschichte und bin förmlich durch die Seiten geflogen. Die kurzen Kapitel haben für mich wie Erinnerungsfragmente gewirkt, als würde die Erzählerin ihre Vergangenheit Stück für Stück zusammensetzen. Fast wie in einer Therapie, in der Erinnerungen nur in einzelnen Bildern auftauchen. Lena Schätte schreibt direkt, klar und ohne jede Übertreibung. Gerade das hat mich so berührt. Die Situationen werden mit einer erschreckenden Normalität erzählt. Für die Familie scheint es selbstverständlich zu sein, dass der Vater trinkt. Diese Normalisierung hat bei mir ein unglaublich beklemmendes Gefühl ausgelöst. Je länger ich gelesen habe, desto mehr hatte ich das Gefühl, dass sogar die Kapitelstruktur die Sucht widerspiegelt: Nur noch ein Kapitel. Und noch eins. Genau wie das bekannte „Nur noch ein Bier.“ Mich hat beeindruckt, wie authentisch und empathisch diese autobiografisch geprägte Geschichte erzählt wird. Sie lebt von den Emotionen zwischen den Zeilen und zeigt eindrucksvoll, welche Folgen Alkohol für eine ganze Familie haben kann. Für mich war „Das Schwarz an den Händen meines Vaters“ zwar kein absolutes Highlight, aber ein Buch, das mich nachhaltig beschäftigt hat. Anders, eindringlich und mit großer Wirkung. Dass der Roman 2025 auf der Longlist des Deutschen Buchpreises stand und Lena Schätte 2026 mit dem Ingeborg-Bachmann-Preis ausgezeichnet wurde, kann ich nach der Lektüre absolut nachvollziehen.
Berührende Geschichte. Sehr fein erzählt.
Ein fantastisches Buch mit so viel Wärme und Liebe trotz allem Rausch, aller Abhängigkeit und Destruktivität. Es zeigt auf eine sehr berührende Weise, wie Sucht entsteht und wie dahinter immer noch ein liebevoller und liebenswerter Mensch steckt. Man könnte erwarten, dass Motte ihrem Vater nur Vorwürfe für die ständigen Verfehlungen und ihn für ihre Sucht verantwortlich macht. Und ja, ein bisschen schwingt das auch mit. Aber im Fokus steht eine ganz innige Beziehung. Gerade der eher nüchterne unpoetische Erzählstil lädt die Geschichte emotional extrem auf.