»Die Bilder, die Franziska Gänsler aufruft, sind so einprägsam, dass man es fast wie einen Film vor sich ablaufen sieht (...) Die Trauer um die Mutter und die Schwester schwingt in jedem Satz mit, und trotzdem ist es ein ganz flirrend leichter Roman. Ich musste die 208 Seiten in einem Zug durchschwimmen und würde das Buch jedem ans Herz legen, der emotionale Wärme sucht. Am Schluss lässt Franziska Gänsler alles ganz elegant ausklingen: das ist dramatisch und sanft und tröstlich zugleich - wirklich reine Poesie.« Sarah Elsing, Deutschlandfunk Kultur, 18.04.2024
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Wie Inseln im Licht
»Die Bilder, die Franziska Gänsler aufruft, sind so einprägsam, dass man es fast wie einen Film vor sich ablaufen sieht (...) Die Trauer um die Mutter und die Schwester schwingt in jedem Satz mit, und trotzdem ist es ein ganz flirrend leichter Roman. Ich musste die 208 Seiten in einem Zug durchschwimmen und würde das Buch jedem ans Herz legen, der emotionale Wärme sucht. Am Schluss lässt Franziska Gänsler alles ganz elegant ausklingen: das ist dramatisch und sanft und tröstlich zugleich - wirklich reine Poesie.« Sarah Elsing, Deutschlandfunk Kultur, 18.04.2024
Aktuelle Rezensionen(12)
Eine ruhige Geschichte mit typischer Gänsler-Handschrift „Ewig Sommer“ hat mir im Vergleich zwar besser gefallen als dieser Roman, aber ich habe einige positive Parallelen ziehen können. „Wie Inseln im Licht“ ist etwas ruhiger, entwickelt sich aber nach hinten raus absolut fantastisch. Franziska Gänsler bleibt ihrem eher unaufgeregten Erzählton bei gleichzeitig spektakulärem Setting auch hier treu. Dieses Mal gibt es weniger Weltuntergangsstimmung, dafür aber tiefe Einblicke in Trauerprozesse sowie ein paar kleine Krimi-Vibes. Nach dem Tod ihrer Mutter reflektiert Zoey nicht nur über deren Beziehung, sondern versucht auch, das Verschwinden ihrer kleinen Schwester aufzuklären. Diese verschwand im Kindesalter der beiden plötzlich aus dem Familienleben und die Protagonistin versucht herauszufinden, welche Rolle sie dabei spielte. Das Ausloten von Erinnerungen und Gefühlen hat Gänsler hier perfektioniert. Zoey erinnert sich an bestimmte Momente, reflektiert aber auch ihre eigene Unsicherheit zu deren Wahrheitsgehalt. Wie stark erwachsene Narrative die Erinnerungen von Kindern formen, wird hier extrem eindrücklich dargestellt. Zu Beginn war mir die Geschichte doch einen Ticken zu langsam. Die inneren Monologe der Protagonistin waren zwar wertvoll, um ein Gefühl für den Rahmen zu bekommen, aber das Tempo hätte für mich etwas früher anziehen können. Ab spätestens der Hälfte entfaltet sich die Handlung aber höchst unterhaltsam! Die zusätzlichen Figuren sind stark und trotz kurzer Auftritte erstaunlich vielschichtig. Das ist sowieso etwas, das bei Gänsler auffällt. Sie balanciert verschiedene Enden eines Spektrums, etwa Medizin vs. alternative Heilmethoden, zutiefst menschlich und gleichermaßen nüchtern wie mitfühlend aus. Sie überlässt es damit den Lesenden, ein Urteil über die Entscheidungen der Figuren zu treffen - oder die Ambivalenz und Fehlbarkeit von Menschen auch einfach mal auszuhalten. Neben dem unaufgeregten Einbinden lesbischer Beziehungen sowie anderer politischer Botschaften verbleibe ich also besonders begeistert von diesem speziellen Erzählstil Gänslers: ausdrucksstark, atmosphärisch und emotional vielschichtig. Die Geschichte wird zum Ende hin toll, wenn auch herzzerreißend aufgelöst und ich empfehle den kurzweiligen Roman gern weiter.
Das Buch überzeugt definitiv mit seinem Schreibstil, den weise gewählten Worten und poetischen Sätzen, die mir an manchen Stellen sogar etwas zu literarisch waren, sodass ich gerade am Anfang nicht so wirklich mitgekommen bin und mir etwas mehr "Erzählung" gewünscht hätte. Der eigentliche Plot kam für mich damit nicht direkt zur Geltung und hat etwas auf sich warten lassen (natürlich nur etwa 30 Seiten, aber das Buch hat ja auch nur 208), was mir den Einstieg etwas erschwert hat. Ab diesem Zeitpunkt war es aber in jedem Fall mitreißend und berührend, allerdings kein Buch für eben mal Zwischendurch!
Eine Geschichte über Trauer und das Suchen nach der Wahrheit. Leider bin ich sprachlich kein Fan der Autorin und die Geschichten kommen nicht bei mir an.
Lange habe ich kein Buch mehr am Stück in einem durchgelesen, aber das hier hat mich nicht losgelassen. Ein kurzer, aber ganz intensiver und sprachlich sehr schöner Roman über Trauer, Erinnerung, zerbrochene Familien. Der Aufbau der Geschichte braucht im Vergleich zur Auflösung sehr lang, aber das liegt vermutlich an der Kürze des Buches.
Eine dramatische Geschichte in ruhiger, ernster Sprache um eine verschwundene kleine Schwester in einer Wohnwagensiedlung am Strand am Atlantik. Familiäres Schweigen kann ganze Biographien schlimm belasten — die Protagonistin erkennt nach 20 Jahren der angstvollen unsicheren Erinnerung, wie es damals wirklich war. Trauriges “Familien”-Buch.