Wünschen
von Chukwuebuka Ibeh
Chukwuebuka Ibeh stattet den Protagonisten von „Wünschen“ mit einer Sprache aus, die inmitten der Gewalt immer wieder Räume von ergreifender Zartheit öffnet.
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Wünschen
von Chukwuebuka Ibeh
Chukwuebuka Ibeh stattet den Protagonisten von „Wünschen“ mit einer Sprache aus, die inmitten der Gewalt immer wieder Räume von ergreifender Zartheit öffnet.
Aktuelle Rezensionen(4)
Eine Entdeckung, ein warmherziges, mutiges und aufwühlendes Buch.
Schöne berührende Geschichte über das Queer-Sein in Nigeria. Teilweise Zeitsprünge, die nicht gleich sichtbar sind, aber gut zu lesen.
'Wünschen' erzählt die Geschichte von dem nigerianischen Jugendlichen Obiefuna und seiner Suche nach einem Platz im Leben. In einem Land wie Nigeria, in dem Homosexualität verachtet wird und unter Strafe steht, ist das besonders schwer. Nachdem sein Vater ihn in einer intimen Situation mit einem anderen Jungen erwischt, verbannt er ihn in ein Internat, wo strenge Regeln und ein rauer Umgang herrschen. Irgendwie findet Obiefuna sich nach und nach dort zurecht und macht einige besondere Bekanntschaften. Wir begleiten ihn beim Erwachsenwerden und dürfen eine große Liebe miterleben, bevor es zum Ende hin immer politischer wird. Der zu Beginn sehr individuelle Blickwinkel wird hin zur Situation der nigerianischen LGBTQI*-Community geöffnet. Obiefuna lebt in einer Welt, die mir völlig unbekannt ist, und die ich vermutlich nie verstehen werde. Ich habe keine Vorstellung von dem Wohnviertel, in dem er mit seiner Familie wohnt, dem abgeschirmten Jungeninternat oder dem weitläufigen Campus. Ganz zu schweigen von gesellschaftlichen Normen und Koventionen. Am ehesten konnte ich mir noch Miebis kleine Farm vorstellen. Und trotz dieser Fremdheit der Lebenswirklichkeit und großer Unwissenheit meinerseits, hat mich die Distanz beim Lesen nie gestört. Ich mochte die ruhige und sanfte Erzählweise von Chukwuebuka Ibeh und die Übersetzung von Cornelius Reiber sehr gerne. Ganz unaufgeregt zeichnet Ibeh sehr sanft Obiefunas Entwicklung. Highlights waren für mich die Beschreibungen der Freundschaften und Verhältnisse im Internat sowie die Auseinandersetzung mit der Rolle der Eltern und deren Verhalten gegenüber ihrem Sohn. Anfangs ist die negative Konnotation von Homosexualität in Form der Bestrafung durch seinen Vater sehr deutlich, wurde aber in meiner Wahrnehmung immer diffuser und entfernter, bis sie sich wieder zuspitzt und auch von Obiefuna zunehmend als konkrete Bedrohung wahrgenommen wird. Eine beeindruckende Geschichte über einen schwulen jungen Mann, die mich in ihrer Beschaffenheit zutiefst beeindruckt hat und noch lange nachhallen wird.
Wow