4.4

Nelka

By Svenja Leiber

Format:Hardcover
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Lemberg, 1941. Die sechzehnjährige Nelka wird von Soldaten aufgegriffen und mit zahlreichen Mädchen und Frauen nach Westen verschleppt. Auf einem norddeutschen Gutshof werden sie zu schwerer Arbeit gezwungen. Ihr Vater hatte Nelka früh im Obstbau unterrichtet, und schon als Kind hatte sie ihm beim Veredeln der Apfelbäume geholfen. Dank dieses Wissens kann sie sich anfänglich der Zudringlichkeit des Gutsverwalters erwehren. Sie plant den Apfelanbau für ihn, und die Plantagen bescheren ihm nach dem Krieg ein Vermögen. Jahrzehnte später kehrt Nelka an den Ort ihres Leidens zurück. Sie will, dass Marten sich an das erinnert, wovon sie selbst sich endlich befreien muss. Welche Spuren die gewaltvolle Geschichte des 20. Jahrhunderts und Zwangsarbeit hinterlassen haben, bis in die Gegenwart und Landschaften hinein, das macht Svenja Leiber in ihrem neuen Roman sichtbar. Sie erzählt von Frauen, deren Wissen und Körper ausgebeutet wurden, die sich in Freundschaft verbanden und sich so gegen Erniedrigung und Brutalität stemmten. Nelka beleuchtet ihre Schicksale hellwach und sensibel – und bewahrt die Erinnerung an sie.

Historical Fiction
200 pagesHardcover
First published 2026-02-18

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Popular Reviews(9)

4.4(64 ratings)
AnnaReviewed by Anna

Durch die Nominierung zum deutschen Buchpreis bin ich auf "Nelka" aufmerksam geworden und bin wirklich beeindruckt von diesem Buch. Nelka wird 1941 in Lemberg von Deutschen auf der Straße angehalten und nach Norddeutschland verschleppt. Gemeinsam mit vielen anderen Frauen wird sie zur Zwangsarbeiterin auf einem Gut. Viele Jahre später kehrt sie zurück, um einen Abschluss zu schaffen. Die Stimmung des Buches ist so ergreifend. Es ist düster, beklemmend und berührend. In Nelka geht es um Machtmissbrauch, Entmenschlichung. Um Verlust der Heimat, der Identität und der Möglichkeit des freien Willen. Nelka bleibt nur eines: ihr immenses Wissen um Äpfel. Wie man sie anbaut, veredelt und erntet. Und dieses Wissen verhilft dem Gutsverwalter zu Reichtum. Denn der weiß Nelka zu nutzen. Ohne sich je wirklich mit ihr zu beschäftigen. Ohne zu hinterfragen. Sie ist für ihn ein Mittel zum Zweck. So wie all die Zwangsarbeiter. Keine Menschen. Es war nicht leicht, dieses Buch zu lesen. Denn es erzählt von Grausamkeiten, die man sich nur schwer vorstellen kann. Eine 16-jährige wird einfach verschleppt. In einem anderen Land zur Arbeit und noch mehr gezwungen. Ohne Hoffnung. Ohne Identität. Nelka erfährt nicht, was mit ihrer Mutter geschah. Sie weiß nicht, wie es dem Jungen erging, in den sie sich verliebte. Diese unvorstellbare Angst. Dieses Leid. Das alles kann ich mir gar nicht vorstellen und doch hat Svenja Leiber eben das unglaublich gut eingefangen. Behutsam und eindrücklich beschreibt sie Nelkas Gedankenwelt. Sowohl in der Zeit in Deutschland, als auch danach. Auch die Ohnmächtigkeit die Nelka all diese Jahre erlebt hat, kann man durch die Seiten spüren. Es hat mir wirklich die Tränen in die Augen getrieben. Es gibt auch einige Perspektivwechsel, die einen wertvollen Blick auf andere Personen zeigt und vor allem dem Verwalter noch einmal so etwas wie Tiefe verleiht. Denn er stellt genau das dar, was viele in dieser Generation waren: nicht genau hinterfragen, Befehle befolgen, das weitergeben und verbreiten, was alle sagen. Alle, die nicht Deutsch sind, haben ihre Rechte als Menschen verwirkt. Die eigene Haut retten. Und als es dann vorbei ist wird verleugnet und gerechtfertigt, was nicht zu rechtfertigen ist. Das war halt so. Man konnte nicht anders. Was will diese Frau überhaupt? Das war halt damals die Zeit. Man bekommt eine Gänsehaut, wenn man nur daran denkt. "Nelka" ist wirklich ein eindrückliches Buch, das viel mit mir gemacht hat. Unglaublich gut geschrieben und ein so wichtiges Thema, dem Raum gegeben wird.

Jan JohanReviewed by Jan Johan

Sehr schöne Geschichte über eine junge Frau, die während des Zweiten Weltkriegs aus ihrem Umfeld gerissen wird, um Zwangsarbeit zu leisten. Mir gefällt besonders gut, dass wir größtenteils bei ihrer Perspektive bleiben. An manchen Passagen springt es dann in die Perspektive des Gutsverwalters, was manchmal irritiert, aber oft wieder gut gerahmt bzw. eingefangen wird. Einige Sätze gehen wirklich unter die Haut, weil sie so auf den Punkt sind.

Lena Reviewed by Lena

Ein schweres, tief gehendes und herzzerreißendes Buch über Zwangsarbeiterinnen in den 1940er Jahren. Es dauerte etwas, sich in das Buch zu finden, aber wenn man sich einmal in den Schreibstil gefunden hat, verschlingt es einen vollkommen. Das Schicksal der Frauen hat mich sehr bewegt.

Diana FarussReviewed by Diana Faruss

Es ist ein stilles Buch mit einer großartigen Sprache. Es geht um Nelka, die bei einem morgendlichen Gang zum Bäcker aus ihrem Ort Lehmberg nach Deutschland entführt wird, um dort zu arbeiten. Die Beschreibung der Zeit ist leise aber gewaltig.

Patricia HeinleinReviewed by Patricia Heinlein

Dieses Buch ist sehr sprachgewandt und beschreibt fast sanft eine sehr düstere Zeit der deutsche. Geschichte. Bisher hatte ich mir keine Gedanken zur Zwangsarbeit während des zweiten Weltkrieges gemacht. Dieses Buch benennt viele Aspekte, die damit zustande kommen. Vielen Dank für dieses Buch.

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