3.9

Sanditz

von Lukas Rietzschel

Format:Hardcover
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Ein imposantes Bild der deutschen Gesellschaft – von der DDR bis in die GegenwartSanditz, eine Kleinstadt am Rande der Republik. Hier leben alte Offiziere, Bürgerrechtler, Orgelbauer, Fliesensammler, Lokaljournalistinnen, selbsternannte Widerständler, Träumerinnen, Frührenter, Kinder, Liebespaare, verhuschte Archivare und die Familie Wenzel. Warmherzig und multiperspektivisch verwebt Lukas Rietzschel die Erzählung der Familie und der Sanditzer Stadtbewohner zu einem Panorama deutscher Geschichten – vom Ende der DDR bis in die jüngste Gegenwart, vom Besetzen einer Stasi-Zentrale bis zum Abrackern auf westdeutschen Baustellen.Ein Roman über Aufbruch und Niedergang, Gelingen und Scheitern des Aufruhrs, Freundschaft und Familie in umwälzenden Zeiten, über den Wunsch nach Zugehörigkeit und die Sehnsucht nach Freiheit.

Gegenwarts- & Literarische Fiktion
480 Seiten • Hardcover
Erschienen an: 2026-03-12

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Aktuelle Rezensionen(8)

3.9(62 ratings)
DoreenRezension von Doreen

Das Buch reißt viele Themen an, die alle miteinander verknüpft sind. Besonders lesenswert, wenn man sich für die Menschen Ostdeutschlands und deren Geschichte interessiert. Sehr authentisch dargestellt.

📖Frau ReuterRezension von 📖Frau Reuter

Ich bin mit ziemlich großen Erwartungen an Sanditz herangegangen. Ein Roman, der ostdeutsche Geschichte vom Ende der DDR bis in unsere Gegenwart erzählen möchte, der sich mit Umbruch, Herkunft, Familie und der Frage beschäftigt, was diese Geschichte bis heute mit Menschen macht. Das hat mich sofort interessiert. Und tatsächlich hat der Roman für mich auch seine ganz starken Momente. Besonders dort, wo es um die DDR, die Zeit des Umbruchs und das Leben im Osten geht, war ich vollkommen dabei. Rietzschel schafft eine besondere Atmosphäre, dieses Gefühl von Stillstand, Veränderung und einer gewissen Orientierungslosigkeit, das sich durch die verschiedenen Generationen zieht. Vieles davon fand ich sehr treffend beobachtet und gerade deshalb spannend. Gleichzeitig wollte mir Sanditz irgendwann ein bisschen zu viel. Es gibt sehr viele Figuren, Zeitebenen, Geschichten und kleine Schauplätze, und ich habe zwischendurch tatsächlich den Überblick verloren. Vor allem aber hatte ich immer wieder das Gefühl, dass interessante Geschichten gerade dann schon wieder verlassen wurden, wenn ich ihnen eigentlich gern noch länger gefolgt wäre. Für mich blieb dadurch manches an der Oberfläche, nicht weil es nichts zu erzählen gegeben hätte, sondern weil schlicht zu vieles erzählt werden sollte. Gerade deshalb hätte ich mir gewünscht, dass der Roman an einigen Stellen länger verweilt. Weniger Figuren, weniger einzelne Episoden und dafür mehr Tiefe hätten mir wahrscheinlich besser gefallen. Auch die Passagen zum Krieg in der Ukraine haben mich zwar durchaus berührt, wirkten auf mich innerhalb dieses Romans aber etwas fremd. Ich hätte stattdessen sehr gern noch mehr über die DDR und vor allem über die Jahre unmittelbar nach der Wende gelesen. Das ist vielleicht das Merkwürdige an Sanditz: Ich fand vieles daran wirklich gut und manches sogar richtig stark, und trotzdem hat mich der Roman als Ganzes nicht vollständig bekommen. Vielleicht gerade, weil in ihm so viele gute Geschichten stecken, dass nicht jede den Raum bekommt, den sie verdient hätte. Ein ambitionierter, kluger Roman mit einem großen Blick auf ostdeutsche Geschichte und Gegenwart, der für mich mit etwas weniger Breite und dafür mehr Tiefe noch stärker gewesen wäre.

ManuRezension von Manu

Schwere, gute Kost! Klappentext: "Sanditz, eine Kleinstadt am Rande der Republik. Hier leben alte Offiziere, Bürgerrechtler, Orgelbauer, Fliesensammler, Lokaljournalistinnen, selbsternannte Widerständler, Träumerinnen, Frührentner, Kinder, Liebespaare, verhuschte Archivare und die Familie Wenzel. Warmherzig und multiperspektivisch verwebt Lukas Rietzschel die Erzählung der Familie und der Sanditzer Stadtbewohner zu einem Panorama deutscher Geschichten – vom Ende der DDR bis in die jüngste Gegenwart, vom Besetzen der örtlichen Stasi-Zentrale bis zum Kampf eines Freiwilligen in der Ukraine, vom Abrackern auf westdeutschen Baustellen bis zum isolierten Inseldasein während der Corona-Epidemie. Ein Roman über Aufbruch und Niedergang, Gelingen und Scheitern des Aufruhrs, Freundschaft und Familie in umwälzenden Zeiten , über den Wunsch nach Zugehörigkeit und die Sehnsucht nach Freiheit. " Wow, was für ein Buch! Ich habe es im Rahmen der #eatreadsleep_challenge2026 gelesen und hatte anfangs Probleme, in das Buch hineinzufinden. Der Prolog ist mehr als irritierend, danach brauchte ich einen halben Tag, um das Buch weiterzulesen. Dann lernte ich eine ganze Menge toller Charaktere kennen. Tom, Maria, Marion, Roland, Erika, undundund. Jeder auf seine eigene Art einmalig, im positiven und negativen Sinne. Das Buch spielt auf zwei Zeitebenen, die sich nach und nach annähern. Zum Ende hin kommt Tragik dazu, so dass es nach fast 500 Seiten einen kleinen Book Hangover gab. Ein tolles Buch!

Sandra Rezension von Sandra

Großartig! Ich bin erst über die Longlist für den deutschen Buchpreis auf das Buch aufmerksam geworden. Es hat mich thematisch sehr interessiert und schon nach wenigen Kapiteln habe ich überrascht festgestellt, dass Sanditz ziemlich genau "mein" Sanditz beschreibt, in dem ich aufgewachsen bin. Die Beschreibungen von Orten und Personen sind einfach so authentisch und ich habe mich noch nie so leicht in eine Schauplatz und dessen Geschichte rein versetzen können. Die Zeitsprünge, Jahre und geschichtlichen Abschnitte und wie sich dies in der Entwicklung der Charaktere wiederspiegelt finde ich sehr gelungen. Viele der Figuren hinterlassen das Gefühl, man würde sie bereits persönlich kennen (Maria aka Mandy ist mein Favorit). Vielleicht gefällt es mir auch so gut, weil ich mich dem Buch teilweise sehr nah fühle und nicht darauf eingestellt war, als ich das Buch aus reiner Neugier angefangen habe. Ich werde es auf alle Fälle weiter empfehlen, denn dieses Buch repräsentiert meine (und vieler anderer Heimis) Herkunft.

MarshaRezension von Marsha

Ein wilder Ritt, sowohl inhaltlich als auch sprachlich.

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