3.7

Verlorene Schäfchen

von Madeline Cash

Format:Hardcover
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»Was für ein Feuerwerk aus Witz, Intelligenz und Energie! Ich hätte ewig weiterlesen und die Familie Flynn auf ihren herrlich abgründigen Wegen begleiten können.« Elena FischerEigentlich könnte die Familie Flynn eine Vorbild-Vorstadt-Familie sein: Mutter, Vater und drei Töchter, sonntags geht man in die Kirche. Eigentlich. Denn die Flynns haben es schwer. Jeder für sich und alle miteinander. Seit Mutter Catherine in einer Sinnkrise beschlossen hat, die Ehe zu öffnen, lebt Vater Bud im Auto in der Garage und findet in der Selbsthilfegruppe zuflucht, die am wenigsten nach Sekte klingt: die Verlorenen Schäfchen. Auch die Töchter suchen ihre Wege aus der familiären Lebenskrise: Die jüngste, Harper, ist sich sicher, dass sie einer großen Verschwörung auf der Spur ist. Louise befindet sich in einem ungünstigen Beziehungsstrudel mit ihrem fundamentalistischen Online-Lover, während die dritte im Bunde, Abigail, einen schweigsamen jungen Mann namens Kriegsverbrecher-Wes datet. Und all diese Fäden laufen ausgerechnet bei einem zwielichtigen Milliardär zusammen.Mit hinreißender Lakonie erzählt Madeline Cash von einer Familie kurz vor dem Kollaps in den Turbulenzen unserer durchmodernisierten Welt. »Verlorene Schäfchen« ist der Familienroman der Stunde.

Literary & Contemporary Fiction
Hardcover
Erschienen an: May 20, 2026

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Aktuelle Rezensionen(7)

3.7(38 ratings)
CarinaRezension von Carina

Das war wirklich mal ein anderes Buch. Sehr originell, witzig, manchmal schon absurd. Das letzte Viertel war mir etwas zu skurril. Nichts desto trotz habe ich es sehr gemocht. Ich habe es als Hörbuch gehört, was ich unbedingt empfehlen kann.

NinaRezension von Nina

Was war das denn?! Mir hat das Buch leider überhaupt nicht gefallen. Habe mich sehr drauf gefreut, weil viele Blogger es positiv beworben haben, aber weder der Schreibstil noch die Geschichte oder der hochgelobte Humor in diesem Buch haben mir gefallen. Einfach schräg alles… Bin froh, dass ich es heute endlich beendet habe und mich dem nächsten spannenden Thriller widmen kann :)

BuchsuchtRezension von Buchsucht

Eine Familie kurz vor dem Kollaps – und man liebt sie trotzdem Eigentlich könnte die Familie Flynn eine Vorzeige-Vorstadtfamilie sein: Mutter, Vater, drei Töchter, sonntags geht man in die Kirche. Eigentlich. Denn die Flynns haben es schwer, jeder für sich und alle miteinander. Seit Mutter Catherine in einer Sinnkrise beschlossen hat, die Ehe zu öffnen, lebt Vater Bud im Auto in der Garage und findet Zuflucht in der Selbsthilfegruppe, die am wenigsten nach Sekte klingt: den „Verlorenen Schäfchen“. Auch die drei Töchter suchen ihre Wege aus der familiären Lebenskrise. Die jüngste, Harper, ist sich sicher, dass sie einer großen Verschwörung auf der Spur ist. Louise verstrickt sich in einen ungünstigen Beziehungsstrudel mit ihrem fundamentalistischen Online-Lover. Und Abigail lässt sich mit einem schweigsamen jungen Mann ein. Während Bud nebenbei den krummen Geschäften seiner Firma auf die Spur kommt, taumelt die ganze Familie durch eine Gegenwart, die einfach zu viel ist. Das absolute Herzstück des Buches, und der Grund, warum ich es so liebe, sind die Figuren. Jede einzelne der Familie Flynn ist eine kleine Welt für sich, schräg, kaputt und auf wundersame Weise liebenswert. Cash gelingt das Kunststück, Menschen zu erschaffen, die maximal dysfunktional sind und denen man trotzdem zutiefst zugeneigt ist. Man lacht über sie, man leidet mit ihnen, man möchte sie schütteln und gleichzeitig umarmen. Besonders die jüngste Tochter Harper hat es mir angetan – ein „seltsames Kind, klein, aber knallhart“, das schon mit acht Jahren behauptete, ihre Stofftiere hätten die Todesstrafe eingeführt, und jetzt einer großen Verschwörung auf der Spur ist. Aber auch Vater Bud, der in der Garage haust und in einer Pseudo-Sekte Halt sucht, oder Mutter Catherine, die vom Spätkapitalismus glauben gemacht wurde, sie sei „eine Leerstelle“ – sie alle sind so präzise gezeichnet, dass sie zum Greifen real wirken, obwohl ihre Welt komplett überdreht ist. Madeline Cash schreibt mit einer hinreißenden Lakonie, die einen sofort packt. Ihre Sprache ist knackig, pointiert, voller Sprachwitz – Thea Dorn nannte die Dialoge im „Literarischen Quartett“ zu Recht „funkelnd vor Sprachwitz und Schlagfertigkeit“. Die Sätze sitzen, die Pointen treffen, und immer wieder gibt es Formulierungen, bei denen man kurz innehält, weil sie so treffend-böse sind. Was mich besonders beeindruckt: Cash schafft es, all den Wahnsinn und das Melodram einer Familientragikomödie in ausgefeilte, kontrollierte Prosa zu packen. Hinter der scheinbaren Leichtigkeit steckt enorme literarische Präzision. Die deutsche Übersetzung von Sophie Zeitz transportiert diesen Ton hervorragend, der trockene, lakonische Humor zündet auch auf Deutsch. Was „Verlorene Schäfchen“ über reine Unterhaltung hinaushebt: Cash nutzt Komik nicht als Entlastung, sondern als Erkenntnisform. Die Übertreibung legt frei, was im Realistischen verborgen bliebe. Ein Milliardär, der an Unsterblichkeit arbeitet. Eine Tochter, die sich in digitalen Abgründen verirrt. Ein Vater, der sich aus dem eigenen Leben entfernt, ohne es ganz zu verlassen. Das wirkt absurd, und genau darin liegt die Präzision. Cash zeichnet eine Gegenwart, die zu viel ist: Informationen, Bilder, Bedrohungen, alles gleichzeitig, alles verfügbar. Orientierung entsteht daraus nicht, im Gegenteil, die Welt wird unlesbar. Die Familie Flynn ist ein Spiegelbild unserer Zeit, verzerrt und dadurch umso genauer. Diese Doppelbödigkeit – herrlich komisch und gleichzeitig gesellschaftskritisch scharf – ist die große Stärke des Buches. Die Vergleiche mit den „Royal Tenenbaums“ oder den frühen Werken von Bret Easton Ellis kommen nicht von ungefähr. Cash nimmt das amerikanische Vorstadtleben im Spätkapitalismus aufs Korn – die Fassade der heilen Welt, die kirchliche Spießigkeit, die Selbstoptimierungs-Zwänge, die Konsum-Leere. Aber sie tut das nie überheblich oder kalt, sondern mit einer warmherzigen Zuneigung zu ihren kaputten Figuren. Genau diese Mischung aus bissiger Satire und echter Wärme macht das Buch so besonders. Es wäre einfach gewesen, die Flynns nur lächerlich zu machen. Stattdessen schenkt Cash ihnen Würde, lässt sie scheitern und wieder aufstehen, zeigt ihre Verletzlichkeit hinter der absurden Fassade. Das hebt „Verlorene Schäfchen“ über die reine Gesellschaftssatire hinaus zu echter Literatur. Spannend fand ich auch, wie Cash verschiedene Erzählebenen verwebt. Vater Bud kommt den krummen Geschäften seiner Firma auf die Spur, das gibt dem Roman einen leichten Krimi-Einschlag. Tochter Harpers Verschwörungsglaube und Louises Verstrickung mit einem fundamentalistischen Online-Lover spiegeln hochaktuelle Phänomene wider: Radikalisierung im Netz, die Sehnsucht nach einfachen Wahrheiten in einer unübersichtlichen Welt. Diese verschiedenen Stränge laufen geschickt zusammen und ergeben ein Gesamtbild, das mal urkomisch, mal beklemmend ist. Cash beherrscht das Spiel mit den Tonlagen meisterhaft – sie kann auf einer Seite zum Lachen bringen und auf der nächsten einen Stich versetzen. Ganz ehrlich: Der überdrehte, grelle Ton ist nicht für jede:n. Cash übertreibt bewusst, lässt die Absurdität ins Extreme kippen. Wer realistische, ruhige Familienromane bevorzugt, könnte den überzeichneten Stil anstrengend finden. Auch springt die Erzählung zwischen den Figuren und Ebenen, was Konzentration verlangt. Mich hat genau das begeistert, aber es ist ein Buch, das polarisiert. Für mich überwiegen die Stärken aber so klar, dass es bei der vollen Sternzahl bleibt. Mein Fazit: „Verlorene Schäfchen“ ist eine brillante Familientragikomödie, die mich mit ihren herrlich schrägen Figuren komplett für sich eingenommen hat. Madeline Cash beweist mit ihrem Debüt, dass sie zu den spannendsten neuen Stimmen der Gegenwartsliteratur gehört: bissig, witzig, respektlos und gleichzeitig warmherzig. Wer Satire mit Substanz liebt, kommt an diesem Buch nicht vorbei. Die Familie Flynn ist mir trotz all ihrer Macken so ans Herz gewachsen, dass ich sie nur ungern wieder verlassen habe. Ich bin gespannt, was Madeline Cash als Nächstes schreibt – diese Autorin hat sich definitiv auf meine Watchlist gespielt. Empfehlenswert für Fans bissiger Gegenwartssatire und literarischer Tragikomödien wie Bret Easton Ellis, George Saunders, Ottessa Moshfegh oder Fredrik Backman in seiner dunkleren Variante. Für alle, die schräge, dysfunktionale Familien lieben und kluge Gesellschaftskritik mit Humor schätzen. Auch eine spannende Lektüre für Lesekreise – die überdrehte Familie Flynn bietet jede Menge Diskussionsstoff. Eher nichts für Leser:innen, die ruhige, realistische Familienromane bevorzugen, mit überdrehtem, grellem Satire-Ton wenig anfangen können oder klare, geradlinige Erzählstrukturen brauchen – Cash springt bewusst zwischen Figuren und Ebenen und setzt auf Absurdität statt auf Realismus.

CosimaRezension von Cosima

Das Buch liest sich wie eine typische amerikanische Sitcom. Ein wenig auch wie ein Film der Cohen Brothers. Hart und lustig zugleich, besonders in den Dialogen. Der Flow der Geschichte ist auch sehr kurzweilig und die Geschichte ist unterhaltsam. Grundsätzlich ist die Familie ein Klischee wie in einer amerikanischen Fernsehserie. Drei Töchter, eine ist wunderschön, eine Tochter aus unerklärlichen Gründen höchstbegabt und unterfordert, eine wird übersehen. Die Mutter ist frustrierte Hausfrau und der Vater ein bisschen blöde. In der ersten Hälfte geht es darum, auf welche absurde Weise jedes Familienmitglied mit seinen Begabungen und Problemen umgeht. Im zweiten Teil geht es um Action und die Geheimnisse des superreichen Mannes der Stadt. Genauso wie in vielen amerikanischen Serien, gibt es jedoch viel fatshaming und ageism, was fast ausnahmslos gegen Frauen gerichtet ist. Wie die Männer aussehen, wird kaum beschrieben. Schade, dass Humor immer noch auf dem Aussehen von Menschen beruht. Ansonsten aber sehr unterhaltsam.

Kerstin GanglRezension von Kerstin Gangl

Sinnkrise Der Klappentext hat mich neugierig gemacht und schon den Einstieg fand ich richtig gut. Eine Familie die in einer Sinnkrise steckt. Jeder für sich. Sowohl die Eltern als auch die drei Töchter. In dieser Familie spielt sich so einiges ab. Das ist nicht mehr die einstige Vorzeigefamilie, die sonntags in die Kirche geht. Die Mutter Catherine beschließt die Ehe zu öffnen, der Vater Bud schläft im Auto und die Kinder machen ihr eigenes Ding. Die Familie gerät immer mehr in einen Strudel von Geheimnissen und Verschwörungen. Auf humorvolle Art und Weise taucht man ein in das Leben der Flynns. In ihre Gedanken und Gefühle. Man erfährt was sie bewegt und lernt ihre Eigenheiten kennen. Das Cover ist eher schlicht gehalten, besticht aber durch die gelbe Farbe. Allein vom Cover kann man nicht darauf schließen, worum es in dem Buch geht. Man lernt in dem Buch viele verschiedene Persönlichkeiten kennen. Das ermöglicht einem einen besseren Blick auf das große Ganze. Immer mehr fügen sich die Puzzleteile zusammen. Nach und nach zeigt sich das gesamte Ausmaß. Wie alles zusammenhängt. Das ist sehr spannend mitzuverfolgen. Dann ist da auch noch das Kleinstadtleben, das von Klatsch und Tratsch lebt. Wo jeder alles zu wissen scheint. Jeder kennt jeden. Das ist meist mehr Fluch als Segen. Immer wieder hat mich das Buch zum Lachen und Schmunzeln gebracht. Es stimmt aber auch sehr nachdenklich und ist an manchen Stellen schon sehr skurril.

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