»Was für ein Feuerwerk aus Witz, Intelligenz und Energie! Ich hätte ewig weiterlesen und die Familie Flynn auf ihren herrlich abgründigen Wegen begleiten können.« Elena FischerEigentlich könnte die Familie Flynn eine Vorbild-Vorstadt-Familie sein: Mutter, Vater und drei Töchter, sonntags geht man in die Kirche. Eigentlich. Denn die Flynns haben es schwer. Jeder für sich und alle miteinander. Seit Mutter Catherine in einer Sinnkrise beschlossen hat, die Ehe zu öffnen, lebt Vater Bud im Auto in der Garage und findet in der Selbsthilfegruppe zuflucht, die am wenigsten nach Sekte klingt: die Verlorenen Schäfchen. Auch die Töchter suchen ihre Wege aus der familiären Lebenskrise: Die jüngste, Harper, ist sich sicher, dass sie einer großen Verschwörung auf der Spur ist. Louise befindet sich in einem ungünstigen Beziehungsstrudel mit ihrem fundamentalistischen Online-Lover, während die dritte im Bunde, Abigail, einen schweigsamen jungen Mann namens Kriegsverbrecher-Wes datet. Und all diese Fäden laufen ausgerechnet bei einem zwielichtigen Milliardär zusammen.Mit hinreißender Lakonie erzählt Madeline Cash von einer Familie kurz vor dem Kollaps in den Turbulenzen unserer durchmodernisierten Welt. »Verlorene Schäfchen« ist der Familienroman der Stunde.
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Verlorene Schäfchen
von Madeline Cash, Sophie Zeitz
»Was für ein Feuerwerk aus Witz, Intelligenz und Energie! Ich hätte ewig weiterlesen und die Familie Flynn auf ihren herrlich abgründigen Wegen begleiten können.« Elena FischerEigentlich könnte die Familie Flynn eine Vorbild-Vorstadt-Familie sein: Mutter, Vater und drei Töchter, sonntags geht man in die Kirche. Eigentlich. Denn die Flynns haben es schwer. Jeder für sich und alle miteinander. Seit Mutter Catherine in einer Sinnkrise beschlossen hat, die Ehe zu öffnen, lebt Vater Bud im Auto in der Garage und findet in der Selbsthilfegruppe zuflucht, die am wenigsten nach Sekte klingt: die Verlorenen Schäfchen. Auch die Töchter suchen ihre Wege aus der familiären Lebenskrise: Die jüngste, Harper, ist sich sicher, dass sie einer großen Verschwörung auf der Spur ist. Louise befindet sich in einem ungünstigen Beziehungsstrudel mit ihrem fundamentalistischen Online-Lover, während die dritte im Bunde, Abigail, einen schweigsamen jungen Mann namens Kriegsverbrecher-Wes datet. Und all diese Fäden laufen ausgerechnet bei einem zwielichtigen Milliardär zusammen.Mit hinreißender Lakonie erzählt Madeline Cash von einer Familie kurz vor dem Kollaps in den Turbulenzen unserer durchmodernisierten Welt. »Verlorene Schäfchen« ist der Familienroman der Stunde.
Aktuelle Rezensionen(16)
Unterhaltungswert 1000, aber mit Abzug für rassistische Stereotype Ich habe die Lektüre von vorn bis hinten geliebt. Madeline Cash hat in lockerem Ton ein überspitztes, skurriles Werk geschrieben, das mich äußerst gut unterhalten hat. Dafür hat es 5 Sterne verdient. Es gibt aber doch ein paar Stereotype, die deutlich rassistisch sind und zu meiner Schande muss ich gestehen, dass mich erst andere Lesende darauf aufmerksam gemacht haben, obwohl es schon wirklich sehr deutlich ist. Aus diesem Grund möchte ich aber auch nicht mehr die volle Bewertung geben. Trotzdem soll auch Raum sein für die großartige Unterhaltung, die Cash geliefert hat. Die kurzen Kapitel, der einfache Schreibstil mit vielen Dialogen und die pointierten Figuren haben das Lesen absolut leicht gemacht. Ich mochte die Geschichte auch strukturell, weil sie sich von einem Familiendrama zu einem spannenden, aber völlig ungruseligen Krimi entwickelte. Dabei greift die Autorin auch das Thema Verschwörungserzählungen auf verschiedene Arten auf, behält dabei aber stets ihren satirischen Unterton bei. Sie hat ein gutes Feingefühl für Spannungssteigerung und das skurrile Überzeichnen ihrer Figuren. Ich habe das sehr gemocht, aber genau diesen Elementen sollte mensch natürlich nicht abgeneigt sein, wenn das Buch gelesen werden soll. Bis hierhin wollte ich klare 5 Sterne geben, doch dann stieß ich auf die erste Kritik und auch, wenn ich vielleicht nicht jede Einschätzung über die Autorin teile (dafür habe ich schlicht zu wenig Informationen), arbeitet sie schon mit einigen Narrativen, die nicht anders als muslimfeindlich/rassistisch gelesen werden können. Die Dichotomie von dem bösen Muslim und dem guten Juden möchte ich nicht unterstützen, auch Satire hat ihre Grenzen. Und ich kann bei diesen beiden betroffenen Nebenfiguren den satirischen Ansatz auch gar nicht so wirklich erkennen. Die Autorin verletzt Menschen unnötig und macht damit Gräben nur noch tiefer. Gleichzeitig möchte ich auch nicht mehr als diesen einen Stern von der Wertung abziehen, was gern kritisiert werden darf, aber am Ende bleibt meine Bewertung immer auch eine gefühlte Entscheidung und ich fand zu viel an diesem Roman ganz groß, um ihn schlecht zu bewerten. Eine damit eingeschränkte Empfehlung - wirklich große Unterhaltung mit rassistischen Narrativen, die nicht in ein lustiges und pointiertes Werk wie dieses gehören. Wer das einzuordnen und zu kritisieren vermag, darf sich gern von dieser Geschichte mitreißen lassen, die so absurd ist, dass die Zeit im Nu vergeht und mensch sich am Ende gleichzeitig fragt: „Was habe ich da eigentlich gerade gelesen?“.
Ein soo skurriler, schräger, satirischer, überspitzter Familienroman, bei dem ich vorallem zu Beginn so viel Schmunzeln und Kichern musste, wie lange nicht mehr! Mit „Verlorene Schäfchen“ hat die Autorin Madeline Cash einfach ein fantastisches, super unterhaltsames Buch abgeliefert, das ich so in der Art noch nicht gelesen habe. Wenn man sich nach Authentizität, unmittelbarer Nahbarkeit und dem echten emotionalen Erleben von Identitätsfragen oder Traumata sehnt, dann ist man hier genau richtig. Denn man begleitet aus der jeweiligen Perspektive, die Gedanken aller Charaktere und taucht vorallem tief in das dubiose Leben der total sympathischen Familie Flynn ein. Man kann sich diese wie eine moderne, noch schrägere Version von „Eine schrecklich nette Familie“ vorstellen, wo jedes einzelne Familienmitglied ganz eigene, originelle Sorgen, Macken, kleine Neurosen oder verborgene Abgründe mitbringt. Da ist Vater Bud, der rührend versucht, irgendwie mit seinen Kindern umzugehen, während er selbst in einer tiefen Krise steckt, denn seine Frau Catherine sieht sich selbst als "Künstlerin" und möchte plötzlich die Ehe öffnen und etwas mit dem Nachbarn anfangen. Doch damit nicht genug, denn die Töchter setzen, da ihre Eltern sie weniger beachten, dem Chaos die Krone auf. Louise radikalisiert sich mit einer Internetbekanntschaft, um eine Bombe zu bauen, Abigail beginnt eine Beziehung mit einem Typen namens „Kriegsverbrecher Wes“ und Harper verstrickt sich tief in Verschwörungstheorien. Aber trotz dieser extremen Verhaltensweisen ist mir persönlich die Familie Flynn sofort ans Herz gewachsen. Jede Figur ist unfassbar charmant, sympathisch und authentisch dargestellt und ich liebte besonders Bud im schlagfertigen Dialog mit seinen Töchtern oder die Engelsgeduld von Father Andrews mit seiner Gemeinde (wie Miss Winkle ihm eine Orchidee für den Kirchenraum aufzwingen wollte war göttlich). Wirklich alle Charaktere wurden mit so viel Liebe zum Detail eingeführt, dass ich sofort ein lebendiges Bild der Menschen in dieser Kleinstadt vor Augen hatte. Der satirische und sarkastische Schreibstil brachte mich beim Lesen unfassbar viel zum Lachen und ich fühlte mich super unterhalten. Die Dialoge sind schlagfertig, liebevoll, verrückt und herrlich süffisant. Doch hinter dem unvergleichlichen Humor und dem Mix aus Witz und einem kleinen Krimi zum Ende hin, denn es wird sogar eine kleine Verschwörung innerhalb der Kleinstadt aufgedeckt, steckte auch viel Wahrheit. Das Buch übt halt messerscharfe Kritik an gesellschaftlichen Normen, starren Regeln und Glaubenssätzen und ist eine bewusste Demontage und Karikatur einer amerikanischen Kleinstadtfamilie. Es geht auch um den Wunsch nach Liebe und Anerkennung, das Ausbrechen aus engen Strukturen und um weibliche Selbstbestimmung. Selbst der Einfluss der Kirche in Kleinstädten sowie skurrile Umerziehungscamps für Jugendliche werden satirisch hinterfragt. "Verlorene Schäfchen“ ist modern, witzig, erfrischend anders zu lesen und für mich war es ein echtes Jahres-Highlight. Wer schrägen, witzigen und gleichzeitig tiefgründigen Lesestoff mit einer Prise Krimi-Spannung sucht, wird diese chaotische Familie total lieben!
Jede Person verrückter als die andere aber sehr lustig und amüsant. Teilweise stehen für mich aber einige religiöse und kulturelle Stereotype im Raum die so nicht unbedingt hätten sein müssen.
Eine skurrile Mischung aus schwarzem Humor, Sprachwitz und absurden Situationen. Grandios.
Eine Booktokerin hatte dieses Buch mit den Worten empfohlen, sie habe an vielen Stellen lauthals gelacht, und die Familie Flynn habe durchweg einen an der Klatsche. Letzteres kann ich bestätigen, ersteres leider nicht ganz. Lauthals gelacht habe ich an keiner Stelle, auch wenn das Buch durchaus witzige Momente hat, vor allem zu Beginn. Genau da liegt für mich auch die Krux: Der Anfang hat mich mehr überzeugt als das Ende. Die Geschichte um die älteste Tochter Abigail und ihre Rettung, ohne zu spoilern, fand ich ein Stück weit an den Haaren herbeigezogen. Das passt zwar zum satirischen Grundton, hat mich aber nicht komplett mitgenommen. Insgesamt war das Buch unterhaltsam und ließ sich gut weglesen, aber es hat mich nie richtig gepackt. Kein Buch, das ich in einem Rutsch durchgelesen hätte, eher eines, bei dem ich zwischendurch auch mal pausiert habe. Für mich persönlich eher überhyped, satirisch und witzig ja, aber nicht in dem Maß, wie ich es erwartet hatte. Fazit: Solide Unterhaltung, kein Reinzieher.