Der Vater einer, wie man ihn sich kaum vorstellen kann: Von allen nur »Löwe« genannt, ist er Zeit seines Lebens ein charismatischer Bonvivant. Polospieler, Rennfahrer, Ex-Sträfling, leidenschaftlicher Fallschirmspringer und tief im Herzen eben immer ein Träumer. Für die Tochter gleicht der Vater einem Halbgott, der auf die Erde herabsteigt und dabei auf jede erdenkliche Weise – durch Schulden, Drogen, Affären – zu Fall kommt und sie mitreißt. Von diesen Stürzen erzählt die Tochter, als sie selbst Mutter geworden ist, von den vielen Enttäuschungen ihrer unsteten Kindheit und Jugend zwischen England, Argentinien und Peru und von der unvergessenen Euphorie, die es bedeutet, einen überlebensgroßen Vater zu haben.Sonya Walger hat ein einzigartiges Denkmal erschaffen, an den Vater, an das Tochter-Sein, an die eine Beziehung, an der sich trotz allem Widerstand das ganze Leben orientiert. In ihrem autobiografischen Roman Löwe erzählt sie eine rasante, unvergessliche Familiensaga, deren Intensität und Farbigkeit den Atem nehmen.
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Löwe
von Sonya Walger, Tanja Handels
Der Vater einer, wie man ihn sich kaum vorstellen kann: Von allen nur »Löwe« genannt, ist er Zeit seines Lebens ein charismatischer Bonvivant. Polospieler, Rennfahrer, Ex-Sträfling, leidenschaftlicher Fallschirmspringer und tief im Herzen eben immer ein Träumer. Für die Tochter gleicht der Vater einem Halbgott, der auf die Erde herabsteigt und dabei auf jede erdenkliche Weise – durch Schulden, Drogen, Affären – zu Fall kommt und sie mitreißt. Von diesen Stürzen erzählt die Tochter, als sie selbst Mutter geworden ist, von den vielen Enttäuschungen ihrer unsteten Kindheit und Jugend zwischen England, Argentinien und Peru und von der unvergessenen Euphorie, die es bedeutet, einen überlebensgroßen Vater zu haben.Sonya Walger hat ein einzigartiges Denkmal erschaffen, an den Vater, an das Tochter-Sein, an die eine Beziehung, an der sich trotz allem Widerstand das ganze Leben orientiert. In ihrem autobiografischen Roman Löwe erzählt sie eine rasante, unvergessliche Familiensaga, deren Intensität und Farbigkeit den Atem nehmen.
Aktuelle Rezensionen(1)
„Löwe“ ist der Roman über einen außergewöhnlichen Mann mit einem außergewöhnlichen Leben, erzählt aus der Perspektive seiner ältesten Tochter, der Autorin. Sonya Walger beschreibt ihr Leben mit ihm in einer ebenso außergewöhnlichen Erzählform, springt in der Zeit hin und her, wie es ihr gefällt. Sie beleuchtet dabei immer nur einzelne Punkte in ihrem eigenen Leben, dem ihres Vaters und der Menschen um ihn herum. Sie schreibt natürlich alles aus ihrer Wahrnehmungsperspektive und kann letztlich nur das erzählen, was sie von ihrem Vater weiß, oft aus erster Hand, manchmal auch aus zweiter. Doch mir ist das zu wenig. Erst im letzten Viertel des Buches erfahre ich mehr von dem Mann, den seine späten Freunde „Löwe“ nennen und wie er zu dem Spitznamen kam. Doch große Teile seines Lebens, z.B. seine Zeit als Rennfahrer oder seine obskuren Geschäfte, werden nur am Rande erwähnt und bleiben mysteriös. Letztlich ist es also doch eher ein Roman über die Autorin selbst, was den Titel des Buches merkwürdig erscheinen lässt und Erwartungen weckt, die nicht erfüllt werden. Mich lässt das Buch mit dem Gefühl zurück, dass ich auf einen extraordinären Mann nur einen kleinen Blick erhaschen durfte und noch viel mehr zu sehen gewesen wäre, wenn man mich ein bisschen näher herangelassen hätte — vielleicht ganz so, wie es Walger selbst mit ihrem Vater erging.