Als Mona in der Marsch eintrifft, um den 80. Geburtstag ihres Opas Karl zu feiern, ist Oma Annemie spurlos verschwunden. Karl macht sich wenig Sorgen, Mona dafür umso mehr. Sie zieht zu ihrem Opa in das reetgedeckte Haus am Rand des kleinen Dorfs in den Weiten der Marsch, wo Monas Mutter Sabine gemeinsam mit den Zwillingsbrüdern Stefan und Sven aufgewachsen ist. Dass Annemie ein schmerzvolles Geheimnis birgt, das das Leben der ganzen Familie schon lange beeinflusst, ahnt niemand. Gemeinsam mit einem alten Freund aus Kindheitstagen macht Mona sich auf die Suche nach ihrer Oma. Im Laufe eines langen Sommers taucht sie tief ein in die Familiengeschichte und stößt auf falsche Erinnerungen und erschreckende Geschehnisse, von denen kaum jemand weiß. Denn Annemie hat alles dafür gegeben, das Schweigen aufrechtzuerhalten - damit niemand redet, in diesem kleinen Dorf, in dem jeder jeden kennt.
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Das Flüstern der Marsch
von Katja Keweritsch
Als Mona in der Marsch eintrifft, um den 80. Geburtstag ihres Opas Karl zu feiern, ist Oma Annemie spurlos verschwunden. Karl macht sich wenig Sorgen, Mona dafür umso mehr. Sie zieht zu ihrem Opa in das reetgedeckte Haus am Rand des kleinen Dorfs in den Weiten der Marsch, wo Monas Mutter Sabine gemeinsam mit den Zwillingsbrüdern Stefan und Sven aufgewachsen ist. Dass Annemie ein schmerzvolles Geheimnis birgt, das das Leben der ganzen Familie schon lange beeinflusst, ahnt niemand. Gemeinsam mit einem alten Freund aus Kindheitstagen macht Mona sich auf die Suche nach ihrer Oma. Im Laufe eines langen Sommers taucht sie tief ein in die Familiengeschichte und stößt auf falsche Erinnerungen und erschreckende Geschehnisse, von denen kaum jemand weiß. Denn Annemie hat alles dafür gegeben, das Schweigen aufrechtzuerhalten - damit niemand redet, in diesem kleinen Dorf, in dem jeder jeden kennt.
Aktuelle Rezensionen(2)
Tiefe und Spannung. Macht süchtig.
Das Flüstern der Marsch erzählt die Geschichten der Frauen einer Familie. Vergangenheit und Gegenwart wechseln sich ab, die Siebzigerjahre stehen neben dem Heute. Es geht um Mütter, ums Mutter-Sein und darum, wie sich familiäre Verstrickungen über Generationen fortsetzen. Was mich besonders beschäftigt hat, ist der Umgang mit Erinnerung. Dieselben Situationen werden unterschiedlich erinnert, anders gedeutet, anders gewichtet. Nichts ist eindeutig. Das Familienbild setzt sich erst nach und nach zusammen - wie ein Puzzle, bei dem man lange nicht weiß, was eigentlich das Motiv ist. Schwer auszuhalten fand ich die Erwartungen an Frauen früher: sich anzupassen, sich anzustrengen, die Bedürfnisse des Mannes mitzudenken - und im Zweifel selbst zu verschwinden. Wenn diese Erwartungen nicht erfüllt wurden, folgten Ausschluss, Kälte, kein Verständnis von außen. Das hat mich wütend gemacht. Und es macht sichtbar, wie sehr diese Muster bis heute nachwirken, auch im Mutter-Sein der nächsten Generationen. Trotz der Schwere der Themen habe ich das Buch kaum aus der Hand gelegt. Ich bin durch die Seiten geflogen. Und am Ende blieb bei mir vor allem eine Frage hängen: wie es der Autorin gelingt, all diese schweren Themen zu erzählen, ohne dass sie erdrücken.