Bis ans Meer
von Peggy Patzschke
Peggy Patzschke war über ein Jahrzehnt die Radiostimme Mitteldeutschlands. Heute arbeitet sie als Redakteurin und Moderatorin vor und hinter der Kamera für ARD, MDR und 3sat und hat einen Podcast. Sie lebt in Leipzig. »Bis ans Meer« ist ihr erster Roman.Mehr unter peggy-patzschke.de 
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Bis ans Meer
von Peggy Patzschke
Peggy Patzschke war über ein Jahrzehnt die Radiostimme Mitteldeutschlands. Heute arbeitet sie als Redakteurin und Moderatorin vor und hinter der Kamera für ARD, MDR und 3sat und hat einen Podcast. Sie lebt in Leipzig. »Bis ans Meer« ist ihr erster Roman.Mehr unter peggy-patzschke.de 
Aktuelle Rezensionen(5)
bis ans meer von peggy patzschke war für mich ein absolutes highlight. anfangs gestalteten sich die ersten kapitel noch ein wenig zäh, doch schon nach kurzer zeit habe ich mich vollkommen in die geschichte verliebt. was zunächst langsam begann, entwickelte sich zu einer mitreißenden, tief bewegenden lektüre, die mich von der ersten bis zur letzten seite fesselte. das buch besticht besonders durch seine einfühlsame und gleichzeitig ehrliche darstellung familiärer hintergründe. es beleuchtet nicht nur die vergangenheiten der hauptfiguren, sondern wirft auch die fundamentalen fragen auf: „warum bin ich so, wie ich bin?“ oder „warum ist meine mutter so, wie sie ist?“ die spurensuche durch generationen hinweg, kombiniert mit der reflexion über das eigene selbst, macht die geschichte unglaublich tiefgründig und nachdenklich. der autorin gelingt es meisterhaft, eine tragische und gleichzeitig rührende geschichte zu erzählen. die charaktere - allen voran frieda, erika und peggy selbst - zeigen immer wieder bemerkenswerte stärke, die beim lesen für gänsehaut sorgt. die emotionalen höhepunkte, insbesondere die letzten seiten, haben mich zutiefst bewegt; ich habe beim lesen selten so sehr geweint wie hier. die sprache des buches ist ehrlich, nahbar und eindringlich, sodass man sich den gefühlen und schicksalen der figuren kaum entziehen kann. bis ans meer ist eine geschichte über familie, vergangenheitsbewältigung und die suche nach antworten auf zentrale fragen des lebens - intensiv, bewegend und unvergesslich. für mich ist dieses buch definitiv eines, das man im herzen trägt und immer wieder reflektiert. eine absolute leseempfehlung für alle, die sich auf eine emotionale, tiefgründige und unvergessliche geschichte einlassen möchten.
Die Enkelin ist mir während der Geschichte oft unsympathisch. Ich kann ihr handeln nir schwer nachvollziehen. Während Frieda mein Herz erobert hat. Eine Frau mit so viel Lebensfreude und -mut. Sie hält an ihrer Liebe zu ihrem Mann fest. Das ist was sie am Leben hält und am Ende dann auch abhält. Ein spannender Roman über den zweiten Weltkrieg und wie das Leben manchmal einem ein Schicksal nach dem anderen bringt.
Das Buch ist einfach so seicht, das ich es schwer ertragen kann. Die Geschichte soll einen Einblick in die Traumata über Generationen geben, aber dazu müsste es erst mal traumatisierend sein. Frieda, die älteste der 3 Protagonistinnen ist ein echtes Glückskind. Ihr Sohn Horst kehrt aus dem Kampf zurück, weiß aber wo seine Mutter sich befindet obwohl sie erst kurz vorher geflüchtet ist. Was für ein Zufall oder Glück. In Zeiten in denen Telefon nicht üblich war und selbst die Post eher langsam war. Aber gut, natürlich hatten sie etwas verabredet im Falle einer Flucht, aber das musste er ja erst mal ahnen, dass sie auch wirklich geflüchtet waren. Denn wirklich lang war diese Flucht ja noch nicht her. Auch ein Glück, dass sie nicht nach Dresden reist, obwohl sie so schnell Post bekommen hat, an die Adresse ihres Bruder und ihrer Schwägerin. Die Adresse hat sie vermutlich ganz vielen Menschen vorher noch gegeben, und die Post war auch plötzlich ganz schnell unterwegs. Natürlich war auch hier Zufall, dass Dresden dann am nächsten Tag zerbombt wurde. Und noch mehr Beispiele: Zitat Seite 137 "»Sie müssen da drüben in die Kommandatur«, erklärt die andere ohne jede Begrüßung, an der Hand ihren kleinen Jungen. Erika hatte früher manchmal auf ihn aufgepasst. »Dort müssen Sie sich anmelden, dann bekommen Sie Wohnraum zugewiesen. « Die Wangen der Markwitz sind grau und hohl. Aber man sieht ihr an, dass sie froh ist, einer ehemaligen Nachbarin helfen zu können. »Wenn Sie Glück haben und es nachweisen können, dürfen Sie vielleicht sogar wieder in Ihre eigene Wohnung zurück«, ruft sie im Weiterlaufen. »Beeilen Sie sich!« Das tut Frieda, und in der Kommandatur hat sie Glück. Mit dem Ausweis kann sie ihre Meldeadresse nachweisen, und so wird sie mit den Kindern tatsächlich wieder in ihrem Wohnhaus einquartiert, zumindest in einem Teil der früheren Räume - die Hälfte des Hauses ist mit russischen Offizieren belegt. Die bewohnen jetzt das komplette Obergeschoss mit vier Zimmern und Bad und auch noch zwei Räume im Erdgeschoss. Dort darf Frieda mit den Kindern die große Küche nutzen, ein Stück vom Wohnzimmer und die Toilette auf dem Flur nebenan." Mein Kommentar: Na sowas aber auch, hat Frieda ein Glück. Und überraschenderweise ist findet sie dann noch ein Kinderbett mit dem sie den Plan schmiedet es zu verkaufen, denn glücklicherweise lebt eine schwangere Frau in ihrem Haus, die das Kinderbett offensichtlich noch nicht gefunden hat. Was für ein Glück aber auch hier wieder. Und weiter, Zitat Seite 139: "Essen für die Kinder, das klingt großartig, und so stellt sich Frieda bereits zehn Minuten später im Lyzeum vor, um einen Broterwerb in der Großküche zu bekommen. Tatsächlich erhält sie die Stelle." Na so ein Glück, dass sie diese Stelle auf Anhieb bekommen hat. Auf Seite 141 findet sie dann Karls unzerstörte Schneekugel im zerstörten Haus des Orchesterleiters und damit habe ich dann aufgegeben. Das war mir dann einfach zu viel vom traumatisierenden Glück in einem Kapitel. Dazu kommen extrem häufige Zeiten- und Kapitelwechsel. Teilweise alle 2 Seiten. Ja, die sollen dem Leser einen Einblick geben in das Wesen von Frieda. Von Erika war bis zu diesem Zeitpunkt noch nicht viel Charakter zu erkennen. Sie ist halt irgendwie da aber irgendwie auch nicht. Vermutlich soll Frieda einfach unerschütterlich und positiv wirken. Ich vermute ihre Tochter Erika wird sich als der komplette Gegensatz entwickeln. Vom Glück der Mutter und den Kriegsgeschehnissen traumatisiert. Kaum hab ich mich aber in eine Zeit eingelesen muss ich schon wieder umdenken. Bevor es tiefgründig wird reist man durch die Zeit. Anstrengend. Und bestimmt erlebt Frieda auch später noch traumatisierende Erlebnisse. Ich gehe davon aus , die Tatsache das sie in ihrem Haus nicht mehr alleine lebt, wird bestimmt mit einer Vergewaltigung einhergehen, und wenn ich richtig vorgeblättert habe muss sie sich dann durch den Osten kämpfen, während Karl irgendwo im Westen sitzt. Schwierig fand ich, dass das "heute" in den Zeitsprüngen (die Geschichte der Enkeltochter, die ihrer Bindungsangst auf den Grund gehen möchte) nicht HEUTE sein kann. Die Oma (Frieda) muss ca. 1910 geboren sein, die Mutter (Erika) dann 1934. Die Enkelin ist während der Geschichte 34. Gehen wir von 2024 aus wäre die jüngste Generation 1990 geboren. Dann wäre ihre Mutter (Erika) aber ja schon 56 gewesen. Die Autorin selbst ist im Jahr 1970 geboren, dann wäre die Mutter 36 gewesen. Spät aber durchaus machbar. Aber dann würde das heute im Jahr 2004 spielen. Das ist aber nicht heute, das ist vor 20 Jahren. Erst dachte ich, da könnte noch eine Generation dazwischen sein, aber darauf habe ich in den ersten Seiten keine Hinweise gefunden, auch wird ja nur von den 3 Frauen gesprochen. Man hätte aus "Heute" durchaus auch eine Zeitangabe machen können. Ich möchte mir über solche Ungereimtheiten einfach beim Lesen keine Gedanken machen müssen. Inhaltlich wirkt alles insgesamt so vorhersehbar, diese Geschichten aus der Nachkriegszeit werden heute sehr gerne aufgegriffen. Es entwickelt sich immer mehr zum Mainstream Thema. Und ja man kann ein Thema literarisch immer wieder aufgreifen und ausschlachten aber dann muss die Qualität der Geschichte hoch sein um aus der Masse herauszustechen und das ist hier auf den ersten 141 Seiten nicht gegeben. Alles danach beurteile ich nicht. Vielleicht wird es besser, aber bis dahin ist mir die Zeit zu schade. Nachdem ich mich wirklich überreden musste weiter zu lesen hab ich es abgebrochen und freue mich für die Autorin das es andere Leser gibt die dieser seichten Dramatik etwas abgewinnen können.
„Kriege enden nicht dort, wo wir es wollen und denken, […] es wird drei bis vier Generationen oder länger dauern, bis die Wunden, die sie schlagen, heilen können.“ Ein sehr ergreifender Roman über Krieg und die damit einhergehende Flucht aus Schlesien, aber vorallem auch über Liebe, Hoffnung und Sehnsucht. Ich fand das Buch wirklich sehr toll und war direkt in der Geschichte drin.
Von dem Buch „Bis ans Meer“ würde ich mir wünschen, dass es mehr Menschen der heutigen Generation gelesen hätten. Das Buch macht Platz für den eigenen und den Schmerz der Generationen vorher. Es macht verständlich wo der eigene Schmerz und die Trauer herkommt und wo er ursprünglich entstanden ist. Vielleicht auch bei WEM der Schmerz ursprünglich entstanden ist. Das hat mir geholfen eine stärkere Verbindung und ein besseres Verständnis zu meinen Großeltern, beiden Elternteilen, aber auch Personen aufzubauen, die in unsere Heimat geflohen sind, weil ihre eigene wegen eines Krieges nicht mehr sicher ist. „Nein, Kriege enden nicht dort, wo wir es wollen und denken, und auch bei den heutigen wird es wieder mindestens drei bis vier Generationen oder länger dauern, bis die Wunden, die sich schlagen, heilen können.“ schreibt Peggy Patzschke in ihrem Nachwort. „Bis ans Meer“ beinhaltet zusätzlich ein „Rezept der Liebe“ von der Protagonistin Frieda an ihre Tochter Erika, dass es sich lohnt zu erfahren.