»Es sind harte Lebensrealitäten, die Cho Nam-Joo in ihren Romanen nachzeichnet. Im Zentrum ihrer Erzählungen stehen stets Frauen, eingezwängt in beengenden gesellschaftlichen Verhältnissen, in noch engeren Wohnungen und einschnürenden Rollenvorstellungen für Männer und Frauen.«
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Wo ich wohne, ist der Mond ganz nah
von Cho Nam-Joo, Jan Henrik Dirks
»Es sind harte Lebensrealitäten, die Cho Nam-Joo in ihren Romanen nachzeichnet. Im Zentrum ihrer Erzählungen stehen stets Frauen, eingezwängt in beengenden gesellschaftlichen Verhältnissen, in noch engeren Wohnungen und einschnürenden Rollenvorstellungen für Männer und Frauen.«
Aktuelle Rezensionen(4)
Klappentext: "Die koreanische Bestsellerautorin Cho Nam-Joo widmet sich in diesem Roman einem Frauenleben in Südkorea, das geprägt ist von Armut und der immensen Scham, mit Mitte 30 noch unverheiratet zu sein. Manis Familie lebt in einem der ärmsten Stadtteile Seouls. Ihr Vater arbeitet in einem Imbiss und ihre Mutter ist erwerbslos. Als kleines Mädchen träumte Mani davon, rhythmische Sportgymnastin zu werden, inspiriert durch Fernsehbilder der Olympischen Spiele 1988 in Seoul. Als Kind fängt sie mit dem Turnen an, muss aber schnell einsehen, dass sie im Vergleich zu anderen kein Talent hat. Sie wird ein einfaches, unerfülltes Leben führen, auch geprägt von der Demütigung, mit Mitte dreißig noch keine eigene Familie zu haben. Die Nachricht von der Stadtteilsanierung lässt die Immobilienpreise in die Höhe schießen, gleichzeitig erfährt Manis Familie zufällig, dass die Sanierung abgeblasen werden solle. Als ein Fremder ihr Haus kaufen will, ist die Familie uneins darüber, ob sie diesem gutmütigen Mann die Wahrheit sagen oder ihn täuschen solle. Ihr ganzes Leben lang haben sie sich an das Prinzip der Ehrlichkeit gehalten. Welche Entscheidung werden sie treffen, wenn sie vor dem größten Dilemma ihres Lebens stehen?" Ein langsames, dahinplätscherndes Buch, das aber keinesfalls langweilig oder langatmig ist. Mani hängt in ihrem Leben fest, ist mit 36 immer noch nicht verheiratet und hat jetzt auch noch die Kündigung bekommen. Zwischen den einzelnen Teilen springt sie immer wieder zurück in ihre Kindheit und Jugend, erzählt von Mobbing, von Einsamkeit und der ewigen Suche nach, ja, wonach eigentlich? Ich habe es sehr gerne gelesen und empfehle es jedem, der asiatische Literatur mag!
Was für ein Buch! Ich freu mich so meinen Leseeindruck mit euch zu teilen. Wir begleiten Mani, Mitte 30, unverheiratet und nun kürzlich auch arbeitslos, durch ihr gewöhnliches Leben in Korea. Mani war schon immer ein bisschen anders als alle anderen. Hatte immer schon ein wenig weniger Glück als alle anderen… und so liest es sich auch. Wir begleiten eine Protagonistin, die in vielen Teilen unzulänglich ist. Was fühlt Mani wirklich? Wie geht es ihr damit, dass Träume nicht immer in Erfüllung gehen? Wie lebt es sich als jemand, der irgendwie in nichts so richtig talentiert ist? Mir hat das ungemein gut gefallen. Mal eine Figur zu lesen, die irgendwie so ganz und gar „normal“ ist (was auch immer das wieder heißen mag…). Ich mochte den schroffen und sarkastischen Ton, den das Buch durchzieht. Einige Lacher sind dadurch definitiv garantiert. Und auch wenn Mani sich so ein bisschen vor der Welt versteckt hat und uns so gar nicht gern in sich reingucken lässt, hat man zum Schluss das Gefühl sie nun doch besser verstehen zu können. Mir hat das Buch gut gefallen!
Wo ich wohne, ist der Mond ganz nah ist ein recht kritisch geschriebener Roman - nichts anderes habe ich von Cho Nam-joo erwartet. Die Handlung dreht sich um Go Mani, eine Frau Mitte 30, die noch bei ihren Eltern wohnt. Vor allem geht es jedoch um ihr gemeinsames Leben in der Armut von Seoul. Bereits mit wenig Geld aufgewachsen, springt die Handlung oft von Manis Kindheit und früh gesammelten Erfahrungen zurück zur Gegenwart und der unsicheren Realität, in welcher sie erst ihren Job verloren hat. Ich empfand das Rahmenkonstrukt ganz ohne Glanz und Glamour als etwas erfrischendes zu lesen, auch wenn sich einige der Rückblenden doch in die Länge zogen und bei den unangenehmeren Teilen nicht mit Details gespart wurde. Vor allem gegen Ende des Romans hätte ich mir jedoch gewünscht mehr über Manis Gegenwart zu erfahren und wie sie ihr Leben weiter gestaltet. Insgesamt war die Handlung doch sehr auf die Vergangenheit fokussiert. Alles in allem ein guter Roman, der mich immer wieder zum innehalten und Nachdenken bewogen hat. Wer bereits andere Bücher der Autorin gelesen hat, wird dieses bestimmt ebenfalls mögen.
Eines meiner frühen Jahreshighlights und ich kann leider die schlechten Bewertungen nicht verstehen. Go Mani und ihre Familie leben in einer der ärmlichen Gegenden in Seoul und den Einblick in dieses Leben fand ich super spannend zu lesen. Ein Leben, in dem viele dicht an dicht wohnen und alles voneinander mitbekommen und urteilen, aber auch gleichzeitig jeder versucht sein eigenes Leben zu leben und seine Situation auf verschiedenste Art zu verbessern. Mani wird als sehr antriebslos beschrieben und das war für mich auf eine Art erfrischend. Diese Begeisterung, die sie als Kind für das Turnen hatte, aber dann auch nicht nachverfolgen konnte und der Kontrast zu ihrem Erwachsenenleben, in dem sie nur die Jahre an sich vorbeigehen lassen ohne einen konkreten Plan. Für mich muss eine Figur nicht sympathisch sein, damit ich von ihr lesen will, sondern es muss etwas geben, was ich noch nicht gelesen habe, oder mich irgendwie catcht. Auch die Beziehung zu ihren Eltern, vor allem zu ihrem Vater, ist nicht lieblos, aber es plätschert dahin und ist einfach da. So wie die Situation, in der die Familie lebt einfach da ist, ohne die große Perspektive, dass sich was ändert. Was mir an dem Buch wirklich gut gefallen hat, war die sozialkritische Beschreibung der Gesellschaft, der Sanierungsvorhaben, die ohne Rücksicht auf die betroffenen Menschen durchgeführt wurden und wie komplett entkoppelt diese Schicht an Menschen ist. Ich wäre gespannt zu lesen, wie sich diese Viertel bis heute hin entwickelt haben. Der Schreibstil von Cho Nam-joo sagt mir sehr zu und ich werde auch weitere Bücher von ihr noch lesen. Empfehlung für alle, die Geschichten aus unbekannteren Perspektiven mögen oder sich für Korea interessieren. Das dritte Buch der A