Unerhörte Stimmen
von Elif Shafak
In Istanbul wird eine Prostituierte ermordet. Als sie noch lebte, war Leila trotz einiger Rückschläge stets eine beschwingte Person, die ihren Freunden auch in schweren Zeiten immer zur Seite stand. Und ausgerechnet sie wird begraben auf dem Friedhof der Geächteten, einer schändlichen Stätte für die Einsamen und Unerwünschten der Stadt: Kriminelle, Selbstmordattentäter, aber auch Obdachlose, Opfer von Ehrenmorden, Flüchtlinge und eben Prostituierte. Doch Leila ist der Meinung, sie gehöre nicht an diesen trostlosen Ort, und so fängt sie an, aus ihrem Grab heraus ihre Geschichte zu erzählen eine Geschichte voller Energie, Lebensfreude, Humor und tiefer Freundschaften, die selbst Leilas Schicksal noch verändern können.
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Unerhörte Stimmen
von Elif Shafak
In Istanbul wird eine Prostituierte ermordet. Als sie noch lebte, war Leila trotz einiger Rückschläge stets eine beschwingte Person, die ihren Freunden auch in schweren Zeiten immer zur Seite stand. Und ausgerechnet sie wird begraben auf dem Friedhof der Geächteten, einer schändlichen Stätte für die Einsamen und Unerwünschten der Stadt: Kriminelle, Selbstmordattentäter, aber auch Obdachlose, Opfer von Ehrenmorden, Flüchtlinge und eben Prostituierte. Doch Leila ist der Meinung, sie gehöre nicht an diesen trostlosen Ort, und so fängt sie an, aus ihrem Grab heraus ihre Geschichte zu erzählen eine Geschichte voller Energie, Lebensfreude, Humor und tiefer Freundschaften, die selbst Leilas Schicksal noch verändern können.
Aktuelle Rezensionen(9)
Freundschaften die dicker sind als Wasser. Obwohl die Figuren Fiktiv sind, fühlt es sich echt an.
Mal wieder ein Meisterwerk von meiner liebsten Autorin.
Ein Buch über Diversität, Integration und Freundschaft. Laut Studien kann das Gehirn nach dem Tod noch bis zu 10 Min. und 38 Sek. aktiv sein. Elif Shafak stellt sich in diesem Roman u. a. die Frage, was in unserem Gehirn in diesem Zeitraum passiert. Sie veranschaulicht uns ein mögliches Szenario mit der Protagonistin Leila. Wir lernen die Prostituierte kurz nach ihrem Tod kennen. Denn so leblos und kalt ihr Körper ermordet in einer Mülltonne liegt, so wach ist ihr Geist. Sie erinnert sich an Gerüche und Geschmäcker und assoziiert diese mit bestimmten Situationen in ihrem Leben, an denen sie uns teilhaben lässt. Wir erfahren, in welchen Familienverhältnissen Leila in der Türkei aufwächst und wie wenig Stellenwert die Frau dort hat. Gleichzeitig fragen wir uns, wie es dazu kommen konnte, dass ihr Leben in Istanbul als Prostituierte in einer Mülltonne endet. Leila erzählt aber trotz ihres Schicksals auch von den guten Begegnungen ihres Lebens, mit Charakteren, denen es ähnlich geht. Die auch Randfiguren dieser Gesellschaft sind. Die zu Freunden werden. Und die nun um sie trauern. Man möchte meinen, dass eine Tote, die uns ihre Geschichte erzählt, leicht albern klingt, doch im Gegenteil: Leilas geistige Aktivität ist schlüssig, fundiert und Elif Shafak zieht uns mit feinfühligen Worten und großartigen Metaphern in diese Geschichte. Dabei nimmt sie sich Zeit, um Leilas Geschichte zu erzählen – statt Langeweile entsteht Mitgefühl und Nähe. Weiterhin begleiten wir neben Leila auch ihre 5 Freunde, die, als sie von Leilas Tod erfahren und, dass sie auf dem Friedhof der Geächteten begraben werden soll, einen mutigen Entschluss fassen. Elif Shafak möchte mit diesem Buch die "Wasserfamilien", wie sie sie so schön bezeichnet, zelebrieren, die wir im Laufe des Lebens kreieren. Die besonderen Verbindungen, die uns Hoffnung und Inspiration geben. Und das ist ihr in allen Belangen mehr als gelungen.
3,5/5 ⭐️
Ich liebe einfach wie Elif Shafak schreibt. Es ist jedes Mal ganz besonders in ihre Geschichten einzutreten. Ich habs sehr geliebt und gerne gelesen!