3.8

Onigiri

von Yuko Kuhn

Format:Hardcover
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Eine deutsch-japanische Familiengeschichte, wie man sie noch nicht gelesen hat. »Zum Heulen schön.« (Doris Dörrie) Als Aki erfährt, dass ihre Großmutter gestorben ist, bucht sie zwei Flüge. Ein letztes Mal will sie ihre Mutter zu ihrer Familie in Japan bringen, auch wenn sie weiß, wie riskant es ist, einen dementen Menschen aus der gewohnten Umgebung zu reißen. Und wirklich hat sie Keiko noch nie so verloren erlebt wie in der ersten Nacht im Hotel. Doch dann sitzen sie beim Essen im alten Elternhaus, und plötzlich spricht sie, die so still geworden ist, fröhlich und klar für sich selbst. Erst auf dieser Reise erkennt Aki in ihrer Mutter die mutige und lebenshungrige Frau, die sie einmal war, bevor sich in Deutschland diese große, für Aki so bedrohliche Müdigkeit über sie legte. Mit sanfter Klarheit lässt Yuko Kuhn die faszinierende Geschichte einer deutsch-japanischen Familie entstehen, die zwischen den Kulturen verloren geht und sich neu findet.

Gegenwarts- & Literarische Fiktion
208 SeitenHardcover
Erschienen an: July 22, 2025

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Aktuelle Rezensionen(8)

3.8(49 ratings)
JessiRezension von Jessi

Onigiri erzählt von Erinnerung, Identität und dem Gefühl, sich selbst zu verlieren – Themen, die eigentlich viel emotionales Potenzial haben. Während des Lesens hatte ich auch immer wieder das Gefühl, dass etwas mitschwingt. Trotzdem hat mir am Ende ein wenig der Tiefgang gefehlt. Die Geschichte bleibt eher leise und zurückhaltend, was einerseits zur Stimmung passt, andererseits aber dazu führt, dass sie mich nicht ganz erreicht hat. Es ist ein solides Buch, aber keines, das mir lange im Gedächtnis bleiben wird oder das ich sofort weiterempfehlen würde. Vielleicht war es auch einfach nicht der richtige Moment für mich.

SebastianRezension von Sebastian

EliseRezension von Elise

Ein liebevoller Roman über eine Mutter-Tochter Beziehung voller Aufs und Abs, zwischen Deutschland und Japan, Heute und Damals. Akis Mutter Keiko ist dement und gemeinsam reisen sie ein letztes Mal nach Japan, wo sie einander wieder näher kommen und sich gemeinsam auf die Suche nach Erinnerungen begeben. Eine ergreifende Geschichte über alternde Eltern, das Aufwachsen in zwei Kulturen und Einsamkeit.

Tom BlabalRezension von Tom Blabal

*Eine sanfte Liebeserklärung an ihre Mutter* In Onigiri reist Aki zusammen mit ihrer dementen Mutter Keiko noch ein letztes mal in ihre Heimat nach Japan, in der Hoffnung die Erinnerungen ihrer Mutter noch einmal neu zu entfachen. Ganz unaufgeregt und sanft begleitet man die beiden dabei, sowohl auf ihren Spuren in Japan als auch in ihre beider Vergangenheit in Deutschland. In die Jugend Keikos, als sie sich als junge Frau ganz allein nach Deutschland aufmachte und einen deutschen Mann heiratete dessen vermögende Eltern sie nie richtig akzeptierten. Die vielen Erinnerungsschnipsel und Erlebnisse ergeben nach und nach ein bewegendes Gesamtbild, durch das man sich sowohl Aki als auch Keiko sehr nah fühlt und fast zu einem stummen Teil der Familie wird. Onigiri ist ein sanftes Buch fürs Herz und für ruhige Abende. Es beginnt zwar recht langsam und unscheinbar aber irgendwann will man die Familie bis zum Ende begleiten. Unaufgeregte 4 Sterne von mir.

Nikas.LesewahnsinnRezension von Nikas.Lesewahnsinn

Die Grundidee des Romans klang für mich sehr vielversprechend. Eine Reise nach Japan, die Vergangenheit einer Familie und der Umgang mit Demenz. Auch der Klappentext weckt die Erwartung einer tiefgründigen, emotionalen Geschichte zwischen Mutter und Tochter. Leider konnte mich die Umsetzung nicht überzeugen und das Buch konnte meine Erwartungen kaum erfüllen. Die Figuren bleiben für mich erstaunlich blass und eindimensional. Die Gedanken und Gefühle, sowie die Handlungen werden eher angedeutet und wirkten für mich sehr unglaubwürdig. Gerade bei so sensiblen und komplexen Themen hätte ich mir persönlich mehr Tiefe, mehr leise Zwischentöne und weniger oberflächliche Beschreibungen gewünscht. Der Erzählstil ist zwar leicht lesbar, wirkt aber oft zu schlicht und manchmal fast banal. Viele Szenen hatten das Potenzial für intensive Emotionen gehabt, diese rauschen aber einfach vorbei, ohne dass sie nachwirken. Stattdessen ziehen sich einige Passagen unnötig in die Länge, während wichtige Momente kaum Raum bekommen. Insgesamt ist Onigiri für mich eine nette, aber leider recht oberflächliche Lektüre geblieben, die ihre starken Themen nicht ausschöpft. Wer sich eine tiefgehende Auseinandersetzung mit Erinnerung, Familie und kultureller Identität erhofft, könnte hier enttäuscht werden. Für mich wurde hier leider eine große Chance vertan.

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