Alles hinter sich lassen. Mit dem Auto Richtung Süden. Caroline Wahls neuer Roman erzählt von einem Drang nach Freiheit, der keine Grenzen kennt. Der Selbstfindungstrip nach Bali? Samara hat niemanden gefunden. Die hippe Agentur in Berlin-Mitte? So öde wie irgendein anderer Job. Samara weiß, was sie alles nicht mehr will. Aber was sie will, das weiß Samara nicht, und sie weiß noch nicht einmal, ob das schlecht ist. Jetzt hat sie knallorange gefärbte Haare, einen schönen alten Wagen und an jedem Ort, an dem sie ankommt, einen neuen Namen. Und aufwärts soll es gehen, also richtig nach oben, nach St. Moritz in den Schweizer Hochalpen. Da kommt ein schöner Mann her, den Samara mal kennengelernt hat. Überhaupt gibt es viele schöne und reiche Menschen in St. Moritz, sehr reiche Menschen – mittendrin Samara, die jetzt nicht mehr Samara heißt. Und keine Hochstaplerin ist, sondern erfolgreiche Künstlerin. Aber je besser es läuft für die Frau mit den vielen Identitäten, desto deutlicher merkt Samara, dass ihr noch mehr fehlt als schrankenlose Freiheit...
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1999 Meter über dem Meer
Alles hinter sich lassen. Mit dem Auto Richtung Süden. Caroline Wahls neuer Roman erzählt von einem Drang nach Freiheit, der keine Grenzen kennt. Der Selbstfindungstrip nach Bali? Samara hat niemanden gefunden. Die hippe Agentur in Berlin-Mitte? So öde wie irgendein anderer Job. Samara weiß, was sie alles nicht mehr will. Aber was sie will, das weiß Samara nicht, und sie weiß noch nicht einmal, ob das schlecht ist. Jetzt hat sie knallorange gefärbte Haare, einen schönen alten Wagen und an jedem Ort, an dem sie ankommt, einen neuen Namen. Und aufwärts soll es gehen, also richtig nach oben, nach St. Moritz in den Schweizer Hochalpen. Da kommt ein schöner Mann her, den Samara mal kennengelernt hat. Überhaupt gibt es viele schöne und reiche Menschen in St. Moritz, sehr reiche Menschen – mittendrin Samara, die jetzt nicht mehr Samara heißt. Und keine Hochstaplerin ist, sondern erfolgreiche Künstlerin. Aber je besser es läuft für die Frau mit den vielen Identitäten, desto deutlicher merkt Samara, dass ihr noch mehr fehlt als schrankenlose Freiheit...
Popular Reviews(60)
Eine Hochstaplerin in dem Dorf der Schönen und Reichen. Und eine Love-Story. Das erste Drittel etwas schleppend..
Ich mag die Art, wie Caroline Wahl schreibt, und ihre bisherigen Bücher haben mich alle überzeugt. „1999 Meter über dem Meer“ ist für mich aber ihr bisher bester Roman. Ihre Frauenfiguren sind immer stark, sowohl in ihrer Haltung als auch in ihrer Sprache, und auch hier stimmen Tempo und Storytelling einfach. Die Geschichte hat mich total abgeholt. Für mich steht sie für etwas, das viele von uns heute beschäftigt: dieses Getriebensein zwischen der Frage, wer man eigentlich ist, und dem, was die Gesellschaft von einem erwartet. Die Protagonistin beschreibt Caroline Wahl unglaublich detailreich. Beim Lesen hatte ich ein ganz klares Bild von ihr vor Augen. Die anderen Figuren bleiben dagegen bewusst skizzenhaft. Man bekommt nur eine grobe Vorstellung davon, auf wen die Protagonistin trifft, obwohl diese Menschen für die Geschichte sehr wichtig sind. Einen halben Stern ziehe ich ab, weil mir die Sprache an manchen Stellen zu platt war. Das gehört zwar zu ihrem Stil, sie schreibt klar und manchmal roh. Mich hat es hier trotzdem gestört. Und das Ende hat mich zwar beim Lesen überrascht, im Nachhinein kam es mir aber doch zu erwartbar vor.
1999 Meter über dem Meer und ich, das war leider so gar nicht mein Fall und vermutlich vorerst mein letzter Versuch mit Caroline Wahl. Samara weiß nicht was sie will. Bali gibt ihr nichts. Der neue Job in einer Agentur ist ihr zu anspruchslos. Sie will einfach nur weg. Raus aus allem und frei sein. Also steigt sie in ihren Mercedes und fährt los. Nach St. Moritz um die Berge zu sehen und dort vielleicht herauszufinden, was sie will und wer sie ist. Eigentlich eine tolle Ausgangslage: eine junge Frau auf der Suche. Doch leider wurde mir durch Samara selbst das Buch echt vermiest. Ja, es kann sehr spannend sein, wenn die Protagonistin unsympathisch und selbstbezogen ist. Ja, es kann interessant sein, wenn die Protagonistin lügt, betrügt und sich immer und immer wieder neu erfindet. Leider blieb mir hier aber einfach die Selbstreflexion auf der Strecke. Wenn sie nicht von Samara kommt, dann hätte ich sie mir durch die Erzählung gewünscht. Samara beobachtet ihr Umfeld genau. Sie kann Personen recht gut lesen, erkennt, was diese hören wollen und ist selbst unglaublich anpassungsfähig. Dabei bewertet sie die meisten Menschen jedoch sehr oberflächlich und unnötig streng. Sie hinterfragt nicht, sondern bezieht alles auf sich. Gleichzeitig wirkt sie unglaublich undankbar, egoistisch und hat wirklich ein sehr dünnes Nervenkostüm. Überhaupt hat sie auch wenig Durchhaltevermögen. Wenn es ernst wird und sie Angst hat aufzufliegen, dann flüchtet sie. Irgendwann war es einfach nur noch anstrengend ihr zu folgen. Diese Art durchs Leben zu gehen, sich einfach treiben zu lassen, zu lügen, sich vermeintlich frei zu fühlen und dabei nur an sich selbst zu denken.. das wurde mir viel zu sehr ins Positive verklärt. Alles fügt sich immer irgendwie, es gibt keine Konsequenzen aber auch keine Reflektion. Vielleicht habe ich auch einfach nicht verstanden, was Caroline Wahl mir mit diesem Buch sagen wollte. Es hat mich leider mehr aufgeregt als von sich eingenommen.
Irgendwie drüber, aber irgendwie auch sehr unterhaltsam Ich bin ehrlich: meine Erwartungen waren nicht besonders hoch, nachdem Caroline Wahls letztes Buch mich gar nicht überzeugt hat. Umso überraschter war ich, dass mich „1999 Meter über dem Meer“ doch gut unterhalten hat. Natürlich ist die Geschichte an sich völlig überspitzt und die Protagonistin Samara, die uns bereits als Idas Freundin aus Wahls ersten Büchern bekannt ist, völlig drüber, eine notorische Lügnerin und Hochstaplerin. Mit dieser Figur soll polarisiert werden - sie liebt Autos (wohlgemerkt Verbrenner!), hat eine Obsession für Müller-Milch trotz des Wissens um Sympathien des Konzerns für die AfD (wenn man das noch nicht wusste, weiß man es nach diesem Buch und der gefühlt zehnmaligen Erwähnung sicher), zelebriert ihren Fleischkonsum u.v.m. Diese Figur wollte und sollte nicht gefallen, was sie aber durchaus interessant gemacht hat - trotz des Wissens um die Trennung von Autorin und Werk habe ich mich mehrfach gefragt, wie viel Caroline Wahl in ihrer Protagonistin steckt, denn mit Blick auf die Auto-Thematik ist die Antwort ja bereits bekannt… Gefallen haben mir neben den sarkastischen Passagen auch die Referenzen auf andere (zum Teil Wahls) Werke, aktuelle Persönlichkeiten (aus dem Internet) etc., da diese oft sehr geschickt integriert und mit einigen nachvollziehbaren, z.T. bissigen Kommentaren versehen waren. Nicht so gut gefallen hat mir allerdings, dass die Handlung teilweise zu überspitzt war und die ganzen Verstrickungen so immer unglaubwürdiger wurden. Vielleicht wäre die Etappe im Allgäu nicht zwingen notwendig gewesen, um zum Ziel der Erzählung zu kommen. Insgesamt also ein Buch, das nicht gänzlich überzeugen kann, das ich zwischendurch zur Unterhaltung ohne allzu großen Anspruch auf Tiefgang aber gern gelesen habe.
•1999 METER ÜBER DEM MEER • [Werbung / Selbstgekauft] „Ich will ausbrechen aus allem, will kein Zuhause, keine Festanstellung, keine Leute, einfach nur unterwegs sein mit meinem Auto, und gleichzeitig liebe ich Strukturen, finde es wahnsinnig schön, Rituale an einem Ort zu haben, die sich wiederholen.“ Vieles aus dem Roman „19990 Meter über dem Meer“ von Caro Wahl spricht mir einfach aus dem Herzen. Wir begleiten die Protagonistin Samara dabei, herauszufinden, wer sie ist und was sie möchte. Zumindest eines weiß sie: Eine Selbstfindungsreise auf Bali ist nichts für sie und der langweilige Job als Influencer-Managerin in einer Berliner Agentur ist auf Dauer auch nicht das Wahre. Was macht man, wenn Plan A und Plan B nicht aufgehen? Einen Roadtrip, um aus dem Alltag auszubrechen. Das Ganze macht es noch leichter, wenn man nicht man selbst ist, Ängste zurücklässt, sich die Haare knallrot färbt und sich immer als jemand anderes ausgibt. Erst geht’s als Medizinstudentin Lena ins Allgäu, dann als Künstlerin Resa nach St. Moritz in die Schweizer Hochalpen. Hier findet sie Zuflucht in der Wohnung eines Mannes, den sie in Berlin kennengelernt hat. An ihrem Ziel angekommen, schleicht sie sich in die Welt der Reichen und Schönen rein. Und dann taucht der Mann aus Berlin auf und Samara merkt, dass sie mehr braucht als die vermeintlich grenzenlose Freiheit. Ich habe mich sehr über den neuen Roman von Caro Wahl gefreut. Besonders, als ich gelesen habe, dass Samara, die bereits in Wahls Roman „Windstärke 17“ vorkam, die Protagonistin ist. Der Roman nimmt sehr gut das ganze Influencer-Dasein und die Media-Agentur-Bubble auf die Schippe, hinterfragt, wie politisch Schokomilch sein kann (ja, Müllermilch, die die AfD finanziert, sollte man echt nicht mehr trinken. Hab jedes Mal ’nen Schauer bekommen, wenn ich den Namen gelesen habe) und beobachtet kritisch und humorvoll die High Society in St. Moritz. Samaras Zerrissenheit, Unruhe und ihre (Zukunfts-)ängste konnte ich gut nachvollziehen. Allerdings fehlte mir mehr Tiefe, wie die Protagonistin damit umgeht. Mir hat bei dem Roman allgemein die Emotionalität gefehlt, die ich aus den ersten beiden Romanen durch Tilda oder Ida kannte und sehr geschätzt habe. Und vielleicht ist genau das auch der Punkt: Ich habe meine Erwartungen sehr an den ersten beiden Büchern ausgerichtet, und man tendiert dann auch sehr zwischen einem „Hab’s geliebt“ oder „Hab’s gehasst“. Manchmal gibt es auch ein Dazwischen. Trotzdem habe ich mich gut unterhalten gefühlt, und manchmal braucht man auch ein Buch, das nicht voller Tragik und Drama steckt. Und genau so eins hat mir auch mal gutgetan. Denn, wie Samara im Roman selbst sagt: Wenn man schon Autorin ist, dann hat man doch auch die Wahl, mal Dinge besser ausgehen zu lassen.