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Ich fahr Pakete aus in Peking

By Hu Anyan, Monika Li

Format:Hardcover
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In den zwanzig Jahren nach seinem Highschool-Abschluss hatte Hu Anyan neunzehn verschiedene Jobs. Er arbeitete unter anderem als Verkäufer im 24h-Markt, als Fahrradmechaniker, Pakete-Kurier, Sicherheitsmann, im Logistikzentrum, der Tankstelle, der Kantinenküche. Er zog von einer chinesischen Großstadt zur nächsten, jedes Mal weiter, wenn die Arbeit unerträglich und der Boss zu bossy wurde, und richtete sich wieder in einem winzigen Zimmer ein, mit nicht mehr als seinen zerlesenen Ausgaben von Tschechow und Carver. Von der Psychologie der Hackordnung in einer gigantischen Sortierhalle für Pakete über die kafkaeske Bürokratie der Personalabteilungen bis hin zur idealen Gestaltung einer Lieferroute – mit aufrichtiger Neugier und trockenem Humor erzählt Hu Anyan unerhörte Geschichten der Menschlichkeit vor dem Hintergrund größter Schinderei. Ich fahr Pakete aus in Peking ist ein intimer Bericht über ein Leben als Niedriglohnarbeiter in den anonymen Megastädten des heutigen China. Und gibt zum ersten Mal den Blick frei auf die Massen, die von den gesellschaftlichen Realitäten, von der Art des Wirtschaftens, von der Staatsgewalt, an den Rand, in die Armut, ins Vergessen gedrängt werden.

Biography & Memoir
320 pagesHardcover
First published October 13, 2025

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Popular Reviews(1)

3.2(5 ratings)
LeilaReviewed by Leila

Nach meiner Chinareise im Frühjahr, habe ich mich sehr gefreut, ein solches Buch in meiner lokalen Buchhandlung zu entdecken: der Einblick in das Alltagsleben der Bevölkerung war bei unserer Reise sehr begrenzt und so war ich sehr gespannt und hoffnungsvoll hier mehr über das Leben von Arbeiter:innen in den chinesischen Städten zu erfahren. Den Umschlagtext empfinde ich nach der Lektüre als fehlleitend und reißerisch. Hu Anyan schreibt über 19 verschiedene Jobs, die er über die Jahre gemacht hat. Dass die "Staatsgewalt" Menschen "in die Armut" und "ins Vergessen" drängt, davon ist hier nicht die Sprache. Hu Anyan erzählt über seine persönlichen Erfahrungen und reflektiert diese. Auf eine systemische Ebene bezieht er sie aber nicht, bedauert seine individuellen Gegebenheiten, aber es gibt keine Kritik am Staat oder seinen Institutionen. Das Buch wird zunehmend besser, die Reihenfolge, in der der Autor seine Erfahrungen sortiert, finde ich unnötig - warum nicht chronologisch erzählen? Seine philosophischen Überlegungen zum Thema Arbeit, Freiheit, Kollektiv usw. tauchen anfangs gar nicht auf, auch über sein Aufwachsen und seine Familie erfährt man zu Beginn sehr wenig - kommt dann aber später und hat mir sehr gut gefallen. Alles in allem war es ein spannender Einblick in die chinesische Arbeits- und in die Gedankenwelt von Hu Anyan. Der Schreibstil hat mir nicht so sehr zugesagt und habe ich teilweise als verwirrend bzw. störend empfunden. Wer sich für China interessiert, speziell auch für das Leben der arbeitenden Unterschicht, dem kann ich dieses Buch durchaus empfehlen. Wer hier aber ein stilistisch literarisches Highlight erwartet, der sollte sich nicht zu viel von diesem Buch versprechen.

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