Eine erste Liebe zwischen Festhalten und Vernichten, Aussterben und WeiterlebenEs brennt. In den Wäldern und auf den Screens. Die 15-jährige Era lebt mit ihrer Mutter am Waldrand und versucht dem schleichenden Prozess der Zerstörung etwas entgegenzusetzen, indem sie das Aussterben der Vögel dokumentiert. In einem Stream beobachtet sie ihre Mitschülerin Maja und deren Schwester Merle, die auf der benachbarten Lichtung Festplatten in die Luft jagen. Maja ist die Tochter zweier Momfluencerinnen, die versucht, die Erinnerungen an eine öffentliche Kindheit auszulöschen. Während Era Notizbücher führt, Zeichnungen anfertigt und all das Wissen, auf das sie Zugriff hat, zu ordnen versucht, bildet Maja eine zerstörerische Gegenkraft. Dennoch sind Era und Maja verbunden in ihrer Suche nach Intimität und analogen Reizen. Während die Turteltaube ausstirbt, verlieben die beiden sich ineinander. Aber nicht nur die Vögel sind bedroht: Als ein großflächiger Brand den Wald zerstört, verlieren auch die Mädchen einen bedeutenden Teil ihres Lebensraums.Souverän und klug überzeugt Sironic mit einer neuen literarischen Stimme.»Eine wilde, witzige, weise Expedition in unsere Zukunft.« Julia von Lucadou, Autorin von »Die Hochhausspringerin«
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Am Samstag gehen die Mädchen in den Wald und jagen Sachen in die Luft
Eine erste Liebe zwischen Festhalten und Vernichten, Aussterben und WeiterlebenEs brennt. In den Wäldern und auf den Screens. Die 15-jährige Era lebt mit ihrer Mutter am Waldrand und versucht dem schleichenden Prozess der Zerstörung etwas entgegenzusetzen, indem sie das Aussterben der Vögel dokumentiert. In einem Stream beobachtet sie ihre Mitschülerin Maja und deren Schwester Merle, die auf der benachbarten Lichtung Festplatten in die Luft jagen. Maja ist die Tochter zweier Momfluencerinnen, die versucht, die Erinnerungen an eine öffentliche Kindheit auszulöschen. Während Era Notizbücher führt, Zeichnungen anfertigt und all das Wissen, auf das sie Zugriff hat, zu ordnen versucht, bildet Maja eine zerstörerische Gegenkraft. Dennoch sind Era und Maja verbunden in ihrer Suche nach Intimität und analogen Reizen. Während die Turteltaube ausstirbt, verlieben die beiden sich ineinander. Aber nicht nur die Vögel sind bedroht: Als ein großflächiger Brand den Wald zerstört, verlieren auch die Mädchen einen bedeutenden Teil ihres Lebensraums.Souverän und klug überzeugt Sironic mit einer neuen literarischen Stimme.»Eine wilde, witzige, weise Expedition in unsere Zukunft.« Julia von Lucadou, Autorin von »Die Hochhausspringerin«
Popular Reviews(34)
Interesting approach, characters that are curious to explore but a form that allows not very much depth. I’d hope that the author or anybody else pursues a more substantial project that could be a drama or a great novel. But it seems the book here was a fresh start but it wasn’t enough to write a whole piece with characters that last longer than necessary for the development of the plot. I liked a lot of its tone setting and the whole subject of momfluencers and their responsibility for social disruption out of a slightly futuristic perspective. But in the end there’s always missing something: I don’t feel the “end of the world” vibe, I can’t really connect to either Maja or Era and parts of the story just happen that I can’t follow, emotionally. Look forward to a second book of her hoping things will develop.
Ein richtig gutes Buch über die Zukunft nach Kinderinfluencern, Klimawandel und Aussterben der Vögel. Ganz anders geschrieben, als alle Bücher, die ich sonst kenne, eine satirische Darstellung unserer Konsequenzen, lesbische Liebe inmitten vom Weltuntergang. Große Leseempfehlung!!
Ein Buch, das mich tief berührt, aber auch ein wenig verängstigt hat. Wir befinden uns einige Jahrzehnte weiter und der Klimawandel macht das Leben auf der Erde immer unmöglicher. Vor dieser Kulisse folgen wir Era auf ihrem Weg zum Erwachsenwerden. Ihre erste Liebe: Maja. Ein Influencer-Kind Widerwillen mit einer kleinen Schwester und Zugang zu Sprengstoff... Mir ist erst etwa ab der Hälfte des Buches aufgefallen, dass keine einzige Figur, die eine tragende Rolle spielt, männlich ist. Außerdem wird konsequent mit *in(nen) gegendert und ich liebs!
Die storyline an sich ist sehr interessant, enthält wichtige Themen wie queere Liebesbeziehungen, was Influencermoms ihren Kindern eigentlich antun und die Auswirkungen der Klimakrise. Die Geschichte ist aus der Ich-Perspektive geschrieben, aber man baut trotzdem kaum eine Verbindung zur Protagonistin auf. Es fehlt Tiefe, es fehlen Details, Gedanken - alles sehr kurz und oberflächlich beschrieben. Dafür könnte das Buch ruhig ein bisschen länger sein. Das letzte Drittel hat eine deutliche Steigerung - es wird dann nochmal echt spannend. Bei dem Ende fühlt man dann tatsächlich mit.
Zu Beginn hatte ich Schwierigkeiten, in die Geschichte und ihre Thematik hineinzufinden. Tatsächlich spielte ich sogar mit dem Gedanken, das Buch abzubrechen. Gleichzeitig bemerkte ich schon auf den ersten Seiten, dass es in mir ein schweres Gefühl auslöste – eine tiefe Hoffnungslosigkeit, die sich im Verlauf der Handlung immer weiter verstärkte. Und genau darin liegt für mich die größte Stärke des Romans. Er zeichnet eine Zukunft, in der die Klimakrise nicht mehr abstrakte Bedrohung, sondern gelebte Realität ist. Nicht nur die Vögel sterben, sondern nach und nach auch die Perspektiven der Menschen. Kinder überleben nicht lange, gesellschaftlicher Fortschritt scheint zum Erliegen gekommen zu sein, und die Zukunft ist zu etwas geworden, das man eher fürchtet als erwartet. Besonders eindrücklich fand ich die Wut der Kinder und Jugendlichen. Für mich entsteht sie aus dem Gefühl, dass andere über ihr Leben entschieden haben. Erwachsene haben über Jahrzehnte hinweg die Zukunft gestaltet – oder verspielt –, während diejenigen, die die Folgen tragen müssen, nie eine Stimme hatten. Maja und Merle stehen genau für diese Generation. Ihr Bedürfnis, Dinge in die Luft zu jagen, wirkt deshalb nicht nur wie ein Ventil für Frust. Es ist auch ein verzweifelter Versuch, in einer Welt voller Kontrollverlust wenigstens über irgendetwas bestimmen zu können. Denn hinter dieser Wut steckt die Erkenntnis, dass vieles vielleicht nie möglich sein wird: ein langes Leben, stabile Beziehungen, eine Familie, wissenschaftlicher Fortschritt oder die Hoffnung auf eine bessere Zukunft. Statt Entwicklung gibt es Stillstand. Und gerade dieser Gedanke hat mich während des Lesens besonders beschäftigt, weil er so beklemmend wirkt. Die sterbenden Vögel erscheinen dabei fast wie ein Spiegelbild der Menschen. Beide existieren zwar noch, doch vieles wirkt bereits ausgelöscht. Die Menschen klammern sich an Erinnerungen an eine frühere Welt, versuchen sich einzureden, dass diese Vergangenheit noch Bedeutung hat, bis sie irgendwann erkennen, dass sich nichts mehr zurückholen lässt. Verstärkt wurde dieses Gefühl durch den Schreibstil, der bei mir immer wieder eine gewisse Panik ausgelöst hat. Vielleicht auch deshalb, weil die beschriebene Dystopie für mich nicht wie ferne Science-Fiction wirkt, sondern wie eine mögliche, erschreckend nahe Zukunft. Mit dem Ende hatte ich allerdings Probleme. Es kam für mich sehr plötzlich und wirkte überraschend nüchtern. Nach all der aufgebauten Schwere und Emotionalität hätte ich mir einen stärkeren Abschluss gewünscht. Zudem blieb mir vor allem Maja als Figur eher fern, sodass ich zu ihr keine wirkliche Bindung aufbauen konnte.