Von oben betrachtet sieht die Welt gleich ganz anders ausSechs Astronauten schweben in einer Raumstation durchs All. Den Planeten Erde umkreisen sie einmal in 90 Minuten, sechzehnmal in 24 Stunden. Die zwei Frauen und vier Männer aus ganz unterschiedlichen Nationen arbeiten, essen und schlafen auf engstem Raum – und doch ist alles losgelöst vom Alltag, Schwerkraft und Zeitempfinden sind außer Kraft gesetzt. Was passiert, wenn man seine Heimat nur aus weiter Ferne durch ein kleines Fenster sieht? Wie verändern sich Denken und Fühlen? In dem Zeitraum von nur einem Tag, während die Sonne sechzehnmal auf- und untergeht, betrachtet dieser ungewöhnliche, kraftvoll poetische Roman die großen und kleinen Fragen der Menschheit und bringt uns der Schönheit des Universums ganz nahe. 
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Umlaufbahnen
von Samantha Harvey, Julia Wolf
Von oben betrachtet sieht die Welt gleich ganz anders ausSechs Astronauten schweben in einer Raumstation durchs All. Den Planeten Erde umkreisen sie einmal in 90 Minuten, sechzehnmal in 24 Stunden. Die zwei Frauen und vier Männer aus ganz unterschiedlichen Nationen arbeiten, essen und schlafen auf engstem Raum – und doch ist alles losgelöst vom Alltag, Schwerkraft und Zeitempfinden sind außer Kraft gesetzt. Was passiert, wenn man seine Heimat nur aus weiter Ferne durch ein kleines Fenster sieht? Wie verändern sich Denken und Fühlen? In dem Zeitraum von nur einem Tag, während die Sonne sechzehnmal auf- und untergeht, betrachtet dieser ungewöhnliche, kraftvoll poetische Roman die großen und kleinen Fragen der Menschheit und bringt uns der Schönheit des Universums ganz nahe. 
Aktuelle Rezensionen(25)
**Umlaufbahnen – Samantha Harvey** ★★★★★ Ein Buch, das man nicht liest, sondern in das man hineinschwebt. Die Sprache und der Rhythmus versetzen einen selbst in eine Art Schwerelosigkeit – kein Text über das Schweben, sondern einer, der schwebt. Sechs Menschen, ein Tag, sechzehn Erdumrundungen – und mittendrin große Fragen, ganz leicht gestellt: Wer betrachtet hier eigentlich wen? Steht der Beobachter wirklich außerhalb, oder sieht er die Welt nur durch eine Scheibe? Besonders im Kopf geblieben ist mir die Gemälde-Passage dazu. Was mich am meisten beeindruckt hat: Die Autorin erhebt nie den Zeigefinger. Auch da, wo die Erde von oben vor allem ihre Wunden zeigt, bleibt das Buch beobachtend statt anklagend. Kein pädagogischer Unterton, nirgends. Im Mittelpunkt steht für mich weniger die einzelne Figur als das Leben im Raumschiff selbst – aber berührt hat mich trotzdem, wie viel Erdenschwere jede und jeder mitbringt. Und dazwischen: herrlich banale Szenen (Stichwort Toiletten-Diplomatie zwischen den Nationen), die zeigen, dass Menschen auch im All Menschen bleiben. Poetisch, ruhig, bestimmt lange nachwirkend. Für mich ganz klar 5/5 Sternen und viele Haftnotizen zum Wiederfinden der wunderbaren Sätze und Analogien.
Ein sehr langweiliges Buch, das mich regelmäßig müde gemacht hat, sodass ich nur schleppend vorangekommen bin. Wären die Figuren unsympathisch gewesen, hätte ich vermutlich das Buch abgebrochen. Ich verstehe nicht, was das Buch sein will. Mal ist es poetisch und philosophisch, dann bekommt man Lebenseindrücke von Astronaut:innen, die wirres Zeug träumen. Klar, das geht auch beides, aber dann muss es auch gut geschrieben sein. Hier funktioniert es für mich nicht.
Ich habe schon lange kein Buch mehr gelesen, das mich so wenig gepackt hat. Zwar sind die Beschreibungen sprachlich schön und teilweise sehr bildhaft, aber für mich hat sich daraus kaum ein echter Sog entwickelt. Vor allem hat mir eine klare Handlung gefehlt. Immer wieder wurden zwar einzelne Bilder und Eindrücke beschrieben, dann aber recht schnell wieder zu den Charakteren gewechselt, ohne dass diese für mich genügend Tiefe bekommen hätten. Dadurch fiel es mir schwer, eine Verbindung zu ihnen aufzubauen. Auch die Beschreibungen der Erde und der Umgebung waren zwar poetisch, aber für mich oft schwer vorstellbar. Statt mich in die Geschichte hineinzuziehen, haben sie eher Distanz geschaffen. Dazu kam, dass mir die Spannung komplett gefehlt hat. Obwohl das Buch nur 220 Seiten hat, hat es sich für mich deutlich länger angefühlt. Insgesamt war es deshalb leider kein Buch, das mich wirklich abholen konnte.
Eines der besten Bücher in diesem Jahr.
Schwereloses Erzählen, getragen von schönen Sätzen, Gedankenexperimenten und kleinen Anekdoten, die bescheiden machen. Das Buch verhandelt Menschheit, Kultur und Natur ebenso wie Zeit und Raum, Leben und Tod, Erde und Universum, ohne daraus eindeutige Antworten ableiten zu wollen. Statt Gewissheiten entstehen Relationen und Perspektiven, die sich widersprechen dürfen und gerade dadurch miteinander ins Gespräch kommen. Das Denken bleibt offen und tastend, weniger an Lösungen interessiert als an der Fähigkeit, Widersprüche auszuhalten.