Noch heute, vier Jahre nach ihrem Tod, liest sich der Debütroman der Nobelpreisträgerin bestürzend in seiner Radikalität und innovativ in seiner komplexen Erzählstruktur. Das Thema der Opfermentalität wird mehrstimmig und in unterschiedlichen Textsorten variiert. Ein anspruchsvolles literarisches Werk, und längst kanonisch.
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Sehr blaue Augen
von Toni Morrison, Tanja Handels, Alice Hasters
Noch heute, vier Jahre nach ihrem Tod, liest sich der Debütroman der Nobelpreisträgerin bestürzend in seiner Radikalität und innovativ in seiner komplexen Erzählstruktur. Das Thema der Opfermentalität wird mehrstimmig und in unterschiedlichen Textsorten variiert. Ein anspruchsvolles literarisches Werk, und längst kanonisch.
Aktuelle Rezensionen(5)
Triggerwarnung: explizite sexualisierte Gewalt an Kindern, physische Gewalt an Kindern, häusliche Gewalt, Tod, diskriminierende Sprache Hätte ich diese Triggerwarnungen gekannt, hätte ich das Buch nicht gelesen… Thematisch ist es ein gutes Buch. Es war interessant und schmerzlich, das Leben aus der Perspektive von people of colour zu lesen. Den Schreibstil fand ich ganz wunderbar. Aber an einigen Stellen war es inhaltlich einfach nicht zu ertragen.. Wie gesagt, liebe Verlage, Triggerwarnungen sind wirklich gut und wichtig!
Ein Buch für dessen Lektüre man an vielen Stellen schon hartgesotten sein muss. Toni Morrison liefert einen schockierenden Blick auf die durch Rassismus verursachte Selbstverachtung von People of Colour in den USA der 40er Jahre. Der Anblick von, aber auch der Blick durch blaue Augen bietet hierauf einen ästhetischen Zugriff. Während alles 'schwarze' als hässlich und rau erscheint, ist das 'weiße' schön und süß und somit erstrebenswert. So soll es ein besonderes Privileg sein mit weißen Puppen spielen zu dürfen, die Hauptfigur wünscht nichts sehnlicher als blaue Augen zu besitzen, eine Mutter kümmert sich mit Hingabe um die Kinder der weißen Familie bei der sie angestellt ist, schlägt aber die eigenen Kinder Zuhause und schwarze Eltern mit "besseren", sprich 'weißen' Jobs, richten ihr Heim nach dem ästhetischen Vorbild der Weißen ein und verbieten ihren Kindern mit denjenigen zu spielen, die sich noch nicht weit genug über das vermeintlich minderwertige 'schwarze' Leben erhoben haben.
4.5
Powerful language, very direct and clear ways to express the dissolved experience to be black in a white world that’s made mostly by themselves but not for themselves. Gut-punching story about the abduction of a little girl and the story behind all of these torn out families in the black communities of the 30s. Very interesting perspective.
Ein sprachliches und inhaltliches Meisterwerk, das schmerzt und aufweckt und zum Nachdenken anregt. Ganz große Empfehlung - ein Buch das immer wieder gelesen werden kann!