3.3

Paradise Beach

von Dara Brexendorf

Format:Hardcover
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Ada schläft kaum noch, seit sie nach ihrer Endometriose-OP Medikamente nimmt. Sie lauscht den Geräuschen ihres Wohnhauses und erinnert sich zurück: an den Sommer ihrer Jugend, den sie zusammen mit ihrer Cousine Lill in ihrer Heimat an der Ostseeküste verbringt. Die Tage sind bestimmt vom Perfektionieren des eigenen Körpers und der Begegnung mit Elja, die Adas Welt ins Wanken bringt. Doch mitten in diesem Jahrhundertsommer 2003 beginnt ein Schmerz, und mit ihm das Schweigen, das Ada zunehmend von ihrer Außenwelt trennt. Paradise Beach ist ein berührender Coming-of-Age-Roman über die Erinnerung an einen flirrenden Sommer, der bis in die Gegenwart wirkt. Ein kunstvoll-melancholisches Debüt.

Gegenwarts- & Literarische Fiktion
256 SeitenHardcover
Erschienen an: March 30, 2026

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Aktuelle Rezensionen(3)

3.3(16 ratings)
nessaboRezension von nessabo

Ein wichtiges Thema künstlerisch und mit hohem Anspruch umgesetzt Das Thema Endometriose ist mir literarisch noch nie begegnet und das ist angesichts der Zahl der Betroffenen eine große Schande. Umso begeisterter habe ich auf „Paradise Beach“ geblickt, das sich dieser Thematik in Kombination mit einer queeren Coming-of-Age-Story annimmt. So ganz warm geworden bin ich mit dem Werk aber leider nicht. Ich würde den Sprach- und Erzählstil als eher kunstvoll beschreiben, was ich als Hürde beim Lesen empfinde. Die Autorin schwankt zwischen einer gegenwärtigen Perspektive, in der die Protagonistin nach einer Endo-OP und entsprechender Hormontherapie mit Schlafstörungen ziemlich isoliert in ihrer Wohnung liegt, und einer vergangenen, in welcher Ada sich an den Sommer ihrer ersten Menstruation erinnert. Brexendorf hat ganz starke Passagen in diesen Roman eingebunden und übt deutliche Kritik - unter anderem an Medical Gaslighting („Alle Frauen haben solche Schmerzen“, „Sie steigern sich da in etwas hinein, gehen Sie mal spazieren“) und der männlichen Sexualisierung von jungen weiblichen Körpern. Dabei ist sie gar nicht einmal explizit, verwendet oft einen kindlichen und damit fast verharmlosenden Blick. Doch die Tragweite ist allen, denen ähnliche Erfahrungen eingeschrieben sind, wohl sehr bewusst. Ich habe so einige Szenen als gewaltige Donnerschläge empfunden, die nachhaltig in mir resoniert haben. Die subtile Spannung der ersten, in diesem Fall queeren, Liebe ist ebenso spürbar wie die innere Einsamkeit der erwachsenen Ada nach ihrer OP. Sie versucht sich Satz um Satz auch wieder ein Stück weit mit ihrem Körper zu versöhnen. Doch abseits dieser starken Elemente muss ich sagen, dass mir die Erzählform hier zu sehr über Inhalt und Emotionen gestellt wurde. Dadurch ist es zweifelsfrei ein besonderes Werk, in dem die Autorin etwas gewagt hat. Es hat mir aber damit auch nicht so wirklich ermöglicht, mich nachhaltig in die Protagonistin einzufühlen. Oft war sie mir zu distanziert und unverständlich. Ich hätte sehr gerne noch ein tieferes Verständnis für die Erkrankung bekommen und mehr über ihre Konsequenzen für die Betroffenen erfahren. Abgesehen von ein paar starken Eindrücken kann ich das für das gesamte Werk nicht behaupten. Diese Side-Story rund um den Nachbarn fand ich außerdem zunehmend eigenartig und ihr Sinn hat sich mir nicht erschlossen, vor allem in Anbetracht ihres Endes. Den Schluss fand ich grundlegend gut gewählt, aber er kann meinen Gesamteindruck des Werkes nicht wirklich verbessern. Damit bleibt es ein anspruchsvolles Werk über ein überaus wichtiges Thema, dem ich ein bisschen mehr sprachliche Zugänglichkeit sowie emotionale Nähe gewünscht hätte. Gerade für Menschen mit Freude an tendenziell poetischen Sprachstilen, die sich von der Masse abheben, ist dieses Debüt aber durchaus eine Empfehlung.

mrs.may.readsRezension von mrs.may.reads

Ada erinnert sich nach einer Endometriose-OP in schlaflosen Nächten an einen prägenden Sommer an der Ostsee – eine Zeit zwischen Leichtigkeit und Schmerz. Der Einstieg war vielversprechend, doch meine Erwartungen an das Thema Endometriose wurden nicht erfüllt, da es mir zu wenig Raum bekam. Der moderne Schreibstil konnte mich zwar teilweise überzeugen, aber zu den Figuren habe ich keine wirkliche Nähe aufgebaut, und viele Passagen wirkten auf mich zu ausschweifend. Einzelne Aspekte wie die Behandlung von Sexismus fand ich gelungen, insgesamt blieb ich jedoch zwiegespalten zurück. Ein wichtiges Thema, mutig erzählt – aber nicht ganz meins.

CaroRezension von Caro

💭 M E I N U N G Das Buch spielt in zwei Zeitebenen, einmal im „heute“, wo Ada 28 Jahre alt ist und dann in einem Sommer, als Ada 13 Jahre alt war. Es wird öfter hin&her gesprungen und die beiden Stränge waren nicht klar voneinander, wodurch ich irgendwie gar nicht so richtig reingekommen bin. Wirklich geglückt war dafür die Umschreibung des Settings, sodass ich mich tatsächlich dorthin versetzt fühlte. Vom Feeling befand ich beim Lesen irgendwo zwischen Ostseestrand & „die Sims“, während ich den Geruch von Schwimmbadpommes & Fa-Passion Deo aufsog. Auch die Bekanntschaft mit Elja und die Tür, welche dadurch in Adas Leben geöffnet wurde, hat mir gut gefallen, allerdings hätte ich mir hier ein tieferes Eindringen in die Gefühlswelt von Ada gewünscht. Generell finde ich, dass manche Themen und Personen nur oberflächlich angeschnitten wurden und ich auch rückblickend nicht wirklich den Sinn hinter deren Erwähnung erkennen konnte. Die Protagonistin wurde, durch das ganze Buch hinweg, sehr isoliert und ruhig dargestellt. Für mich jedoch kamen die Einblicke in Gefühls- & Gedankenwelt von Ada oder auch in ihr Leiden viel zu kurz. Da hätte ich mir einfach MEHR gewünscht, zum Beispiel in Form von gedanklichen Monologen oder auch Einblicken in das „nicht-ernstgenomnen-werden“ von Ärzten, sowie den Weg hin bis zur Diagnose. Auf eine Auseinandersetzung mit der Zukunft habe ich gewartet - leider verblich. Ich habe schon verstanden, dass Ada sich isoliert hat und auch ihre Sprache in gewisser Hinsicht verloren hat, trotzdem hätte ich mir eine stärkere Darstellung des Inneren und der Gedanken& Gefühle im heute gewünscht. Mein liebstes Zitat: „Sie Versteht die Schmerzen nicht, versteht nicht, was mit ihrem Körper passiert. Ihr fehlt eine geeignete Sprache“. ⭐️ F A Z I T Ich möchte ehrlich sein und muss leider zugeben, dass ich mit dem Buch nicht warm geworden bin. Ich kann nicht sagen an was es liegt, ob meine Erwartungen zu hoch waren oder ich mir einfach etwas anderes, bzw. einen anderen Schwerpunkt erhofft habe?! Aber mich konnte Adas Geschichte leider nicht erreichen, auch wenn mir der Schreibstil, die anschauliche Erzählweise und auch die Thematik an sich gut gefallen haben. Von mir gibt’s 2,5 ⭐️ !

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