Tagsüber flößt Richterin Jessica Parks Sexualstraftätern – und ihren Anwälten – in London Respekt ein. Fall für Fall entlarvt sie, wie Männer die Gesetze zugunsten von Männern auslegen. Abends ist sie die überforderte Mutter eines siebzehnjährigen Sohnes, der in der Schule gemobbt wird. Als man Harry vorwirft, eine Mitschülerin vergewaltigt zu haben, stürzt Jessica in einen schier unaushaltbaren Konflikt. Zeit ihres Lebens kämpft sie dafür, dass wir als Gesellschaft den Opfern Glauben schenken. Aber ihr Sohn schwört auf seine Unschuld. Und sie fühlt sich verpflichtet, ihm beizustehen.
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Inter alia
von Suzie Miller, Katharina Martl, Anne Flückiger
Tagsüber flößt Richterin Jessica Parks Sexualstraftätern – und ihren Anwälten – in London Respekt ein. Fall für Fall entlarvt sie, wie Männer die Gesetze zugunsten von Männern auslegen. Abends ist sie die überforderte Mutter eines siebzehnjährigen Sohnes, der in der Schule gemobbt wird. Als man Harry vorwirft, eine Mitschülerin vergewaltigt zu haben, stürzt Jessica in einen schier unaushaltbaren Konflikt. Zeit ihres Lebens kämpft sie dafür, dass wir als Gesellschaft den Opfern Glauben schenken. Aber ihr Sohn schwört auf seine Unschuld. Und sie fühlt sich verpflichtet, ihm beizustehen.
Aktuelle Rezensionen(5)
Nach dem unfassbar genialen Buch 'Prima Facie' habe ich sehnsüchtig auf Suzie Millers neues Buch gewartet und bin wieder begeistert. Ganz anders und doch ähnlich in der Thematik. Absolut empfehlenswert!!!
- B U C H T I P P - Kaum ein Buch hat mich in den letzten Wochen so überrascht und gleichzeitig sprachlos zurückgelassen wie „Inter Alia“ von Suzie Miller (Ü: Katharina Martl & Anne Flückiger), welches im September gerade frisch im Kjona-Verlag erschienen ist 🔥 📖 Worum geht’s? Jessica Parks ist Richterin in London und setzt sich insbesondere bei Sexualstraftaten kritisch mit dem patriarchal-geprägten Rechtssystem auseinander, welches den Betroffenen häufig keinen Glauben schenkt. Gleichzeitig ist sie Mutter des siebzehnjährigen Harry. Als diesem vorgeworfen wird, eine Mitschülerin vergewaltigt zu haben, gerät alles ins Wanken… mehr möchte ich zum Inhalt gar nicht verraten 🤭 💭 Meine Gedanken Ich habe etwas gebraucht, um in die Geschichte und in Jessicas Rolle als Mutter und Richterin einzufinden, aber als ich das Äußere dann grob im Blick hatte, war ich total drin. Dadurch dass wir die Geschichte aus Jessicas Perspektive erzählt bekommen, erleben wir alles an ihrer Seite. Sie wird hierbei als fürsorgliche Mutter dargestellt, welche als eine der ersten weiblichen Richterinnen eine feministische Note in die Gerichtssäle bringt. Ihre Gedankengänge sind greifbar und nachvollziehbar. Insbesondere ihr Wunsch, einen Feministen großzuziehen, kommt wunderbar hervor. Als Leser spürt man relativ schnell, dass bald der Knall kommen wird, der Jessica in ein inneres Dilemma bringt. Nun muss sie die richtige Entscheidung treffen: als Mutter und als Richterin. Fesselnd und schockierend wird man mitgenommen und auch wenn das Buch keine leichte Kost ist, hat es mich gerade aus diesem Grund so gepackt. Ich bin mir sicher, dass die Geschichte noch eine Weile nachhallen wird. 💭 Was mir besonders gefallen hat, war, wie die Themen Feminismus, Mental Load und die Rollenverteilung im Patriachat in die Geschichte eingebunden waren. Aber auch wie die innere Zerrissenheit der Protagonistin hervorgehoben wird, war realistisch und nachvollziehbar dargestellt ✨ ⭐️ Mein Fazit Ein spannender juristischer Roman, der sich mit den Themen Moral und Schuld auseinandergesetzt, gleichzeitig auf die Schwächen des patriarchalen Rechtssystems hinweist und den Leser von Beginn an abholt, indem er von einer nahbaren Mutter-Sohn-Beziehung erzählt und schließlich in ein gedankliches Dilemma führt ⚡️ Ich freue mich jetzt schon darauf das Theaterstück zum Film zu besuchen und kann euch das Buch nur wärmstens empfehlen ✨
„Das Patriarchat durchdringt uns alle wie die Luft, die wir atmen. […] Das Patriarchat gewinnt immer.“ Jessica Parks ist Richterin und hat insbesondere bei der Verhandlung von Sexualstraftaten klare Vorstellungen von Schuld, Recht und Gerechtigkeit. Doch dann wird ausgerechnet ihr 18-jähriger Sohn der Vergewaltigung beschuldigt – und für Jessica und ihre Familie beginnt eine Zerreißprobe, die ihre bisherigen Überzeugungen auf eine harte Probe stellt. Der Roman verbindet die Fragen nach Schuld und Moral mühelos mit den Themen Mutterschaft, Mental Load und Care-Arbeit, der Benachteiligung von Frauen im Berufsleben sowie toxischer Maskulinität und dem Leben in einem patriarchalen System mit seinen Folgen für alle Geschlechter. Jessica als Figur war für mich nahbar und authentisch. Ihre Sorge um ihren Sohn und ihre Zweifel, ob sie als berufstätige Mutter eine gute Mutter war und ist, konnte ich gut nachvollziehen. Auch ihren Ärger darüber, dass Haushalt und Mental Load wie selbstverständlich an ihr hängenbleiben, und ihre Auseinandersetzungen mit den teils rückständigen Ansichten ihres Mannes habe ich beim Lesen deutlich mitgespürt. Die anfänglichen Rückblenden zu Harrys Kindheit und Jugend haben mir Jessica zusätzlich nähergebracht, da sie wertvolle Hintergrundinformationen für ihr Denken und Handeln liefern. Zu der gelungenen Charakterausgestaltung kommen ein mitreißender Erzählstil und eine klare, ausdrucksstarke Sprache. Ich war komplett in der Geschichte drin und konnte gegen Ende, als sich der Konflikt immer weiter zuspitzte, Jessicas Verzweiflung, ihren Schock und ihre Zerrissenheit förmlich selbst spüren. Inter alia schafft es, aus einem zunächst eher abstrakten Thema einen moralischen Konflikt zu machen, der plötzlich ganz nah kommt und dadurch unbequem wird: Wie steht es um die eigene Moral, wenn wir selbst betroffen sind? Wie urteilen wir über Schuld, Recht und Gerechtigkeit, wenn unser eigenes Kind auf der Anklagebank sitzt? Wenn wir fordern „Glaubt den Opfern!“ – müssen wir das dann nicht auch selbst tun, sogar wenn unser eigenes Kind der oder die Beschuldigte ist? Letztendlich geht es aber auch um die Frage, wie wir unsere Söhne zu Männern erziehen können, die Frauen respektieren und achten – in jeder Situation. Und darum, wie wir verhindern können, dass sie selbst an den Erwartungen und Strukturen des Patriarchats zerbrechen. „Inter alia“ ist ein erschütternder und fesselnder Roman, der zum Nachdenken und Diskutieren anregt und mich sicherlich noch lange beschäftigen wird.
Aufweckendes, berührendes Buch. Sollten alle Eltern lesen
Wichtiges Thema und eine besondere Perspektive, die ich so noch nicht kannte. Anfangs etwas zäh, deswegen gibt’s keine 4 Sterne. Sehr lesenswert. ✨