3.5

Insel der verlorenen Erinnerung

von Yoko Ogawa, Sabine Mangold

Format:Hardcover
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Auf einer Insel, nicht weit vom Festland entfernt, prägen sonderbare Ereignisse das Leben. In regelmäßigen Abständen verschwinden Dinge, und zwar für immer. Zunächst sind es Hüte, dann alle Vögel, später die Fähre. Bald gibt es keine Haarbänder mehr und keine Rosen … Die Bewohner haben sich damit abgefunden, dass auch ihre Erinnerung immer weiter verblasst. Nur einige wenige können nichts vergessen. Deshalb werden sie von der Erinnerungspolizei verfolgt, die dafür Sorge trägt, dass alle verschwundenen Dinge auch verschwunden bleiben, nicht nur im alltäglichen Leben, sondern auch in den Köpfen der Menschen. Als eine junge Schriftstellerin herausfindet, dass ihr Verleger Gefahr läuft, von der Erinnerungspolizei festgenommen zu werden, beschließt sie, ihm zu helfen – auch wenn sie damit ihr Leben riskiert. Sie richtet im Untergeschoss ihres Hauses ein Versteck für ihn ein. Doch die Razzien der Polizei werden ständig ausgeweitet, und immer häufiger verschwinden Dinge. Die beiden hoffen auf die Fertigstellung ihres neuen Romans als letzte Möglichkeit, die Vergangenheit zu bewahren. Yoko Ogawas internationaler Bestseller ist eine faszinierende Parabel über den Verlust von Freiheit und die Bedeutung der eigenen Vergangenheit. Selten werden die drängenden Fragen unserer Zeit so poetisch verhandelt wie hier.

Gegenwarts- & Literarische Fiktion
352 SeitenHardcover
Erschienen an: September 7, 2020

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Aktuelle Rezensionen(11)

3.5(43 ratings)
📖SylviaRezension von 📖Sylvia

Eine großartige Idee, die für mich leider nicht ganz eingelöst wurde. Die Grundidee von Insel der verlorenen Erinnerung hat mich sofort fasziniert: Auf einer namenlosen Insel verschwinden nach und nach Dinge und mit ihnen die Erinnerungen der Menschen daran. Wer sich trotzdem erinnert, muss sich vor der Erinnerungspolizei verstecken. Ein Leben unter ständiger Kontrolle, in dem Freiheit immer weiter eingeschränkt wird und man nie genau weiß, wem man eigentlich vertrauen kann. Vielleicht wollte ich dieses Buch auch deshalb unbedingt lesen, weil ich selbst in einer Diktatur, der DDR, aufgewachsen bin. Ich weiß noch sehr genau, wie es sich anfühlt, nicht vollkommen frei zu sein, nicht alles sagen zu dürfen, nicht alles besitzen zu können und vorsichtig damit sein zu müssen, wem man vertraut. Gerade deshalb fand ich Ogawas Ansatz unglaublich spannend und vielleicht waren meine Erwartungen dadurch besonders hoch. Leider konnte die Geschichte sie für mich nicht erfüllen. Über weite Strecken plätscherte sie dahin, teilweise habe ich mich wirklich gelangweilt. Mir fehlte die Sogwirkung, die dieses eigentlich so beklemmende Szenario hätte entwickeln können. Auch emotional blieb ich erstaunlich weit von den Figuren entfernt. Hinzu kam, dass mir manches innerhalb der Handlung nicht konsequent durchdacht erschien. Einige Unstimmigkeiten und sogar Fehler haben mich beim Lesen immer wieder aus der Geschichte herausgebracht. Gerade bei einer dystopischen Welt wünsche ich mir, dass ihre eigenen Regeln nachvollziehbar und stimmig bleiben. Und genau darin liegt für mich das größte Problem des Romans: Die Idee ist stärker als ihre Ausarbeitung. In den Themen Erinnerung, Verlust, staatliche Kontrolle und dem allmählichen Verschwinden persönlicher Freiheit steckt unglaublich viel, aber mir fehlte die Tiefe, die daraus einen wirklich eindringlichen Roman hätte machen können. Trotzdem hat das Buch etwas bei mir hinterlassen. Die zentrale Frage, was mit uns geschieht, wenn nicht nur Dinge verschwinden, sondern irgendwann sogar unsere Erinnerung an sie, ist stark und regt zum Nachdenken an. Ich hätte mir nur gewünscht, dass Yoko Ogawa noch viel tiefer in diese großartige Idee hineingegangen wäre. Ich habe einfach mehr erwartet.

MichelleRezension von Michelle

Schöner Schreibstil & sehr interessantes Thema. Leider plätscherte die Geschichte für mich nur irgendwie so vor sich hin und konnte mich emotional nicht so packen 🥺 Ich habe mehr erwartet und mich an einigen Stellen leider auch eher gelangweilt, weil mir die Sogwirkung fehlte. Irgendwie fühlt sich die ganze Geschichte auch so unfertig an. Die Message war aber trotzdem eindrucksvoll und regt zum nachdenken an.

KarandiRezension von Karandi

Absolut Lesenswert Für mich war das Buch ein blind buy denn es war das erste Werk von Yoko Ogawa, was ich gelesen habe aber ich muss sagen, ich bin absolut begeistert. Es ist kein sonderlich großer Roman, und man kann ihn schon fast an einem Abend lesen, aber es verbirgt sich hinter der Story doch ein viel tiefgründiger Gedanke. Auch wenn es sich in dem Buch um Erinnerungen dreht, kann man sehr gut eine Brücke zur Meinungsfreiheit schlagen. Wer eine eigene Meinung hat, wird aussortiert und so ist es auch in diesem Buch. Jene die Erinnerungen haben können an eine Zeit, die nicht mehr vorhanden ist, werden gejagt und von der Insel weggeschafft. Aus dem Augen aus dem Sinn. Und die, die sich nicht erinnern können, lösen sich auf. Auch ein sehr schönes Sinnbild darauf, dass die, die keine Meinung haben, ihre eigene Persönlichkeit verlieren. Dieses Buch war für mich eine außerordentlich gelungene Überraschung und ich werde mir gerne weitere Werke von Yoko Ogawa durchlesen.

MelRezension von Mel

Ein Buch, das sich auf vielen verschiedenen Perspektiven lesen lässt und viele wichtige gesellschaftliche Themen aufgreift. Langsam, aber berührend und sprachlich ganz arg schön erzählt.

MajaRezension von Maja

Eine Insel, auf der nach und nach Dinge verschwinden. Der Buchtitel fasst die Handlung im Großen und Ganzen schon zusammen. Die ruhige, poetische Erzählweise führt durch eine abstrakte Welt, in der stets eine unterschwellige Anspannung zu spüren ist. Eine Geschichte, die nachwirkt und nachdenklich stimmt.

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