Gesichter
von Tove Ditlevsen
»Tove Ditlevsen [...] schreibt auf umwerfende Weise in klarem Ton von der Psychologie des Strebens und Scheiterns, von Herkunft und Ausweglosigkeit. Ihre Sätze entwickeln einen Sog.«
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Gesichter
von Tove Ditlevsen
»Tove Ditlevsen [...] schreibt auf umwerfende Weise in klarem Ton von der Psychologie des Strebens und Scheiterns, von Herkunft und Ausweglosigkeit. Ihre Sätze entwickeln einen Sog.«
Aktuelle Rezensionen(3)
Unbedingt das Nachwort lesen. Das macht das Buch nochmal besonderer und Ditlevsen zu einer so facettenreichen Autorin.
Tove ist Tove. In dem Roman hat man deutlich mehr gemerkt, dass sie aus der Lyrik kommt; die Sätze waren wunderschön, aber mir stellenweise zu verschnörkelt. Die Geschichte und die Parallelen zu Toves Leben sind faszinierend. Richtig schön unreliable narrator!
Zuerst versteht man nichts. Wie funktioniert diese groteske Wahrnehmung von Gesichtern, welche die Hauptfigur Lise schildert? Und dann zieht sich alles um sie zusammen, die Gesichter verrutschen und die Stimmen werden lauter. Die Geschichte wird klaustrophobisch: man folgt Lise hinein in ihren Wahnsinn, den die Autorin poetisch und unangenehm entwickelt. Es gibt kein Entkommen. Gleichzeitig steht hinter diesem Narrativ, das einer frustrierten, erfolgreichen Frau, die sich an den Konventionen reibt: wie bricht man aus? Wie lässt man Haushalt, Ehegatten, Kinder, Ansprüche hinter sich? Wie hält man es aus als Frau in einer frauenfeindlichen Gesellschaft? Es ist zum Verrücktwerden… ähnlich genial wie „Kim Jiyoung, geboren 1982“ - nur wahnsinnig lyrisch!!! So viele wunderbare unverbrauchte Metaphern und Vergleiche!!! „Die Sonne war hinter grauen, ineinanderfließenden Wolken versteckt, und der Himmel roch fade und abgestanden wie der Atem von Menschen, die nichts essen.“ „Sie ließ einen leisen, mutlosen Gedanken zwischen die Buchseiten schlüpfen. Er fiel wieder heraus und hing eine Weile am Rand des Schutzumschlags, ehe er auf den Boden tropfte wie eine Träne von den Wimpern.“ „Gittes Gesicht ragte aus ihrem Kleid hervor wie eine Blume aus einer Vase mit altem Wasser. Es war welk und verlassen, und der träumerische Ausdruck in ihren Augen war auf einen Sehfehler zurückzuführen und nicht auf einen edlen Charakter.“