Als Elli Hajek sich zum Schreiben in ein abgelegenes Haus zurückzieht, erinnert sie sich an eine Figur, von der ihr einst ihre tschechische Großmutter erzählte: Viktorka, die junge Frau, die nach einem schwerwiegenden Ereignis für wahnsinnig erklärt wurde und fortan allein im böhmischen Wald lebte. Als Elli erfährt, dass Viktorka wirklich existierte, reist sie in das Land, aus dem sie selbst als Kind geflohen ist. Elli will mehr erfahren – doch tief im Wald, zwischen leuchtendem Farn und reißendem Fluss, wartet eine andere Aufgabe auf sie: Bevor sie die Wahrheit über Viktorka erfährt, muss Elli sich ihrer eigenen verdrängten Geschichte stellen.
Was ist bookie?
- Gratis Lieferung in Deutschland
- Finde Bücher die zu dir passen
- Tracke dein Leseverhalten und setze dir Ziele
- Connecte dich mit anderen Leser*innen
Im Licht des neuen Tages
von Jarka Kubsova
Als Elli Hajek sich zum Schreiben in ein abgelegenes Haus zurückzieht, erinnert sie sich an eine Figur, von der ihr einst ihre tschechische Großmutter erzählte: Viktorka, die junge Frau, die nach einem schwerwiegenden Ereignis für wahnsinnig erklärt wurde und fortan allein im böhmischen Wald lebte. Als Elli erfährt, dass Viktorka wirklich existierte, reist sie in das Land, aus dem sie selbst als Kind geflohen ist. Elli will mehr erfahren – doch tief im Wald, zwischen leuchtendem Farn und reißendem Fluss, wartet eine andere Aufgabe auf sie: Bevor sie die Wahrheit über Viktorka erfährt, muss Elli sich ihrer eigenen verdrängten Geschichte stellen.
Aktuelle Rezensionen(4)
Elli zieht sich in ein abgelegenes Haus im Wald zurück. Ihre Tochter ist ausgezogen, ihr Partner möchte mit ihr zusammenziehen doch Elli braucht vor allem eines: Raum und Ruhe, um zu sich selbst und zu ihrem neuen Roman zu finden. Besonders gefallen hat mir die unglaublich bildhafte und atmosphärische Sprache. Die Natur und der Wald werden so detailliert beschrieben, dass ich beim Lesen das Gefühl hatte, selbst dort zu stehen. Auch die Familiengeschichte und besonders die Flucht von Ellis Familie aus Tschechien nach Deutschland haben mich sehr interessiert. Diese Passagen empfand ich als besonders eindrucksvoll. Gleichzeitig blieb Elli mir emotional eher fern. Ihre Entscheidungen waren für mich nicht immer nachvollziehbar und auch die verschiedenen Erzählebenen haben mich stellenweise verwirrt. Der anfängliche Sog der Geschichte ließ für mich ab der Mitte deutlich nach. Zudem waren mir die mystischen und märchenhaften Elemente irgendwann etwas zu viel. Insgesamt ein atmosphärischer, naturverbundener Roman über Herkunft, Weiblichkeit, Identität und Selbstbestimmung. Sprachlich hat mich das Buch sehr beeindruckt, emotional konnte es mich allerdings nicht vollständig erreichen.
Als großer Fan der Autorin habe ich mich schon lange auf den neuen Roman gefreut und das Warten hat sich gelohnt! Innerhalb weniger Tage habe ich die Geschichte über Herkunft, Flucht, Märchen und Mythen, Identitätssuche, Ungerechtigkeit, die wundersame Welt des Waldes und selbstbestimmtes Leben verschlungen. Jarka Kubsova schafft tolle Szenerien und packende Handlungen, alles in einem ernsthaften Kontext. Fabelhaft! Wann kommt bitte das nächste Buch? 👉🏼👈🏼
„Alles strömte in mein Herz, in mein ganzes Herz, das frei und groß und fühlend war, als wäre eine Spange davon abgefallen; ein eiserner Vorhang“ Elli, eine mittelalte Autorin, befindet sich in einer Schreibblockade und begibt sich in eine abgelegt Waldhütte um ihren Roman zu vollenden. Abgelegen von der Zivilisation, ihrem fürsorglichen Partner Jan und ihrer bereits ausgezogenen Tochter Klara, wird sie erinnert an Viktorka - eine tschechische Märchenfigur, die ebenfalls abseits der Gesellschaft im Wald gehaust haben soll. Elli weiß, dass diese Figur auf einer realen Person basiert und begibt sich auf die Suche nach ihrem wahren Schicksal. Auf dieser Reise muss Elli sich jedoch ihrem eigenen Schicksal stellen. Jarka Kubsova schafft es, in ihrem neuen Roman „Im Licht des neuen Tages“ auf absolut abwechslungsreiche Weise ein Stück tschechische Geschichte anhand von Märchen zu transportieren. Wir begleiten eine Figur, die sich entfremdet von sich selbst und ihrer eigenen Familiengeschichte in eine Märchenwelt flüchtet und fast schon obsessiv Viktorka hinterher jagt. Dabei lernen wir reichlich über das tschechisches Kulturgut der Märchen, über ausgestoßene Frauen und ihr Leiden am Rande der Gesellschaft, aber eben auch viel über die tschechische Vergangenheit zu Zeiten des Ostblocks und damit einhergehende Traumata. Eine wunderbare Symbiose zwischen zauberhaft und ernst, erzählt aus der Sicht einer sehr authentischen Frauenfigur!
"In ihrem Gesicht war eine Geschichte eingeschrieben. Es war die Geschichte eines Frauenlebens. Sie erzählte vom Sehnen und Hoffen, vom Lieben und Enttäuschtwerden, von Zurückweisungen und Verletzungen. Von Gewinnen und Verlusten. Sie erzählte vom neuen Hoffen, vom Resignieren und vom Überleben. Es war eine lange Geschichte. Eine alte Geschichte. Es war ihre - und die von vielen anderen." „Im Licht des neuen Tages“ erzählt eine Geschichte von Freiheit und weiblicher Selbstermächtigung, von Heimat und Fremdsein, vom Aufarbeiten der eigenen Vergangenheit, und von der Wahrheit, die im Geschichtenerzählen liegt. Schriftstellerin Elli zieht sich in ein abgelegenes Haus im Wald zurück und begibt sich auf die Suche nach Viktorka, einer tschechischen Märchenfigur, und letztendlich auf die Suche nach ihrer eigenen Vergangenheit. Dabei verschwimmen nach und nach die Grenzen zwischen Ellis Erinnerung, ihrer Vorstellungskraft sowie der Erzählung um Viktorka und deren Erschafferin Božena Němcová. Der Schreibstil greift dieses Verschwimmen und die fließenden Übergänge perfekt auf: auch ich wusste häufig nicht mehr, ob ich mich gerade in einer Rückschau von Elli, einer Illusion von ihr, dem Märchen um Viktorka oder der Geschichte um Božena Němcová befinde. Auch hatte ich häufig das Gefühl, dass die Figur Elli autobiografisch inspiriert ist und Jarka Kubsova somit über sich selbst schreibt, was mich neugierig macht, wie viel der Geschichte tatsächlich autobiografisch ist. Die Beschreibungen des Waldes, der Natur sind atmosphärisch und bildhaft, häufig mystisch und märchenhaft: "Bald schon konnte ich mir nichts anderes vorstellen, als von Sonnenstrahlen geweckt zu werden, von den Lauten der Vögel. An jedem Morgen singen sie, als wär's der erste. Niemand auf der Welt schätzt und würdigt die Welt und das Leben so sehr wie sie. Und sie haben so recht. Jeder neue Morgen ist wie ein Wunder, immer wieder kehrt das Licht zu uns zurück. Auch nach der dunkelsten Nacht." Neben dem einnehmenden Erzählstil haben mir – wie auch bei den beiden Vorgängerromanen – der historische Bezug sowie die kraftvollen Frauen im Zentrum der Geschichte besonders gut gefallen. „Im Licht des neuen Tages“ ist ein berührender, ruhiger und kraftvoller Roman mit wertvollen Botschaften, die zum Nachdenken anregen.