4.7

Glasgow Boys

von Margaret McDonald, Swen Lasse Awe

Format:Softcover
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Wann wurdest du das letzte Mal umarmt? Banjo und Finlay können sich nicht erinnern, wann sie das letzte Mal umarmt worden sind oder gespürt haben, dass sie jemandem etwas bedeuten. Vor drei Jahren teilten sie sich ein Zimmer im Jugendwohnheim und gaben einander Halt – bis ein schlimmer Streit ihre Freundschaft zerstörte. Jetzt studiert Finlay Krankenpflege und verliebt sich in den Medizinstudenten Akash. Banjo jobbt in einem Café und lernt die warmherzige Alena kennen. Doch beide tragen zu tiefe Wunden mit sich, als dass sie sich einfach so in ihr Glück fallen lassen könnten. Während Finlay Hausarbeiten, Nebenjob und Geldsorgen jongliert, hat Banjo Schwierigkeiten, sich an seiner neuen Schule und in seiner neuen Pflegefamilie einzugewöhnen. Können die beiden den Mut finden, den Schmerz ihrer Vergangenheit endlich loszulassen?

Gegenwarts- & Literarische Fiktion
432 Seiten • Softcover
Erschienen an: 2026-08-27

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Aktuelle Rezensionen(2)

4.7(6 ratings)
Christa StünziRezension von Christa Stünzi

Was sehen wir, wenn wir die Perspektive wechseln? Manchmal braucht es erstaunlich wenig, um einem Menschen ein Stück Stabilität zu geben. Einen Menschen, der bleibt. Jemanden, der zuhört. Einen Ort, an dem man sich sicher fühlen kann. Und trotzdem sind wir oft erstaunlich schnell darin, Menschen nach ihrem Verhalten zu beurteilen – und aufgrund dieser Urteile irgendwann aufzugeben. Glasgow Boys hat mir genau deshalb so gut gefallen. Das Buch lässt uns die Perspektive von Finlay und Banjo einnehmen. Wir erleben Wut und Aggression, aber auch Rückzug, Abkapselung und Selbstverletzung nicht nur von aussen, sondern erfahren, was dahinterliegen kann. Für mich war dieser Perspektivwechsel besonders spannend. Als Pflegeschwester kenne ich einen Teil dieser Lebensrealität, allerdings eher von der anderen Seite – wohl am ehesten aus einer Perspektive wie jener von Paula, Banjos Pflegemutter. Dieses Buch hat mich auf die andere Seite mitgenommen. Und vielleicht liegt genau darin seine grosse Stärke: Wenn wir die Welt für eine Weile aus dieser Perspektive sehen, verstehen wir nicht nur besser, woher bestimmtes Verhalten kommen kann. Wir erkennen auch, was ein Mensch möglicherweise gebraucht hätte – und was wir ihm geben könnten. Verstehen bedeutet dabei nicht, jedes Verhalten zu entschuldigen. Aber es kann verhindern, dass wir einen Menschen hinter seinem Verhalten übersehen. Für mich ein unglaublich empathisches Buch, das nicht einfach von Finlay und Banjo erzählt, sondern uns einlädt, die Welt für eine Weile mit ihren Augen zu sehen. 5/5 ⭐

MarieRezension von Marie

Wow, das Buch hat mich richtig mitgenommen. Als Kind das selbst ein paar Jahre in einem Kinderheim/Wohngruppe gelebt hat ist mir das Blut eingefroren. Die feine Schreibkunst der Autorin, DIESE Gefühle auf Papier zu bringen. Diese Wut, die so hässlich ist, dass sie alles und jeden verstört, selbst Menschen, die wir lieben. Diese Bedürftigkeit nach Liebe, nach Berührungen, nach Gehalten und Verstanden werden, dieser abgrundtiefer Hunger gefüllt durch eine weinende Leere. Die Frage, ob man je ankommt im Leben,ob man stehen bleiben kann, ob man das überhaupt aushält. Diese Zerrissenheit sich binden zu wollen und auch nicht verletzt zu werden, wenn einem wieder alles genommen wird, man weiterziehen muss. Das Gefühl nie ins Bild zu passen, nie angenommen zu werden. Diese tiefe Dankbarkeit und dieses starke Glücksgefühl, wenn man es doch wird, weil man die Einsamkeit so gut kennt, dass es schmerzt. Das Buch hat etwas in mir geheilt. Können wir es bitte alle lesen?

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