4.4

Die zweitgrößte Liebe

von Ruth-Maria Thomas

Format:Hardcover
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Reicht die Liebe im Zweifel? Michelle ist Anfang dreißig, als ihr Leben im Osten des Landes auseinanderbricht. Sie lässt alles hinter sich und fängt von vorne an: Als Rezeptionistin eines Hotels trifft sie auf Luxus, westdeutschen Reichtum und – Henry. Einer, der ganz andere Startmöglichkeiten hatte als sie, dem es nie an irgendetwas gemangelt hat. Sie verlieben sich, allen Unterschieden zum Trotz. Es erscheint Michelle zum ersten Mal möglich, ein sorgloses Leben. Aber es wäre kein Buch von Ruth-Maria Thomas, wenn nicht alle schönen Gewissheiten irgendwann gehörig ins Wanken gerieten ... Mit großer Sogkraft und berückender Leichtigkeit erzählt der Roman von Aufstiegswünschen, Abstiegsängsten und von der Frage, was Freiheit und Sorglosigkeit für einen Preis haben.

Gegenwarts- & Literarische Fiktion
250 SeitenHardcover
Erschienen an: 2026-07-30

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Aktuelle Rezensionen(33)

4.4(265 ratings)
avînRezension von avîn

Ich habe dieses Buch in zwei Tagen verschlungen und konnte es einfach nicht mehr aus der Hand legen. Die Liebesgeschichte von Henry und Michelle hat mich von Anfang an gepackt. Besonders gutgetan hat, dass ihre Geschichte so wunderbar klischeefrei erzählt wird. Keine typische, vorhersehbare Romanze, sondern eine Beziehung, die sich echt, komplex und unglaublich menschlich anfühlt. Ruth-Maria Thomas zeigt, dass Liebe nicht immer einfach ist und dass Herkunft, Geld, Sicherheit und die eigenen Erfahrungen einen viel größeren Einfluss auf eine Beziehung haben können, als man zunächst denkt. Dabei greift sie auch das Thema Klassismus auf und zeigt sehr eindrücklich, wie unterschiedlich die Voraussetzungen sein können, mit denen Menschen durchs Leben gehen.

Christopher Rezension von Christopher

Auf den ersten Blick scheint es eine fast schon gewöhnliche Liebesgeschichte zu sein: Arme Frau verliebt sich in reichen Mann. Aber schnell wird klar, es ist viel, viel mehr. In „Die zweitgrößte Liebe“ erzählt Ruth-Maria Thomas eine Geschichte der gesellschaftlichen Unterschiede in Deutschland: Oben vs. Unten, Ostdeutschland vs. Westdeutschland, Frau vs. Mann, Provinz vs. Stadt. Den Kern in diesem Roman bildet dabei der Klassenunterschied zwischen den beiden Liebenden. Michelle ist verschuldet, verdient nicht viel Geld in ihrem Job an der Hotelrezeption und ihr ganzes Leben dreht sich eigentlich nur um Geld. Geld das sie nicht hat, aber bräuchte. Bei Henry ist es genau umgekehrt. Er denkt quasi nie über Geld nach, denn er hat genug. Durch die Geburtslotterie in eine wohlhabende Familie geboren und einen gutbezahlten Job, muss er sich mit Anfang 30 über seine Zukunft schon keine Sorgen mehr machen. Als die beiden sich in dem Hotel, in dem Michelle arbeitet, treffen, verlieben sie sich schnell ineinander. Perfekte Lovestory? Nein! Denn genau hier schafft die Autorin die feinen und nicht so feinen Unterschiede zwischen den gesellschaftlichen Klassen der beiden gekonnt herauszuarbeiten und zu beschreiben. Wie verschieden der Blick auf die Welt doch ist, wie anders die Denk- und Lebensweise von Menschen funktioniert, wenn sie gewohnt sind und es eben nicht anders kennen (kein) Geld zu haben. Kann Liebe Klassengrenzen überwinden? „Die zweitgrößte Liebe“ ist damit nicht nur ein Roman über Liebe und Freiheit, sondern vor allem ist er ein Porträt der Klassengesellschaft, in der wir alle leben und agieren, ob wir wollen oder nicht. Noch interessanter wäre der Roman dann noch gewesen, wären die Rollen der beiden vertauscht gewesen. Reiche Frau lockt armen Mann mit viel Geld in ihre Abhängigkeit wäre an der Stelle auch nochmal ein spannender Kontrast gewesen. Leseempfehlung? Absolut und unbedingt!

KatalinRezension von Katalin

Unfassbar wichtig und lesenswert!

LauraRezension von Laura

Dieses Buch... klare Leseempfehlung! Es geht um ein junges Paar und den Beginn ihrer Beziehung. Die beiden kommen aus sehr unterschiedlichen Verhältnissen: Sie wächst bei ihrer alleinerziehenden Mutter in eher armen Verhältnissen auf, hat eine gescheiterte Existenz als Künstlerin und hält sich gerade so über Wasser. Er kommt aus einer wohlhabenden Familie, hat geerbt und verdient selbst viel Geld. Genau dieser Klassenunterschied und die Frage, wie sehr unterschiedliche finanzielle und soziale Voraussetzungen eine Beziehung beeinflussen können, stehen im Mittelpunkt. Ich fand viele Aspekte nachvollziehbar und war gleichzeitig ambivalent, weil ich mir die ganze Zeit ein Happy End gewünscht habe. Das Buch hat mich emotional sehr mitgenommen, gerade zum Ende hin. Auch sprachlich fand ich es wieder richtig gut. Ruth Maria Thomas schreibt so nah und echt, ohne dass es irgendwie aufgebauscht oder künstlich wirkt. Es liest sich super leicht und trotzdem bleibt viel hängen.

Jane Dvorskaya Rezension von Jane Dvorskaya

Genau so fesselnd wie ihr erstes Buch. Ich war direkt drin und wollte wissen, wie es weitergeht. Es geht um Liebe und Beziehungen, aber auch darum, wie unterschiedlich das Erbe sein kann, das wir mitbekommen. Wie unterschiedliche Herkunft, Geld und Privilegien eine Beziehung beeinflussen können. Intensiv und teilweise unangenehm nah. Die Sprache ist direkt und ungeschönt, was für mich sehr gut zur Geschichte gepasst hat.

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