Frustriert von den Mühlen der Bürokratie, trifft Franz Fiala eine »Lebensentscheidung« und wirft seinen Job bei der Europäischen Kommission hin. Als er seine Mutter zum 89. Geburtstag in Wien besucht, verschweigt er ihr jedoch seinen vorgezogenen Ruhestand. Und auch das Gespräch mit Nathalie, mit der er seit vier Jahren in Brüssel eine Beziehung führt, über die gemeinsame Zukunft misslingt. Dann treten wiederkehrende Schmerzen auf, die sich nicht länger ignorieren lassen. Der Befund: Krebs, unrealistisch, dass er noch ein Jahr lebt. Und mit einem Mal geht es allein darum, seine Mutter darüber zu täuschen, ihr den Schmerz zu ersparen, ihren Sohn sterben zu sehen: »Überleben konnte für ihn nur heißen, seine Mutter zu überleben. Vor ihr, bis zu ihrem Tod, seine Krankheit zu verheimlichen. Es ging jetzt um einen Überlebenswettkampf. Das war jetzt die Lebensentscheidung.« Kann man über sein Leben entscheiden? Nicht über das Ende, sondern mit Willenskraft über das Weiterleben, länger, als erwartbar wäre? Mit existentieller Wucht und dennoch leichtfüßig erzählt Robert Menasse in Die Lebensentscheidung von einem Wettlauf mit dem Tod. Leben und Sterben, Liebe und Familie, darum geht es in dieser raffiniert-kunstfertigen Novelle.
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Die Lebensentscheidung
von Robert Menasse
Frustriert von den Mühlen der Bürokratie, trifft Franz Fiala eine »Lebensentscheidung« und wirft seinen Job bei der Europäischen Kommission hin. Als er seine Mutter zum 89. Geburtstag in Wien besucht, verschweigt er ihr jedoch seinen vorgezogenen Ruhestand. Und auch das Gespräch mit Nathalie, mit der er seit vier Jahren in Brüssel eine Beziehung führt, über die gemeinsame Zukunft misslingt. Dann treten wiederkehrende Schmerzen auf, die sich nicht länger ignorieren lassen. Der Befund: Krebs, unrealistisch, dass er noch ein Jahr lebt. Und mit einem Mal geht es allein darum, seine Mutter darüber zu täuschen, ihr den Schmerz zu ersparen, ihren Sohn sterben zu sehen: »Überleben konnte für ihn nur heißen, seine Mutter zu überleben. Vor ihr, bis zu ihrem Tod, seine Krankheit zu verheimlichen. Es ging jetzt um einen Überlebenswettkampf. Das war jetzt die Lebensentscheidung.« Kann man über sein Leben entscheiden? Nicht über das Ende, sondern mit Willenskraft über das Weiterleben, länger, als erwartbar wäre? Mit existentieller Wucht und dennoch leichtfüßig erzählt Robert Menasse in Die Lebensentscheidung von einem Wettlauf mit dem Tod. Leben und Sterben, Liebe und Familie, darum geht es in dieser raffiniert-kunstfertigen Novelle.
Aktuelle Rezensionen(4)
Eine berührende Geschichte, die mich aber irgendwie nicht so berührt hat. Irgendwie habe ich mich mit diesem schwülstigen Lesestil etwas schwergetan, und am Ende war es mir zu melodramatisch.
Berührend, stark, traurig
Diese lakonische und trotz ihres Themas leichtfüßige Novelle über einen EU-Beamten, der desillusioniert seinen Job in Brüssel kündigt, um vorzeitig in Rente zu gehen und kurz darauf eine tödliche Krebsdiagnose erhält, die er vor seiner Mutter geheimhalten möchte, ist ganz große Literatur.
Nachdem ich die ersten Sätze gelesen hatte, wusste ich, dass ich dieses Buch lesen möchte. „Am 26. Februar 2024, kurz nach Mittag, traf Franz Fiala eine Lebensentscheidung. Er dachte diesen Begriff: Lebensentscheidung.“ Franz Fiala will seinen angesehenen Job in der EU-Kommission aufgeben, seine Enttäuschungen verarbeiten und seine Ruhe haben. Er lebt in Brüssel, seine Mutter in Wien. Die regelmäßigen Besuche sind Pflicht und doch ein inneres Verlangen. Die Mutter ist nun 89 Jahre alt und so stolz auf ihren Sohn, der ohne ihren positiven Einfluss nicht so viel geschafft hätte. Schiller und Heine haben sich auch die größte Mühe gegeben. Schon aus dem Klappentext weiß man, dass dieser Sohn an einer aggressiven Krebsart erkrankt und eine weitere Lebensentscheidung treffen muss – die Mutter zu überleben. Das Ende haute mich völlig um. Ich habe es so absolut nicht kommen sehen. Sehr, sehr gut! Das Cover und das Bild „Mutter und Sohn“ von Kirchner erzählen so viel über dieses Buch und verleihen ihm noch mehr Tiefe. Ich liebe es sehr. Zärtliche Geste oder Festhalten? Ich will bleiben und ich will weg.