Zwei Frauen, zwei Generationen und die heilsame Kraft von Freundschaft und Natur. Nach einem schmerzhaften Verlust zieht sich Eva Wist aus Oslo in ein Dorf in Vestfold zurück, um den als ausgestorben geltenden Eremitenkäfer zu suchen. Dort begegnet die 33-jährige Biologin ihrer neuen Nachbarin, der exzentrischen Olga. Die 76-Jährige lebt als Einsiedlerin inmitten des uralten Eichenwaldes. Auf ihrem Grundstück soll ein Steinbruch entstehen. Das Projekt verspricht Arbeitsplätze und eine Zukunft für die Region. Doch Olga will das verhindern: Für sie ist der Wald lebendige Erinnerung – und der Schlüssel zu einem Familiengeheimnis, das sie endlich aufklären will. Während Eva die Artenvielfalt erkundet und mit Olga Freundschaft schließt, findet sie Schritt für Schritt aus der Trauer und ringt um die Frage, was bewahrt werden muss – im Leben wie in der Natur.
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Der Einsiedlersommer
von Anne Sverdrup-Thygeson, Franziska Hüther, Nora Pröfrock, Ricarda Essrich
Zwei Frauen, zwei Generationen und die heilsame Kraft von Freundschaft und Natur. Nach einem schmerzhaften Verlust zieht sich Eva Wist aus Oslo in ein Dorf in Vestfold zurück, um den als ausgestorben geltenden Eremitenkäfer zu suchen. Dort begegnet die 33-jährige Biologin ihrer neuen Nachbarin, der exzentrischen Olga. Die 76-Jährige lebt als Einsiedlerin inmitten des uralten Eichenwaldes. Auf ihrem Grundstück soll ein Steinbruch entstehen. Das Projekt verspricht Arbeitsplätze und eine Zukunft für die Region. Doch Olga will das verhindern: Für sie ist der Wald lebendige Erinnerung – und der Schlüssel zu einem Familiengeheimnis, das sie endlich aufklären will. Während Eva die Artenvielfalt erkundet und mit Olga Freundschaft schließt, findet sie Schritt für Schritt aus der Trauer und ringt um die Frage, was bewahrt werden muss – im Leben wie in der Natur.
Aktuelle Rezensionen(3)
Konflikte im zwischenmenschlichen Bereich. Und zwischen wirtschaftlich und umweltechnischen Aspekten werden hier sehr gut beleuchtet. Und auch sehr gut beschrieben. Die Charaktere haben eine besondere Tiefe. Es wird nie langweilig. Viele Emotionen und Beziehungen treffen aufeinander. Und trotzdem ist es spannend und zugleich eine leichte luftige Sommerlektüre. Vor allem zum Anhören als Hörbuch sehr angenehm. Dabei noch durch den Wald streifen, sehr perfekt!
Ein berührendes Naturspektakel! Um nach ihrer Stillgeburt Abstand zu gewinnen und sowohl ihrem Freund, als auch Oslo zu entfliehen, nimmt Biologin Eva das Angebot an, in der Provinz, nach dem Eremitenkäfer zu suchen, der in Norwegen bislang als nahezu ausgestorben galt. Dort angekommen wird sie nicht nur mit der schrulligen Nachbarin Olga und ihrem gut gehüteten Familiengeheimnis konfrontiert, sondern auch mit einem Bauprojekt, das es zu unbedingt verhindern gilt. Mit ihrem Roman „Der Einsiedlersommer“ hat Biologin und Autorin Anne Sverdrup-Thygeson haargenau meinen Geschmack getroffen. Zum Einen hat mir die einfühlsam und unaufgeregt erzählte, herzerwärmende Geschichte über die generationsübergreifende Freundschaft der beiden Frauen sehr gefallen, zum Anderen die aber auch die, zum Nach- und Umdenken anregende, wichtige Botschaft in Sachen Naturschutz. Ebenso wie Hauptprotagonistin Eva und auch der Autorin, liegen mir Natur und tatsächlich auch jegliche Art von Krabbelzeugs sehr am Herzen, daher konnte ich mich nicht nur hervorragend mit dem Inhalt identifizieren, sondern habe zudem auch die grandiosen Naturbeschreibungen der norwegischen Wälder sehr genossen. Gleichermaßen bildhaft wie fachlich detailliert und lehrreich, empfand ich sie im hektischen Alltag sogar als überaus entspannend und erdend. Die Liebe zur Natur steckt einfach in jedem Satz und ist so stark spürbar, dass sie geradezu ansteckend ist und ein innerliches Wohlgefühl auslöst. Da mich die Story so gepackt hat, ich allerdings nicht so viel Zeit zum lesen hatte, jedoch iwissen wollte wie es weitergeht, habe ich teilweise auch zum Hörbuch gegriffen, welches von Heike Warmuth übrigens auch sehr schön, passend und eingängig gelesen wird. Fazit: Der Einsiedlersommer hat nicht nur eine wunderschöne und packende Geschichte inne, sondern auch eine wichtige Lektion in Sachen Naturschutz. Absolut Lesenswert!
Die Naturschutzbiologin Anne Sverdrup-Thygeson schreibt einen Roman über eine Frau, die an einem Tiefpunkt ihres Lebens, eine Auszeit von ihrem bisherigen Leben in Oslo nimmt, um in der entlegensten Ecke ihres Landes den als ausgestorben geltenden Eremitenkäfer zu suchen und nebenbei eine Kartierung der Flächen vorzunehmen. Ein Buch über das Thema unserer Zeit, den Naturschutz, so denkt man. Aber dieses Buch ist so viel mehr. Die Autorin handelt in ihrem knapp 500 Seiten umfassenden Roman viele wichtigen Themen unserer Zeit ab. Die 33 Jahre alte Biologin Eva lernt an ihrem neuen Wirkungsort ihre Nachbarin Olga kennen, eine eigenwillige 76 Jahre alte Frau, die ihr ganzes Leben auf dem Hof ihrer Familie verbrachte und nun seit 12 Jahren alleine dort lebt. Die beiden Frauen, die zunächst keinen Draht zueinander finden, verbindet so viel in ihrem Leben. Sie leben beiden nicht nur mit und für die Natur, sie haben auch beide ihr neugeborenes Kind verloren. Ein Trauma, das ein Leben prägt und grundlegend verändert. Bald stellt sich heraus, dass die einzigartigen uralten Eichenwälder von Olgas Heimat demnächst einem Tagebau zum Opfer fallen sollen. Bei ihren Gesprächen über den Verlust ihres Kindes freunden Eva und Olga sich an und erkennen, dass sie einander helfen können. Nicht nur in der Bewältigung ihrer Trauer, sondern auch beim Schutz der von beiden so geliebten Natur, aber auch bei der Bewältigung von 68 Jahre alten Familiengeheimnissen. In einer stillen Geschichte über die Gefahr für unsere Natur packt Anne Sverdrup-Thygeson eine zu Herzen gehende Geschichte über die Freundschaft zweier Frauen, die gemeinsam den Verlust ihrer Kinder überwinden und wieder zu sich selbst finden. Das Schicksal von Olga ist tragisch. Mit der späten Freundschaft findet sie nicht nur aus ihrer Isolation sondern auch zu einer Versöhnung mit ihrem Vater in letzter Minute. Der Autorin gelingt es exzellent in der Geschichte zweier Frauen und ihrer persönlichen Traumata ihr Fachgebiet, den Naturschutz, dem Leser näher zu bringen. Ein Buch für jung und alt, packend bis zum Schluss. Es lädt dazu ein, der faszinierenden Natur Skadinaviens mal wieder einen Besuch abzustatten.