4.3

Dunkle Momente

von Elisa Hoven

Format:Hardcover
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Eva Herbergen ist Strafverteidigerin mit ganzer Seele. Ihre Aufgabe ist es, Menschen vor Strafe zu bewahren: die berühmte Schriftstellerin, den gebrechlichen Millionär, die überforderte Stiefmutter. Sie weiß, es braucht nicht viel, dass aus einem Menschen ein Verbrecher wird, vielleicht sogar ein Mörder. Es genügt ein dunkler Moment, der die Wendung markiert – zum Opfer oder zum Täter. Auch Eva kämpft mit diesen Grenzen, die sie selbst schon überschritten hat, mit den blinden Flecken unserer moralischen Verurteilung. Mit jedem Fall, den Eva erzählt, in dem die Grenze zwischen Gerechtigkeit und Recht verschwimmt, lösen sich ihre Gewissheiten auf. Bis sie sich fragt, welche Konsequenzen sie ziehen muss.»Dunkle Momente« ist ein packender Roman über die ethischen und moralischen Dilemmata jedes Einzelnen, darüber, dass Recht und Gerechtigkeit nicht immer das Gleiche sind. Mit unbestechlichem Blick stellt Elisa Hoven die Eindeutigkeit infrage und zeigt, dass ein Mensch immer mehr ist als seine Tat. 

Literary & Contemporary Fiction
Hardcover
Erschienen an: February 26, 2025

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Aktuelle Rezensionen(25)

4.3(187 ratings)
Alexa EngelRezension von Alexa Engel

Der Roman Dunkle Momente von Elisa Hoven erzählt aus der Perspektive der Strafverteidigerin Eva Herbergen, die auf prägende Stationen ihres Berufslebens von 30 Jahren zurückblickt. Anhand von neun Fällen schildert sie Situationen, in denen eindeutige Schuldzuweisungen ins Wanken geraten und moralische Gewissheiten brüchig werden. Ihre Mandanten stammen aus sehr unterschiedlichen Lebensrealitäten – darunter etwa eine überforderte Frau in einem familiären Konflikt ebenso wie Angeklagte in schweren Gewaltdelikten. Was auf den ersten Blick wie ein vielschichtiges Konzept wirkt, zeigt jedoch schnell Schwächen in der Umsetzung. Die einzelnen Episoden stehen oft zu sehr für sich, sodass kaum ein zusammenhängender Erzählfluss entsteht. Es ist keineswegs ein Roman, sondern eine Ansammlung von episodischen Kurzgeschichten. Eva Herbergen bleibt trotz ihrer Rolle als Erzählerin überraschend konturlos und dient häufig eher als Verbindungselement zwischen den Fällen als als eigenständige, tief ausgearbeitete Figur. Auch ihr innerer Konflikt, der eigentlich das emotionale Zentrum bilden könnte, wird nur angerissen und entwickelt nicht die notwendige Intensität. Sprachlich prägt Hovens juristischer Hintergrund den Text deutlich. Die Fälle sind nachvollziehbar und sachlich sauber konstruiert, auch sehr interessant. Viele Passagen sind in ihrer Dardtellung analytisch, und spiegeln emotionale und seelische Einstellung der Autorin dazu wider. Die Dramaturgie leidet ein wenig unter der episodischen Struktur: Kaum beginnt man, sich für einen Fall zu interessieren, ist er schon wieder abgeschlossen. Die ständigen Wechsel verhindern Bindung an Figuren oder Situationen. Regen jefoch zum Nachdenken über Moral, Rechtsprechung und Ethik an. Unterm Strich ist Dunkle Momente ein interessantes Konzept. Die Stärke liegt klar in den juristischen Fragestellungen und den moralischen Dilemmata, während Figurenzeichnung, Sprache und erzählerische Tiefe deutlich schwächer ausfallen. Wer sich für Rechtsethik interessiert, wird hier Denkanstöße finden und bleibt ganz sicher nicht unberührt.

Sandy GrotelohRezension von Sandy Groteloh

Elisa Hoven gelingt mit „Dunkle Momente“ ein beeindruckender Spagat zwischen juristischer Präzision und tiefgreifender Fiktion. Als Leserin/Leser begleiten wir die Strafverteidigerin Eva Herbergen durch neun komplexe Fälle, die weit über das übliche „Schuldig oder Unschuldig“ hinausgehen. Was mir besonders gefallen hat: Das Buch ist kein klassischer Thriller, sondern eine psychologische und moralische Auseinandersetzung mit unserem Rechtssystem. Ob es um den Rentner geht, der zur Waffe greift, oder um die Frage, wie viel Empathie ein Täter verdient – Hoven zwingt einen dazu, die eigenen moralischen Kompasse zu hinterfragen. Die Fälle fühlen sich erschreckend echt an (was bei der Expertise der Autorin kaum verwundert). Besonders stark fand ich die Rahmenhandlung um Eva Herbergen selbst. Ihr eigenes Geheimnis gibt der Geschichte eine zusätzliche Ebene und verbindet die einzelnen Episoden zu einem großen Ganzen. Die Sprache ist klar und sachlich, aber dennoch emotional packend. Fazit: Ein Muss für alle, die sich für Justiz, Ethik und die Grauzonen des Lebens interessieren. Ich freue mich definitiv schon auf das nächste Buch der Autorin!

MaggyRezension von Maggy

Die beschriebenen Fälle fand ich interessant und spannend, sodass ich das Buch sehr schnell durchgelesen habe. Das Verhalten der Anwältin wirkte auf mich oft befremdlich, auch wenn am Ende eine Erklärung dafür geliefert wurde. Besonders beschäftigt hat mich die zentrale Frage, ob unser Rechtssystem eigentlich wirklich funktioniert. Insgesamt hat mich das Buch überzeugt, und ich kann mir gut vorstellen, noch weitere Werke der Autorin zu lesen.

Jessica Rezension von Jessica

Das Buch Dunkle Momente von Elisa Hoven hat mich wirklich sehr berührt und zum Nachdenken gebracht. Besonders die Hauptfigur Eva Herbergen fand ich unglaublich spannend, weil sie nicht die „perfekte“ Strafverteidigerin ist, sondern eine sehr menschliche. Während ich gelesen habe, hatte ich oft das Gefühl, ihre Entscheidungen nachvollziehen zu können – auch wenn sie sich dabei in Grauzonen bewegt oder sogar bewusst Regeln überschreitet. Genau das hat das Buch für mich so besonders gemacht, weil es zeigt, dass es im echten Leben eben nicht immer nur richtig oder falsch gibt. Was mich besonders beschäftigt hat, war der Moment, wenn sie später merkt, dass manche Mandanten sie getäuscht haben. Das hat bei mir ein richtiges Unbehagen ausgelöst, weil man sich fragt, ob ihre Entscheidungen am Ende wirklich gerecht waren. Ich fand das Buch insgesamt sehr spannend, aber vor allem emotional und ehrlich. Es hat mich dazu gebracht, über Moral, Gerechtigkeit und die Grenzen des eigenen Handelns nachzudenken. Für mich war es definitiv ein Buch, das man nicht so schnell vergisst.

Jane Dvorskaya Rezension von Jane Dvorskaya

Kurze Fälle, die lange nachwirken. Es geht um Schuld, Moral, Grauzonen. Nichts ist eindeutig. Die Perspektive ist klar und nah an der Praxis. Man merkt, dass hier jemand schreibt, der das System kennt. Gerade das macht es so spannend. Hat mich immer wieder ins Grübeln gebracht. Was ist richtig, was ist falsch, und wer entscheidet das eigentlich? Unaufgeregt, aber sehr wirkungsvoll. Ich nehme mir in der Bibliothek immer wieder spontan etwas mit und das war so ein Fund, der sich total gelohnt hat.

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