Haus aus Wind
von Laura Naumann
Getrieben von düsteren Gedanken in ihrem Alltag und einem unentwegten Rasen im Körper strandet Johanna in einem Surfcamp an der Algarve. Anstatt nach zwei Wochen Sommerurlaub nach Hause zurückzukehren, ihre Karriere als Synchronsprecherin wieder aufzunehmen und die Beziehung zu Rosa zu retten, bleibt sie an der Atlantikküste. Sie beginnt im Surfcamp zu arbeiten, verliebt sich in zwei Frauen auf einmal und scheint sich mit jedem Tag in den Wellen etwas leichter zu fühlen. Doch mit dem Herbsteinbruch holt sie das wieder ein, was sie eigentlich hinter sich lassen möchte.»Haus aus Wind« ist ein Surfroman ohne Surferboys, ein Sommerroman mit einem stürmischen Winter. Das verspätete Coming of Age eines zu früh erwachsen gewordenen Kindes. Und die Geschichte einer queeren ostdeutschen Frau, die nach ihrer eigenen Stimme sucht. 
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Haus aus Wind
von Laura Naumann
Getrieben von düsteren Gedanken in ihrem Alltag und einem unentwegten Rasen im Körper strandet Johanna in einem Surfcamp an der Algarve. Anstatt nach zwei Wochen Sommerurlaub nach Hause zurückzukehren, ihre Karriere als Synchronsprecherin wieder aufzunehmen und die Beziehung zu Rosa zu retten, bleibt sie an der Atlantikküste. Sie beginnt im Surfcamp zu arbeiten, verliebt sich in zwei Frauen auf einmal und scheint sich mit jedem Tag in den Wellen etwas leichter zu fühlen. Doch mit dem Herbsteinbruch holt sie das wieder ein, was sie eigentlich hinter sich lassen möchte.»Haus aus Wind« ist ein Surfroman ohne Surferboys, ein Sommerroman mit einem stürmischen Winter. Das verspätete Coming of Age eines zu früh erwachsen gewordenen Kindes. Und die Geschichte einer queeren ostdeutschen Frau, die nach ihrer eigenen Stimme sucht. 
Aktuelle Rezensionen(4)
"Haus aus Wind" ist ein solides Buch, das mich letztlich aber nicht so richtig abgeholt hat. Ich hab mir leider etwas mehr erhofft - vor allem mehr Charakterentwicklung.
3,5 ⭐️ Ich mochte das Buch prinzipiell schon, aber es war einfach auch nicht so das, was ich mir darunter vorgestellt habe. Irgendwo habe ich einen Surfer-Sommerroman mit Lovestory erwartet und nicht damit gerechnet, dass so harte Themen und eine so große Schippe Melancholie auf mich zukommen. Die Protagonistin hadert stark mit sich und ihrem Selbstwert. Sie ist nach der Trennung von ihrer Exfreundin stark gebrochen und muss erstmal wieder ihren Weg und sich selbst finden, dafür reist sie an die portugiesische Algarve und lernt dort interessante queere Charaktere kennen. Ich fand dabei besonders Robyn sehr spannend, die mich durch ihre mysteriöse und glamouröse Art ein Stück an Evelyn Hugo erinnerte, umso mehr bedauere ich, dass man nie richtig viel über sie erfährt und sie unnahbar bleibt. Genau wie Luz kratzen die Charaktere an der Oberfläche und so baut man mit ihnen auch nicht wirklich eine tiefe Verbindung auf. Das Setting wurde wirklich schön beschrieben und bisschen Sommerurlaubsfeeling kam doch auf, aber am Ende fehlte mir die Entwicklung der Protagonistin. Natürlich hat sie am Ende bewiesen, dass sie nicht mehr die Johanna vom Anfang des der Reise ist, aber sie verweilt mir am Ende doch zu sehr in ihren Mustern und die Gespräche mit ihrem Kuscheltier fand ich irgendwie etwas nervig, aber ich denke diese sind ein Sinnbild für Johannas innere Verzweiflung. All in all wollte ich dieses Buch echt lieben, da ich schon ne Weile nach einer erfüllten Lesbian Lovestory suche, aber es hat leider nicht gereicht.
In der Buchhandlung spontan mitgenommen (u. A. das schöne Cover, schuldig) und obwohl ich weder surfe, noch Urlaub an der Algarve plane — dieses Buch hat mich mitgerissen, wie eine Welle. DANKE an Laura Naumann für ihr Romandebüt, das sich in mein Herz gedrängt hat. Johanna ist nach der Trennung ihrer langjährigen Partnerin Rosa an der Algarve gestrandet, fliegt nach Ende des Urlaubs doch nicht zurück und beginnt in einem Surfcamp zu arbeiten. Im Gepäck: Gerd, das sprechende Hamster-Plüschtier. „Der Schmerz ist klebrig und glänzt schwarz. Er trägt einen roten Anorak, seit Jahren nicht gewaschen, und er macht Lärm auf einer mir bekannten Frequenz.“ Johanna ist so relatable, dass es manchmal schmerzt. Die Menschen, die sie trifft; die Erfahrungen, die sie macht — eine wunderbare, kurze Reise, auf der ich „Johanni“ gern noch weiter begleitet hätte. „Aber irgendwo in mir drin, auf irgendeiner Ebene, schienen Wahnsinn, die Angst vor dem Zusammenbruch aller Konstanten und Bezüge, die Möglichkeit, sich selbst zu verlieren und zur gleichen Zeit in sich gefangen zu sein, hilflos und nichts verstehend, schon immer unangenehm naheliegend.“ Der zeitliche Hauptstrang ist immer wieder durchzogen von Erlebnissen aus Johannas Vergangenheit. Mir gefiel besonders, dass diese nicht wahllos gesetzt sondern einen Bezug zum jeweiligen gegenwärtigen Ereignis haben. Viele der Dialoge sind in englischer Sprache, ab und zu auch portugiesisch, was es sehr authentisch wirken lässt. Man könnte ewig hier weiterschreiben, es passiert so viel auf diesen 332 Seiten: Die Eltern, die Kindheit, die Ex-Partnerin, die woken Gespräche mit den Surf-Buddys, Gerd, … Dennoch ist das Buch keineswegs überladen; es ist nicht unlogisch aufgebaut, es ist spannend, lustig und traurig, zärtlich, aber auch hart — und steamy. Es verdient so viel mehr Sichtbarkeit und Aufmerksamkeit. Und bitte, ich möchte weitere Bücher von ihr lesen.
Konnte mich mit seiner Form und den Figuren leider nicht ganz überzeugen Ich habe mir von diesem queeren Sommerroman, der doch Einiges an Tiefe versprach, ziemlich viel erhofft. Daher war ich recht ernüchtert, als sich bis etwa zur Hälfte einfach kein richtiger Lesefluss einstellen wollte. Vielleicht passte das Buch gerade nicht zu meiner Stimmung, vielleicht lag es aber auch an Stil und Figuren. Gleich zu Beginn ist mir persönlich der häufige Sprachwechsel von deutsch zu englisch negativ aufgefallen. Das ist ohne Frage authentisch, ich finde es aber auch nicht besonders zugänglich. Menschen, deren Englisch nicht so gut ist, werden hier echt zu kämpfen haben, weil schon wirklich auch inhaltlich viel in dieser Sprache passiert. Mein Englisch ist sehr gut und trotzdem hat es mich jedes Mal kurz rausgeworfen. Das wird zum zähen Leseerlebnis beigetragen haben. Johannas Innenleben und ihre Vergangenheit kennenzulernen (besonders auch ihre absolut furchtbaren Eltern), fand ich aber gut gestaltet. Ich denke, mir war der Text auch inhaltlich etwas zu schwer für meine aktuelle Stimmung, aber das möchte ich dem Buch nicht ankreiden. Denn ganz grundsätzlich bin ich sehr offen für ernste Themen und dem nimmt sich die Autorin auf jeden Fall mit viel Feingefühl an. Sie beschreibt zum Beispiel, dass 6uelle Übergriffe auch im queeren Bereich vorkommen können und ebenso ernstgenommen werden sollten. Was mich jedoch deutlich gestört hat, waren die Figuren selbst bzw. der Umgang zwischen ihnen. Mir waren sowohl Johanna, als auch Luz und Robyn einfach zu distanziert und verschlossen, gefühlt habe ich sie alle drei nicht wirklich - auch in Interaktion miteinander. Dabei bringen alle drei wirklich spannende Vorgeschichten und Herausforderungen mit, etwa Luz als fremdgeoutete lesbische Profisurferin, die daraufhin ihre Karriere beenden musste. Auch einige kleinere Nebenfiguren fand ich interessant konstruiert. Ich habe gemerkt, dass die Autorin extrem informiert und diskriminierungssensibel ist - das hat mir sehr gut gefallen. Marlene und Emília hätte ich gern noch viel besser kennengelernt, weil sie mir ein wenig von der Fürsorge und Wärme gegeben haben, die mir vorher fast kontinuierlich gefehlt hat. Ich denke, das ist einfach der größte Knackpunkt für mich - ich suche in queeren Geschichten immer auch Sanftheit und davon gab es für mich persönlich zu wenig. Die Figuren schienen mir überwiegend Einzelkämpfer*innen zu sein. In jedem Fall ist der Roman stilistisch innovativ, wenn auch nicht ganz mein Geschmack. Außerdem ist es eine Geschichte über inneres Heilen, ohne dabei sonderlich geradlinig oder auch nur annähernd romantisierend zu sein. Johannas Schmerz ist greifbar und wer das in Kombination mit einem besonderen Stil gern begleiten will, wird hier gut beraten sein. Ich runde für die grundlegende Idee und Tiefe des Buchs auf 3 Sterne auf, auch wenn die Lektüre für mich ziemlich lang zäh war.