4.2

Treppe aus Papier

von Henrik Szántó

Format:Hardcover
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Was würden die Wände erzählen, wenn sie sprechen könnten? Die Geschichte eines Hauses und seiner Bewohner von der NS-Zeit bis heute.Im Treppenhaus eines alten, vierstöckigen Hauses begegnen sich die Schülerin Nele Bittner und die 90-jährige Irma Thon. Sie beginnen ein Gespräch, durch das der trockene Geschichtsstoff für Nele lebendig wird. Ihre Geschichte erzählt das Gebäude selbst, in dessen Mauern, Dielen, Rohren und Ritzen Erinnerungen an alle Bewohner hausen — über ein Jahrhundert hinweg. Zu Irma hat das Haus eine besondere Bindung, denn sie hat schon als Kind mit ihren nazitreuen Eltern im ersten Stock gewohnt. In der obersten Etage lebt Nele in der Wohnung, die einst Familie Sternheim bewohnte, deren Schicksal Irma mitzuverantworten hat. Für das Haus passiert immer alles zugleich: Während die kleine Ruth Sternheim die Treppe runterspringt, erinnert es sich schon an die SA, deren Knüppel das Schaufenster des Sternheim'schen Uhrengeschäfts im Erdgeschoss Jahre später zerbersten lassen. Während Irma zum Ende ihres Lebens zurückblickt, fördert Nele mit ihren Fragen das Verdrängte in der eigenen Familie zutage.

Gegenwarts- & Literarische Fiktion
224 Seiten • Hardcover
Erschienen an: August 20, 2025

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Aktuelle Rezensionen(22)

4.2(162 ratings)
SirinRezension von Sirin

Unglaublich interessante Erzählerperspektive: Die Gebäude erzählen vom Leben, das sich in ihnen abgespielt hat. Unterschiedliche Geschichten, die sich über die Jahre in den selben Wohnungen ereignet haben. Die von Krieg und Liebe, von Freundschaft und Verlust, von Geburt und Tod gezeichnet sind. In ihren Wänden, Rohren und kleinsten Ritzen sitzen die Erinnerungen fest. Menschen ziehen ein, Menschen ziehen aus, doch das Haus selbst vergisst nichts.

AnnegretRezension von Annegret

Die Protagonistin ist das Mehrfamilienhaus. Sie erzählt die Geschichten der Bewohner:innen. Das war zu Beginn verwirrend, dann aber wunderschön berührend. Der Themenfokus liegt vor allem auf der NS-Zeit.

AngiRezension von Angi

unglaublich bewegende Geschichte, mit Denkanstößen und die Frage der eigenen familiären Vergangenheit,

ZoryaRezension von Zorya

Beim Lesen von Treppen aus Papier habe ich mich sofort von der Grundidee angesprochen gefühlt. Wahrscheinlich fragt sich irgendwann jeder einmal, wer vor einem selbst in der Wohnung oder im Haus gelebt hat, wer es erbaut hat und welche Schicksale sich dort abgespielt haben. Besonders die Verbindung zwischen der NS-Zeit und der Gegenwart fand ich spannend und gelungen. Leider konnte mich das Buch sprachlich nicht wirklich mitnehmen. Stellenweise wirkte es auf mich so, als wollte man zu viele stilistische Besonderheiten einbringen, wodurch sich die Geschichte für mich eher schwer lesen ließ. Schade, denn die eigentliche Idee hat großes Potenzial. Das Ende wiederum fand ich gut gemacht und stimmig. Was mich zusätzlich irritiert hat, war die zeitliche Einordnung der Generationen. Meiner Meinung nach fehlt in der Familiengeschichte eine ganze Generation – Neles Großeltern können zeitlich eigentlich kaum Erwachsene in der NS-Zeit gewesen sein. Das wirkte auf mich nicht ganz nachvollziehbar. Insgesamt also: starke Idee, interessantes Thema und gutes Ende, aber leider trotzdem nicht mein Buch.

isabellRezension von isabell

Ich hatte anfangs wie viele hier meine Schwierigkeit reinzukommen, aber dran bleiben lohnt sich! Sprachlich wie inhaltlich eines der berührendsten Bücher, die ich seit langem gelesen habe. Und vor allem, das Fragen im Kopf aufmacht, die sicher noch eine ganze Weile nachwirken werden.

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