»Man kann Menschen nicht retten, das haben wir beide gelernt.«»Endlich. Endlich schreibt jemand über eine junge Frau, die klüger ist, als es ihre Umgebung ihr zugesteht, und die selbst noch nicht weiß, wohin damit. Louise Kennedy trifft diese innere Unruhe, diese Sehnsucht nach Zugehörigkeit so präzise, dass man denkt: Das bin ich. Das war ich. Das waren wir alle.« Iris BerbenEs sind die 1980er-Jahre, Róisín ist 15, in ihrem kleinen irischen Städtchen gilt sie als Außenseiterin. Sie und ihre Ma leben in einem bescheidenen, nasskalten Haus – still ist es geworden, seit ihr Vater sie verlassen hat. Róisín fühlt sich zu Red hingezogen, als sie ihn zum ersten Mal trifft. Seine Cargo-Jacke, die er über den Schulblazer gezogen hat, seine ungewöhnlich förmliche, sarkastische Art zu sprechen, die vielen Anspielungen auf Bücher und Musik. Er ist anders auf die Weise, wie sie anders ist. Als ihre Bindung tiefer wird, verflechten sich ihre beiden Leben immer stärker. Red und Róisín gehören zu jener Auswanderungswelle in das Vereinigte Königreich, die aus einem Irland aufbricht, das ihnen wenig zu bieten scheint. Während Róisín versucht, anzukommen und sich ein eigenes Leben aufzubauen, gerät Red in den Strudel eines selbstzerstörerischen Abstiegs. Louise Kennedy erzählt in ihrem lang erwarteten zweiten Roman eine kraftvolle Geschichte von der Unmöglichkeit, andere Menschen zu retten, und der zerstörerischen Macht unausgesprochener Wahrheiten. Mit eindringlicher Präzision und emotionaler Wucht entwirft sie das Porträt einer Frau, die zwischen zwei Ländern, zwei Zeiten und ihren eigenen Dämonen gefangen ist – und die verstehen muss, dass manche Verluste nie zu verwinden sind.
Was ist bookie?
- Gratis Lieferung in Deutschland
- Finde Bücher die zu dir passen
- Tracke dein Leseverhalten und setze dir Ziele
- Connecte dich mit anderen Leser*innen
Red
von Louise Kennedy, Hans-Christian Oeser, Claudia Glenewinkel
»Man kann Menschen nicht retten, das haben wir beide gelernt.«»Endlich. Endlich schreibt jemand über eine junge Frau, die klüger ist, als es ihre Umgebung ihr zugesteht, und die selbst noch nicht weiß, wohin damit. Louise Kennedy trifft diese innere Unruhe, diese Sehnsucht nach Zugehörigkeit so präzise, dass man denkt: Das bin ich. Das war ich. Das waren wir alle.« Iris BerbenEs sind die 1980er-Jahre, Róisín ist 15, in ihrem kleinen irischen Städtchen gilt sie als Außenseiterin. Sie und ihre Ma leben in einem bescheidenen, nasskalten Haus – still ist es geworden, seit ihr Vater sie verlassen hat. Róisín fühlt sich zu Red hingezogen, als sie ihn zum ersten Mal trifft. Seine Cargo-Jacke, die er über den Schulblazer gezogen hat, seine ungewöhnlich förmliche, sarkastische Art zu sprechen, die vielen Anspielungen auf Bücher und Musik. Er ist anders auf die Weise, wie sie anders ist. Als ihre Bindung tiefer wird, verflechten sich ihre beiden Leben immer stärker. Red und Róisín gehören zu jener Auswanderungswelle in das Vereinigte Königreich, die aus einem Irland aufbricht, das ihnen wenig zu bieten scheint. Während Róisín versucht, anzukommen und sich ein eigenes Leben aufzubauen, gerät Red in den Strudel eines selbstzerstörerischen Abstiegs. Louise Kennedy erzählt in ihrem lang erwarteten zweiten Roman eine kraftvolle Geschichte von der Unmöglichkeit, andere Menschen zu retten, und der zerstörerischen Macht unausgesprochener Wahrheiten. Mit eindringlicher Präzision und emotionaler Wucht entwirft sie das Porträt einer Frau, die zwischen zwei Ländern, zwei Zeiten und ihren eigenen Dämonen gefangen ist – und die verstehen muss, dass manche Verluste nie zu verwinden sind.
Aktuelle Rezensionen(1)
Red hat mich von Anfang an unglaublich stark in seine Zeit und in die Gegend von England und Irland zurückversetzt. Der Ton, die Atmosphäre und die Beschreibungen von Alltäglichkeiten haben sich für mich so authentisch angefühlt, dass ich irgendwann nicht mehr das Gefühl hatte, nur über diese Zeit zu lesen, sondern wirklich mittendrin zu sein. Auch wenn das Buch fortschreitet und es Zeitsprünge gibt, spürt man diese Veränderungen auch in der Geschichte. Dabei habe ich ganz nebenbei auch einiges über die Geschichte zwischen Irland und England in den 1980er-Jahren gelernt – Dinge, die wir in der Schule entweder nie behandelt haben oder die zumindest nicht bei mir hängen geblieben sind. Es ist Teil der Handlung, drängt sich aber niemals vor die eigentliche Geschichte. Denn das Buch hat so viele Facetten. Da ist zum einen Róisín und ihr Erwachsenwerden. Ihre Suche nach Zugehörigkeit und gleichzeitig der Versuch, sie selbst zu bleiben. Ihre Wut, ihr Zorn, ihre Scham und ihre Schuld. Ich fand ihre Entwicklung unglaublich authentisch, gerade weil sie nicht immer einfach oder geradlinig ist. Und dann ist da Red und sein Kampf gegen seine Sucht. Erst nach und nach erfährt man, was ihm zugestoßen ist. Auch die anderen Figuren wirken so menschlich, widersprüchlich und echt. Genau das sorgt dafür, dass ich mich vollkommen in die Geschichte hineinversetzt gefühlt habe. Und für mich die stärkste Seite des Buches: Es hat etwas in mir ausgelöst. Es schärft den Blick dafür, dass jeder Mensch Teil unserer Gesellschaft ist und wir doch so selten wissen, welche Geschichten sich hinter den Fassaden verbergen. Warum jemand einen bestimmten Lebensweg eingeschlagen hat. Welche Entscheidungen bewusst getroffen wurden und welche vielleicht gar keine wirklichen Entscheidungen waren. Red ist eines dieser Bücher, die für mich nicht mit der letzten Seite enden. Ich glaube, dass mich die Geschichte und besonders ihre Figuren noch lange beschäftigen werden. Über allem liegt dabei ein leicht melancholischer, aber gleichzeitig auch erstaunlich tröstlicher Ton. Ein sehr menschliches, vielschichtiges und beeindruckendes Buch, das mir ausgesprochen gut gefallen hat.