Jennette McCurdy war eine der Hauptdarstellerinnen in Nickelodeons Hit-Serie iCarly, deren Spin-off Sam & Cat sowie in der Netflix-Serie Between. Ihre Essays erschienen in der Huffington Post und im Wall Street Journal. Ihr Memoir I’m Glad My Mom Died ist ein NYT-Kultbesteller mit 4 Millionen verkauften Exemplaren. Sie lebt in Los Angeles. Half His Age ist ihr erster Roman. Olivia Kuderewski, 1989 geboren, hat vergleichende Literaturwissenschaft in Augsburg und Sevilla und literarisches Schreiben in Hildesheim studiert. Sie lebt in Berlin, hat die Romane Lux und Haha Heartbreak veröffentlicht und arbeitet als freie Autorin, Lektorin, Dozentin und Übersetzerin.
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Half His Age
von Jennette McCurdy, Olivia Kuderewski
Jennette McCurdy war eine der Hauptdarstellerinnen in Nickelodeons Hit-Serie iCarly, deren Spin-off Sam & Cat sowie in der Netflix-Serie Between. Ihre Essays erschienen in der Huffington Post und im Wall Street Journal. Ihr Memoir I’m Glad My Mom Died ist ein NYT-Kultbesteller mit 4 Millionen verkauften Exemplaren. Sie lebt in Los Angeles. Half His Age ist ihr erster Roman. Olivia Kuderewski, 1989 geboren, hat vergleichende Literaturwissenschaft in Augsburg und Sevilla und literarisches Schreiben in Hildesheim studiert. Sie lebt in Berlin, hat die Romane Lux und Haha Heartbreak veröffentlicht und arbeitet als freie Autorin, Lektorin, Dozentin und Übersetzerin.
Aktuelle Rezensionen(44)
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Ich habe mich sehr auf das Buch gefreut – und es hat meine Erwartungen sogar übertroffen. Man lebt so richtig im Kopf der Protagonistin. Man lernt sie kennen und versteht immer besser, welche psychischen Mechanismen greifen und welche Rolle ihre Vergangenheit dabei spielt, dass sie überhaupt in diese Situation gerät. Vieles, was gesagt oder getan wird, ist problematisch – aber das Buch lässt es nie einfach so stehen. Es wird immer wieder aufgefangen, eingeordnet und kritisch in den Gesamtkontext gestellt. Zum Beispiel, wenn die netten Worte des Lehrers als Konditionierung ihres Verhaltens enttarnt werden. Dabei wird die Beziehung auch nie romantisiert oder als sexy dargestellt. Sie durchschaut vieles. Und macht es trotzdem. Genau das macht sie so menschlich. Und irgendwann findet sie "ihre eigene Stärke". Ich habe mich beim Lesen richtig mitgenommen gefühlt. Fast so, als würde man eine Freundin begleiten, die langsam auf die schiefe Bahn gerät – und dann doch noch die Kurve bekommt. Die Sprache ist sehr explizit und der Humor ziemlich dunkel. Das muss man mögen. Für mich hat es hier aber genau funktioniert und war ein gutes Stilmittel.
Waldo ist Schülerin und beginnt eine Affäre mit ihrem rund zwanzig Jahre älteren, verheirateten Lehrer Mr. Korgy. Was zunächst wie eine verbotene Anziehung beginnt, entwickelt sich zu einer intensiven und zunehmend verstörenden Beziehung. Es geht um Begehren, Abhängigkeit, Anerkennung und vor allem um Waldos verzweifelten Wunsch, gesehen und geliebt zu werden. Schon ab den ersten Kapiteln hat mich die Geschichte in einen unglaublichen Sog gezogen. Der Schreibstil ist schroff, vulgär, direkt, rotzig und schonungslos ehrlich. Die Autorin nimmt kein Blatt vor den Mund, beschönigt nichts und überschreitet gefühlt jede Grenze. Gleichzeitig ist ihre Sprache manchmal skurril und humorvoll. Besonders geliebt habe ich, wie sie Dinge aufzählt, immer weiter aufzählt und dann noch einen draufsetzt. Genau dieses Stilmittel hat mich begeistert. Form und Inhalt verschmelzen hier für mich beinahe miteinander. Ich hatte von Anfang an das Gefühl, direkt in Waldos Kopf zu stecken. Ihre Gedanken, Gefühle und inneren Konflikte waren unmittelbar greifbar. Besonders eindrücklich fand ich ihren fast schon manischen Wunsch, gefallen zu wollen. Sie möchte gesehen, geliebt und anerkannt werden und verliert dabei immer mehr den Blick für ihre eigenen Bedürfnisse. Dieses Bedürfnis zieht sich so intensiv durch die Geschichte, dass es teilweise schwer auszuhalten war. Nicht alles, was Waldo tut oder entscheidet, konnte ich nachvollziehen, aber gerade das fühlte sich für mich authentisch an. Ich hatte viel Mitgefühl mit ihr und fand es spannend zu beobachten, wie sie sich im Laufe der Geschichte entwickelt. Aber auch Mr. Korgy und ihre Mutter machen ihre eigenen Entwicklungen durch, die die Autorin sehr eindrücklich beschreibt. Die Affäre zwischen Waldo und Mr. Korgy ist dabei alles andere als romantisch. Sie ist unangenehm, verstörend, intensiv und voller Widersprüche. Genau diese Ambivalenzen machen für mich einen großen Teil des Romans aus. Obwohl es keine Handlung im klassischen Sinne gibt, konnte ich das Buch kaum aus der Hand legen. Teilweise fühlte es sich fast wie ein intimes Tagebuch an. Man ist so nah an Waldos Gedanken und Gefühlswelt, dass man sich kaum davon lösen kann. Spannend fand ich außerdem, dass Mr. Korgy im gesamten Buch ausschließlich mit seinem Nachnamen angesprochen wird. Für mich schafft das eine Distanz, die sich durch die Geschichte zieht. Dieses Buch will nicht gefallen. Es ist derb, teilweise ekelhaft, bedrückend und unbequem. Man muss mit einer vulgären und obszönen Sprache zurechtkommen. Aber genau darin liegt für mich seine Stärke. Für mich ist dieser Roman so viel mehr als eine Geschichte über Liebe, Sex oder Beziehungen. Er erzählt von Abhängigkeit, Selbstverlust und Emanzipation und hat bei mir starke, teilweise unangenehme Gefühle ausgelöst. Mich hat die Geschichte nicht losgelassen. Und genau deshalb bleibt sie für mich im Kopf.
Half His Age ist eines dieser Bücher, bei denen ich mir während des Lesens mehrfach gedacht habe: „Ich würde diesem Buch wirklich gerne weniger Sterne geben.“ Und trotzdem kann ich es nicht. Der Schreibstil war unglaublich gut. Unglaublich bildlich, direkt und schonungslos. Dieses Buch versucht nicht, etwas sexy oder romantisch erscheinen zu lassen. Ganz im Gegenteil: Es ist ehrlich, teilweise ekelhaft und überschreitet gefühlt jede Grenze. Und genau dadurch entsteht eine Geschichte, die einen nicht so einfach wieder loslässt. Besonders beeindruckend fand ich, wie tief man in Waldos Gefühls- und Gedankenwelt hineingezogen wird. Ihre Gedanken, ihre Wahrnehmung und ihre Emotionen fühlen sich so unmittelbar an, dass es teilweise unangenehm intensiv wurde. Man versteht nicht unbedingt alles, was sie tut oder fühlt – aber man kann nachvollziehen, wie sie dort hingelangt. Und dann ist da noch Mr. Korgy. Ich fand ihn wirklich extrem abstoßend, weinerlich und ehrlich gesagt unglaublich langweilig. Genau deshalb wollte ich dem Buch an manchen Stellen am liebsten einen Stern abziehen. 😅 Aber ich denke, dass genau diese Reaktion beabsichtigt ist. Die Abneigung, das Unbehagen und die teilweise widersprüchlichen Gefühle, die man sowohl Waldo als auch Mr. Korgy gegenüber entwickelt, sind vermutlich ein ganz bewusster Teil dessen, was die Autorin mit der Geschichte erreichen wollte. Und wenn ein Buch es schafft, bei mir solche starken und unangenehmen Emotionen auszulösen, dann kann ich es am Ende nicht schlechter bewerten, nur weil ich mich dabei unwohl gefühlt habe.
als hörbuch gehört | ich fand das buch gut. es war solide. die beziehung zwischen waldo und mr. korgy war seltsam aber irgendwie doch faszinierend. es zeigt das machtgefälle und die abhängigkeit zwischen einer teenagerin und ihrem lehrer/älterem mann sehr gut. zwischenzeitlich dachte ich mir einfach nur “wtf” aber ich glaube das will das buch und die geschichte auch rüberbringen. das buch hat mich schon sehr angeekelt aber ich wollte trotzdem durchweg weiter hören.