Der Tag als die Notärztin kam, war der Tag, an dem ich wieder zu meinen Eltern gezogen bin. Mit sechsunddreißig.Nach einem einschneidendem Erlebnis zieht Hanna Hals über Kopf von Berlin in ihre alte Heimat Lüneburg zurück – zu ihren Eltern, in ihr altes Kinderzimmer, das mittlerweile das Büro ihres Vaters ist, samt Drucker, elektrischen Rollos und 90 cm Gästebett. Doch wie soll das funktionieren: ein Familienalltag von null auf hundert mit drei erwachsenen Menschen, die seit jeher Konflikte lieber unter den Teppich kehren, als sie zu klären? Zwischen alten und frischen Wunden muss Hanna lernen, sich selbst zu heilen und ihre Familie mit anderen Augen zu sehen. Und sie entdeckt, dass einen die Liebe auch in den in den hilflosesten Momenten findet …
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Pause
von Lena Kupke
Der Tag als die Notärztin kam, war der Tag, an dem ich wieder zu meinen Eltern gezogen bin. Mit sechsunddreißig.Nach einem einschneidendem Erlebnis zieht Hanna Hals über Kopf von Berlin in ihre alte Heimat Lüneburg zurück – zu ihren Eltern, in ihr altes Kinderzimmer, das mittlerweile das Büro ihres Vaters ist, samt Drucker, elektrischen Rollos und 90 cm Gästebett. Doch wie soll das funktionieren: ein Familienalltag von null auf hundert mit drei erwachsenen Menschen, die seit jeher Konflikte lieber unter den Teppich kehren, als sie zu klären? Zwischen alten und frischen Wunden muss Hanna lernen, sich selbst zu heilen und ihre Familie mit anderen Augen zu sehen. Und sie entdeckt, dass einen die Liebe auch in den in den hilflosesten Momenten findet …
Aktuelle Rezensionen(68)
Besonders mochte ich, wie nah mir diese Geschichte an manchen Stellen gekommen ist. Kleine Alltagssituationen, Wortfetzen, Gedanken und vor allem die Gespräche in Hannas Elternhaus wirkten so echt, dass ich mich beim Lesen immer wieder selbst darin wiedergefunden habe. Sätze wie „Zieh die Hausschuhe an, du bekommst sonst kalte Füße“ haben mich sofort schmunzeln lassen, weil man genau solche Sätze eben aus dem eigenen Elternhaus kennt. Lena Kupke erzählt mit einer schönen Mischung aus Leichtigkeit und Ernsthaftigkeit und mit einer sehr guten Beobachtungsgabe. Es geht um Überforderung, mentale Gesundheit, Trauer, Selbstfindung und die Frage, wer eigentlich für uns da ist, wenn es uns nicht gut geht. Besonders schön fand ich die Botschaft, dass Zuhören manchmal wichtiger ist als gut gemeinte Ratschläge. Dass man Menschen nicht einfach „in Ruhe lassen“ sollte, sondern fragen darf: Was brauchst du gerade wirklich? Wie kann ich dir helfen? Die Entwicklung ist eher langsam und die Geschichte bleibt angenehm stabil in ihrer Erzählweise. Für mich hätte sie an einigen Stellen allerdings noch etwas mehr in die Tiefe gehen dürfen. Auch Hanna wirkte auf mich manches Mal jünger, als ich sie mit Mitte 30 erwartet hätte. Große Überraschungen oder Spannung sucht man hier eher vergeblich. Und trotzdem hat mir dieses Buch gutgetan. Es war eine kleine Auszeit, eine Tasse Kaffee am heimischen Küchentisch und ein Blick auf eine Lebensphase, in der nicht alles gelöst werden muss.
„Pause“ war für mich ein Buch, das gleichzeitig leicht und tiefgründig war. Lena Kupke schafft es, alltägliche Gedanken, Überforderung und die kleinen und großen Fragen des Lebens auf eine sehr ehrliche und zugängliche Art zu verpacken. Besonders gefallen hat mir die Botschaft, dass wir nicht ständig funktionieren, produktiv sein oder irgendwo ankommen müssen. Das Buch lädt dazu ein, einmal bewusst innezuhalten und sich selbst zuzuhören – und genau das hat bei mir an einigen Stellen definitiv etwas ausgelöst. Der Schreibstil ist locker, humorvoll und gleichzeitig immer wieder überraschend nachdenklich. Es fühlt sich ein bisschen so an, als würde man mit einer guten Freundin zusammensitzen, die einem zwischendurch ein paar unbequeme, aber wichtige Wahrheiten mitgibt. An manchen Stellen hätte ich mir etwas mehr Tiefe gewünscht, weshalb es für mich keine vollen 5 Sterne geworden sind. Trotzdem ist „Pause“ ein Buch, das ich besonders denjenigen empfehlen würde, die gerade das Gefühl haben, ständig funktionieren zu müssen und dabei selbst ein bisschen auf der Strecke zu bleiben. Ein schönes Buch zum Innehalten, Reflektieren und vielleicht auch dafür, sich selbst einmal die Erlaubnis zu geben: Du musst gerade gar nichts.
Der Ausschnitt einer Lebensphase mit Tiefen und vielen Erkenntnissen. Ein Abschnitt im Leben wo man erkennt, dass man zwar nicht alleine aber einsam ist. Autenthischer Schreibstil der zwischen den Gedachten und Gesagten wechselt. Durchaus realistisch, dennoch zu wenig Tiefgang.
Ein tolles Buch mit einer mitreißenden Geschichte, in der man sich selbst an der ein oder anderen Stelle wiederfindet. Ich würde gern wissen, wie Hanna‘s Geschichte weitergeht.. :)
Ein „warmes“ Buch