4.2

Pause

By Lena Kupke

Format:Hardcover
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Der Tag als die Notärztin kam, war der Tag, an dem ich wieder zu meinen Eltern gezogen bin. Mit sechsunddreißig.Nach einem einschneidendem Erlebnis zieht Hanna Hals über Kopf von Berlin in ihre alte Heimat Lüneburg zurück – zu ihren Eltern, in ihr altes Kinderzimmer, das mittlerweile das Büro ihres Vaters ist, samt Drucker, elektrischen Rollos und 90 cm Gästebett. Doch wie soll das funktionieren: ein Familienalltag von null auf hundert mit drei erwachsenen Menschen, die seit jeher Konflikte lieber unter den Teppich kehren, als sie zu klären? Zwischen alten und frischen Wunden muss Hanna lernen, sich selbst zu heilen und ihre Familie mit anderen Augen zu sehen. Und sie entdeckt, dass einen die Liebe auch in den in den hilflosesten Momenten findet …

Literary & Contemporary Fiction
320 pagesHardcover
First published 2026-05-15

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Popular Reviews(74)

4.2(403 ratings)
JulianReviewed by Julian

Lena Kupkes Debütroman erzählt von Hanna, die nach einem körperlichen Zusammenbruch mit 36 zurück zu ihren Eltern zieht – und dort auf all die Muster trifft, die sie eigentlich hinter sich lassen wollte. Es ist ein Buch, das zwischen den Zeilen von einem schmerzhaften, nie ganz ausgesprochenen Verlust erzählt. Dass dieses Trauma im Text bewusst ausgespart bleibt, funktioniert für mich sehr gut: Es spiegelt genau das familiäre Schweigen, das Hanna im Laufe der Geschichte aufzubrechen versucht. Der Ton trägt die Geschichte gut – warmherzig, oft überraschend komisch, gerade in den Alltagsszenen bei den Eltern, in denen man das eine oder andere aus der eigenen Kindheit wiedererkennt. Gleichzeitig wird viel geweint, viel gelitten, und das Buch nimmt sich dafür angemessen Zeit, ohne in den ruhigeren Passagen an Spannung zu verlieren. Etwas ambivalenter war für mich der Umgang mit dem Thema eigene versus fremde Bedürfnisse, das sich durch das ganze Buch zieht. Hannas Wunsch, in ihrer Familie endlich offener über Probleme zu sprechen, statt sie totzuschweigen, kann ich uneingeschränkt nachvollziehen. Bei einigen Nebenfiguren dagegen, die eigene Befindlichkeit fast reflexhaft über die Bedürfnisse anderer stellen, konnte ich nicht immer mit – gerade in Momenten, in denen ich mir schlicht mehr Rückgrat gewünscht hätte. Das hat mich streckenweise regelrecht getriggert, auch wenn es dem Buch als Ganzes keinen Abbruch tut. Sprachlich ist „Pause” gut – man taucht leicht ein, ohne dass der Stil selbst zum Highlight wird. Am Ende löst sich vieles auf, die Familie findet einen ersten, zaghaften Zugang zueinander, auch wenn dieser Moment etwas konstruiert wirkt. Ein Buch, das berührt, zum Nachdenken über eigene und Familienmuster anregt – und bei mir gleichzeitig eine Generationen-Diskussion über Selbstfürsorge versus Rücksichtnahme ausgelöst hat.

Sophiii_aaaReviewed by Sophiii_aaa

Das Buch hat mich weniger durch Spannung überzeugt, sondern vielmehr durch seine Ruhe und die besondere Art, wie es die Gefühle der Protagonistin vermittelt. Ich habe mich erstaunlich oft in ihr wiedererkannt und konnte ihre Gedanken und Emotionen sehr gut verstehen und nachvollziehen. Gerade deshalb würde ich dieses Buch jedem empfehlen, der vielleicht gerade an einem Punkt im Leben angekommen ist, an dem er/sie nicht so recht weiß, wie es weitergehen soll. Allen, für die sich das Leben momentan irgendwie unfair, schwer oder beschwerlich anfühlt – oder die merken, dass ihnen ein wenig die Leichtigkeit abhandengekommen ist. Für mich war es ein Buch, das nicht unbedingt durch große Spannung fesselt, sondern vielmehr durch seine leisen Töne, seine Ruhe und das Gefühl, mit den eigenen Gedanken und Gefühlen nicht allein zu sein.

Peggy Reviewed by Peggy

❤️

thomsen_Reviewed by thomsen_

Ich kann diese Rezension nicht ohne gewisse Spoiler schreiben. Ich habe den entsprechenden Absatz markiert. Eigentlich hat „Pause“ eine richtig gute Grundidee. Hanna ist 36, lebt in Berlin und nach einem Zusammenbruch geht plötzlich nichts mehr. Sie zieht sich zu ihren Eltern nach Lüneburg zurück, raus aus einem Leben voller Ablenkungen und zurück in die gutbürgerliche Idylle ihrer Heimatstadt Lüneburg. Dort wird schnell deutlich, wie wenig in dieser Familie über Gefühle gesprochen wird. Probleme werden verdrängt, Konflikte ausgesessen und am nächsten Morgen tut man so, als wäre alles wieder in Ordnung. Dazu kommen alte familiäre Konflikte, festgefahrene Rollen und die Frage, wie es für Hanna überhaupt weitergehen soll. Auch sprachlich hat mich das Hörbuch anfangs durchaus bekommen. Lena Kupke liest selbst und ihre Sprache wirkt jung, frisch, schnell und unkonventionell. Leider hat sich dieser Eindruck bei mir ziemlich schnell ins Gegenteil verkehrt. Was zunächst frech und lebendig wirkte, empfand ich mit der Zeit zunehmend ausschweifend. Ein großes Problem ist Hanna selbst. Ich habe ihr die 36 Jahre zu keinem Zeitpunkt abgenommen. Sie denkt, spricht und handelt häufig wie eine Frau Anfang 20 und wird auch von ihren Eltern entsprechend behandelt. Einzelne Rückfälle in alte Verhaltensweisen wären gerade im Elternhaus absolut nachvollziehbar gewesen. Hier zieht sich diese Unreife aber durch den gesamten Roman. Noch anstrengender fand ich die ständigen Versuche, aus alltäglichen Situationen Comedy zu machen. Ein Besuch bei dm wird mit Pinzetten, Augenpads, Holzzahnbürsten und der Frage nach der Anordnung der Produkte ewig ausgewalzt. Eine Paketabholung bei der Post gerät zur völlig überzeichneten Slapsticknummer und selbst minutenlange Sprachnachrichten werden im Hörbuch komplett wiedergegeben. Dazu kommen Nebenfiguren und Dialoge, die immer wieder so stark überspitzt werden, dass ich mich eher fremdgeschämt als amüsiert habe. Vielleicht funktionieren manche dieser Beobachtungen als Stand-up-Bit, aber in einem fast achtstündigen Hörbuch haben sie mich irgendwann nur noch genervt. ******* SPOILER ******* Besonders schade ist das, weil unter all dem ein ernstes Thema liegt. Nach und nach wird immer deutlicher, dass Hanna vor ihrem Zusammenbruch etwas Traumatisches erlebt hat. Kupke gibt zahlreiche Hinweise, ohne jemals ausdrücklich zu sagen, was passiert ist. Vieles deutet auf den Verlust eines Kindes hin. Grundsätzlich finde ich diese Idee sogar interessant. Gerade bei einem Thema, über das häufig geschwiegen wird, kann dieses Nicht-Aussprechen ein starkes Stilmittel sein. Für mich funktioniert es hier aber überhaupt nicht. Der Roman deutet das Geschehene so oft und so demonstrativ an, dass ich mich irgendwann nicht mehr gefragt habe, was Hanna denn nicht aussprechen kann, sondern was mir die Autorin verschweigt. Und genau da ging für mich etwas schief. Statt mich mit Hannas Trauma zu beschäftigen, habe ich irgendwann nur noch darauf gewartet, endlich zu erfahren, was passiert ist. Aus dem Schweigen wird so ein künstlich aufgebautes Geheimnis, das immer wieder angeteasert und am Ende trotzdem nicht aufgelöst wird. ******* SPOILER ENDE ******** Hanna leidet darunter, dass ihre Eltern Gefühle verdrängen und Konflikte nicht austragen. Da steckt inhaltlich viel Potential drin. Lena Kupke zeigt sehr ausführlich, wie diese Familie Gefühle verdrängt, lässt mich aber viel zu selten spüren, welche Gefühle eigentlich verdrängt werden. Eine wirkliche Auseinandersetzung damit findet leider kaum statt. Ich war beim Hören mehrfach kurz davor abzubrechen. Und das ist schade, weil ich die Grundidee nach wie vor gut finde. Nur ist davon für mich viel zu wenig angekommen. Am Ende war ich froh, dass ich durch war. 2 von 5 ⭐

AlinaReviewed by Alina

Intensive Geschichte zu wichtigen Themen wie psychische Gesundheit. Für mich im Kontext des Themas teilweise etwas zu plump und vorhersehbar. Der Stil war nicht immer meins, aber insgesamt dennoch lesenswert.

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