»Alleinstehend. Mit Hamster«, so beschreibt sie sich selbst. Suzu lebt in einer japanischen Großstadt. Unscheinbar. Durchscheinend fast. Der neue Job aber verändert alles. Ein umwerfender Roman über Nachsicht, Umsicht und gegenseitige Achtung.
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Oben Erde, unten Himmel
»Alleinstehend. Mit Hamster«, so beschreibt sie sich selbst. Suzu lebt in einer japanischen Großstadt. Unscheinbar. Durchscheinend fast. Der neue Job aber verändert alles. Ein umwerfender Roman über Nachsicht, Umsicht und gegenseitige Achtung.
Popular Reviews(14)
Kodokushi ist der japanische Begriff für den "Einsamen Tod". Wenn also Menschen, unbemerkt von Familie und Nachbarschaft in ihrer Wohnung sterben, und erst Tage, Wochen, oder Monate später gefunden werden. Gerade bei verrenteten Männern ohne Sozialkontakte ein epidemisch gewordenes Phänomen, Indiz für die Vereinzelung und Alterung (nicht nur) der japanischen Gesellschaft. Doch an Einsamkeit und Kontaktscheu leiden auch junge Menschen, wie die Erzählerin von Milena Michiko Flasars drittem Roman "Oben Erde, unten Himmel". Ursprünglich vom Land kommend, in der sprichwörtlichen "1K" (Einzimmerwohnung mit integrierter Küche) untergekommen, nach abgebrochenem Studium in unqualifizierten Jobs phlegmatisch vor sich her lebend, nicht unglücklich, aber offensichtlich nicht glücklich genug wirkend für einen Service-Job mit Kundenkontakt, findet diese Beruf und Berufung bei einer Firma, die die Überreste solcher Kodokushi aufräumt, Nachlässe regelt und den Tod aus der Sichtbarkeit (und Riechbarkeit) entfernt. Es ist schon wieder ein wunderbar lakonisch erzählter japanischer Roman (auch wenn die Autorin Österreicherin ist und in Wien lebt) über die Einsamkeit gesellschaftlicher Außenseiter und über die Arbeitswelt. Über den Umgang mit dem Tod natürlich ebenfalls. Wieviel Menschlichkeit und Würde in den Jobs rund um den Tod stecken könnte, ja sollte, dass auch der stille Nachbar, den offenbar niemand so richtig kannte zu Lebzeiten, eine Geschichte hat, die Wert ist erzählt zu werden - all das gehört zu den bemerkenswerten Tugenden dieses erstaunlich kurzweiligen und - angesichts des Themas - leichten Romans.
Ich musste das Buch leider abbrechen, auch wenn ich das Ende gerne gelesen hätte, was hier oft gelobt wurde. Aber leider fand ich den Schreibstil ganz fürchterlich und die Handlung unfassbar flach. Schade, es war ein Empfehlung gewesen.
Isch für mich jetzt keis Highlight gsi, aber Milena Flasar hets wük im griff, eh gschicht mit ere schöne erzählstimm z'verzele. Es chan au sii, dass mich das thema vo soziale ängscht bi lüüt eifach nöd so ahspricht, wie anderi und mich s'buech deswege nöd so packt het. ich wird aber zimli sicher no "ich nannte ihn Krawatte" vo ihre lese, wills doch lust uf meh gmacht het:) 3.5/5 stern
Ein leises, einfühlsames Buch über Einsamkeit, Tod und Würde. Flašar erzählt von Suzu, die für eine Firma arbeitet, die Wohnungen von Menschen reinigt, die einsam gestorben sind – den sogenannten Kodokushi. Dieses Thema fand ich unglaublich spannend und gesellschaftlich wichtig, weil es sonst kaum Beachtung findet. Auch der respektvolle Blick auf den Beruf des Fundortreinigers hat mich sehr berührt. Trotzdem bin ich mit der Protagonistin und der japanischen Kultur nicht richtig warm geworden. Viele Begriffe und kulturelle Details haben mich eher aus dem Lesefluss gebracht, und Suzu blieb für mich oft auf Distanz. Insgesamt plätschert die Geschichte in einem ruhigen, fast meditativen Ton dahin – das ist einerseits angenehm, weil es gut zur Thematik passt, andererseits fehlte mir dadurch etwas Spannung oder emotionale Tiefe. Ein nettes, stilles Buch mit einem wichtigen Thema – aber für mich mehr sanft interessant als wirklich bewegend.
Ein weiches, trauriges und erschreckendes Buch. Es hat mich soviel Denken und fühlen lassen. Danke für diese Lesezeit.