"Eine Chronik der Belle Époque mit ihren Salons, ihren eleganten Restaurants, ihren besten Adressen für Roben, Anzüge, Krawatten, Blumen, Gebäck oder Eis; eine Chronik auch des mondänen Badelebens an den Stränden der Normandie; eine Satire des Großbürgertums, des Hochadels und der jüdischen Finanzwelt; Reflexion über Literatur und bildende Kunst; in erster Linie jedoch ein großartiger Roman mit kunstvoll gebauten Handlungssequenzen, kunstvoll inszenierten Begegnungen und kunstvoll »gemalten« Bildern: Stilleben à la Chardin, Strandbilder à la Boudin oder Seestücke à la Monet."
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Auf der Suche nach der verlorenen Zeit. Frankfurter Ausgabe
"Eine Chronik der Belle Époque mit ihren Salons, ihren eleganten Restaurants, ihren besten Adressen für Roben, Anzüge, Krawatten, Blumen, Gebäck oder Eis; eine Chronik auch des mondänen Badelebens an den Stränden der Normandie; eine Satire des Großbürgertums, des Hochadels und der jüdischen Finanzwelt; Reflexion über Literatur und bildende Kunst; in erster Linie jedoch ein großartiger Roman mit kunstvoll gebauten Handlungssequenzen, kunstvoll inszenierten Begegnungen und kunstvoll »gemalten« Bildern: Stilleben à la Chardin, Strandbilder à la Boudin oder Seestücke à la Monet."
Popular Reviews(1)
"Vielleicht wird die Unbeweglichkeit der Dinge um uns diesen durch die Unbeweglichkeit unseres Denkens ihnen gegenüber aufgezwungen, durch unsere Gewißheit, daß sie es sind und keine anderen." Proust bringt diese Gewißheit immer wieder ins Wanken und zeigt, dass die Wirklichkeit und wir uns selbst beim Verstehen derselben undurchsichtig sind. Gleichzeitig beschreibt er Dinge in ihrer Bewegtheit derart aufmerksam, dass ich dazu neigte, ständig bekunden zu wollen: ganz genau so ist es oder (beispielsweise) das also heißt es, Musik zu hören! "Wenn er das kleine Thema aus der Sonaten von Vinteuil nach jenem Abend bei den Verdurins wieder vorspielen ließ und herauszufinden suchte, wieso es ihm von allen Seiten entgegenschlug und ihn einhüllte wie ein Duft [...], war er sich klargeworden, daß durch den geringen Abstand zwischen den fünf Noten, aus denen es bestand, und der unäufhörlichen Wiederkehr von zweien von ihnen dieser bestimmte Eindruck von stets sich zurücknehmender fröstelnder Süße darin zustande kam; in Wirklichkeit aber wusste er, daß er in dieser Weise nicht über das Thema selbst argumentierte, sondern über einfache Werte, durch die er für ein bequemeree Verständnis die geheimnisvolle Wesenheit ersetzte, die er [...] an jenem Abend wahrgenommen hatte, als er die Sonaten zum ersten Mal hörte. Er wußte [...], daß das eigentliche Feld, das dem Musiker offensteht, nicht eine schäbige Klaviatur von sieben Tönen, sondern eine unermeßliche, noch beinahe völlig unbekannte Klaviatur ist, in der nur hier und da, durch dichtes, unerforschtes Dunkel voneinander getrennt, einige ihrer Millionen Klangtasten der Zärtlichkeit, der Leidenschaft, der Tapferkeit, der Heiterkeit, jede so verschieden von der anderen wie eine Welt von der anderen Welt, [...], die in uns etwas dem von ihm gefundenen Thema Entsprechendes erwecken und uns dadurch den Dienst erweisen, uns zu zeigen, welchen Reichtum und welche Vielfalt, ohne daß wir uns dessen bewusst wären, jene tiefe, unbetretene und entmutigende Macht unserer Seele birgt, die wir für Leere halten und für Nichts." Es ist als ob Proust bei der Lektüre derjenige wird, der der Autor Bergotte für den jungen Marcel ist: "Da ich nun deutlich spürte, wie viele Teile der Welt es gab, die mein unzulängliches Auffassungsvermögen nie erkennen würde, wenn er [Bergotte] sie mir nicht näherbrachte, hätte ich gerne zu allem eine Ansicht von ihm, eine von ihm geprägte Metapher für alle Dinge gehabt."