Stoner
von John Williams
Selten war ich am Ende eines Buches so dankbar, Zeit mit der Figur, von der es handelt, verbracht haben zu dürfen.
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Stoner
von John Williams
Selten war ich am Ende eines Buches so dankbar, Zeit mit der Figur, von der es handelt, verbracht haben zu dürfen.
Aktuelle Rezensionen(8)
"Stoner" ist ein Buch, das ich in einer Buchhandlung wohl nicht gekauft hätte. Wäre es mir auf dem Flohmarkt nicht wärmstens empfohlen worden, hätte ich es wahrscheinlich nie gelesen. Der Schreibstil des Buches ist sehr unaufgeregt und ich habe selten lange am Stück gelesen. Doch in relativ aufwühlenden und stressigen Wochen hat das Buch es geschafft, dass ich mich innerhalb kürzester Zeit entspannen kann. Im Buch begleiten wir den Protagonisten William Stoner von der Zeit, als er auf der Farm seiner Eltern aufwuchs, bis zu seinem Tod. Die Zeit wird manchmal lang ausgeschmückt und beschreibt wenige Momente, an anderen Stellen schrumpft sie zusammen und es vergehen Jahre in nur wenigen Sätzen. Die Erzählung der Geschehnisse und Gefühle ist dabei meist sehr roh, und trotz oder vielleicht auch genau deswegen, konnte ich sehr viel davon mitfühlen. Dabei ist Stoner sicher kein sonderlich angenehmer Zeitgenosse und traf Entscheidungen, die ich in keiner Weise gutheißen kann. Doch immer wieder mochte ich ihn und die Leidenschaft für seine Arbeit, die manchmal durchschien sehr. Noch bin ich nicht ganz sicher, wie ich das Buch finde. Doch ich habe das Gefühl, dass es die sehr ehrliche Geschichte eines Mannes ist, wie sie sicherlich im zwanzigsten Jahrhundert passiert ist oder hätte passieren können.
Der Roman Stoner (deutsche Fassung) überzeugt mich durch seine stellenweise grandiose Sprache. Satzbau und Wortwahl haben mich gefesselt und immer wieder zum Schmunzeln gebracht. Stoner wird eindrucksvoll dargestellt und obwohl seine Passivität in mir stellenweise Weißglut ausgelöst hat, macht gerade das seine Menschlichkeit greifbar. Ich kann den Roman empfehlen und überlege, ihn aufgrund der Sprache auch im Original zu lesen.
Ruhig, langsam und eindrucksvoll.
Plötzlich interessiert mich das Leben eines Mannes zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Großartige Schreibkunst!
Toller Roman, sehr empfehlenswert!