Corby Ledbetter ist am Ende. Erst verliert der junge Vater von Zwillingen seinen Job. Als sich eine heimliche Sucht einschleicht, droht seine Ehe zu zerbrechen. Und dann geschieht eine so schwerwiegende Tragödie, dass es die Familie zerreißt.Nach der Verurteilung zu einer Haftstrafe kämpft Corby im Gefängnis ums Überleben. Er erfährt grausame Gewalt, aber auch kleine Gesten von Güte und elementare Verbundenheit. Getragen von Freundschaften und dem unerschütterlichen Glauben seiner Mutter an ihn, beginnt Corby, die Grenzen seiner Gefangenschaft zu überwinden. Er hofft, dass Gnade und Versöhnung vielleicht noch möglich sind. Aber können diejenigen, die er liebt, ihm seine Schuld je verzeihen?
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Solange der Fluss wartet
von Wally Lamb, Ulrike Wasel, Klaus Timmermann
Corby Ledbetter ist am Ende. Erst verliert der junge Vater von Zwillingen seinen Job. Als sich eine heimliche Sucht einschleicht, droht seine Ehe zu zerbrechen. Und dann geschieht eine so schwerwiegende Tragödie, dass es die Familie zerreißt.Nach der Verurteilung zu einer Haftstrafe kämpft Corby im Gefängnis ums Überleben. Er erfährt grausame Gewalt, aber auch kleine Gesten von Güte und elementare Verbundenheit. Getragen von Freundschaften und dem unerschütterlichen Glauben seiner Mutter an ihn, beginnt Corby, die Grenzen seiner Gefangenschaft zu überwinden. Er hofft, dass Gnade und Versöhnung vielleicht noch möglich sind. Aber können diejenigen, die er liebt, ihm seine Schuld je verzeihen?
Aktuelle Rezensionen(2)
„Solange der Fluss wartet“ ist eines dieser Bücher, bei denen es mir schwerfällt, nach dem Lesen einfach so zur Tagesordnung überzugehen. Wally Lamb erzählt hier eine Geschichte über Schuld, Sucht, Verantwortung und die Frage, ob ein Mensch nach einem unverzeihlichen Fehler überhaupt noch das Recht darauf hat, glücklich zu sein. Dabei macht er es seinen Leser*innen alles andere als leicht, sich eindeutig zu positionieren. Im Mittelpunkt steht Corby, zweifacher Vater und Künstler, der nach dem Verlust seines Arbeitsplatzes zunehmend die Kontrolle über sein Leben verliert und in eine Abhängigkeit von Alkohol und Schmerzmitteln gerät. Eine folgenschwere Katastrophe verändert schließlich nicht nur sein eigenes Leben unwiderruflich. Ein großer Teil des Romans spielt anschließend im Gefängnis, wo Corby nicht nur mit seiner Schuld und seiner Trauer konfrontiert wird, sondern auch mit den schwierigen Bedingungen des Gefängnisalltags. Besonders eindringlich fand ich dabei die Darstellung von Abhängigkeiten, Hierarchien und Machtmissbrauch innerhalb des Strafvollzugs. Corby hat bei mir ausgesprochen widersprüchliche Gefühle ausgelöst. Immer wieder hatte ich Mitgefühl mit ihm, nur um mich kurze Zeit später über sein egoistisches Verhalten zu ärgern und ihn dafür zu verurteilen. Gerade diese Ambivalenz macht die Figur für mich aber so unfassbar glaubwürdig und v.a. auch real. Corby wird weder zum unschuldigen Opfer seiner Umstände gemacht noch auf seine schlimmsten Entscheidungen reduziert. Als Leser*in schwankt man permanent zwischen Verständnis und Anklage und befindet sich damit in einem ähnlichen inneren Konflikt wie Corby selbst. Wally Lamb wird als „Meister der Emotionen“ bezeichnet und nach diesem Roman kann ich sehr gut nachvollziehen, warum. Besonders beeindruckt hat mich, wie tief er in die Psyche seiner Figuren eintaucht. Gedanken, Ängste, Schuldgefühle und kleine Momente der Hoffnung werden so nachvollziehbar beschrieben, dass die Charaktere regelrecht lebendig werden. Der Schreibstil ist intensiv und emotional, ohne dass die Geschichte für mich künstlich auf Gefühle getrimmt wirkte. Gerade bei einem so schweren Thema hätte der Roman leicht ins Sentimentale abrutschen können. „Solange der Fluss wartet“ ist keine leichte Lektüre und ganz sicher kein Buch für zwischendurch. Dafür beschäftigt es sich zu intensiv mit Verlust, Schuld, Sucht, Bestrafung und der Möglichkeit von Vergebung. Gerade das hat den Roman für mich aber so lesenswert gemacht. Ich empfehle das Buch allen, die psychologisch tiefgründige, emotionale Romane mögen und bereit sind, sich mit moralisch schwierigen Fragen auseinanderzusetzen. Für mich liegt die große Stärke des Romans darin, dass ich Corby gleichzeitig verstehen, bemitleiden und verurteilen konnte. Diese Widersprüchlichkeit hat mich bis zum Ende begleitet und wird mir vermutlich noch lange im Gedächtnis bleiben.
Ein großartiger, unvergesslicher Roman. Ein Highlight unter Neuerscheinungen. „Solange der Fluss wartet“ von Wally Lamb aus dem Gutkind Verlag ist ein außergewöhnlicher Roman, der lange nach der letzten Seite nachhallt. Mit großer emotionaler Wucht erzählt Wally Lamb eine Geschichte über Schuld, Verlust, Vergebung und die Hoffnung auf einen Neuanfang. Es ist ein tief bewegendes, eindringliches und zutiefst menschliches Buch, das zu den besten Werken des Autors zählt und für mich ein absolutes Highlight ist. Meine Erwartungen an den neuen Roman vom Meister der eindringlichen, tiefsinnigen Werken, Willy Lamb, sind mehr als erfüllt worden. Im Mittelpunkt steht Corby Ledbetter, ein junger Familienvater von Zwillingen, dessen Leben völlig aus den Fugen gerät. Nachdem er seine Arbeit verliert, entwickelt er eine heimliche Alkohol- und Tablettensucht, die er erfolgreich von seiner Familie verbirgt. Trotz dieser Sucht ist er jedoch ein guter Vater für seine Kinder. Als schließlich eine schreckliche Tragödie geschieht, wird Corby zu einer Gefängnisstrafe verurteilt. Dort muss er sich nicht nur mit Gewalt, Angst und den harten Regeln des Gefängnisalltags auseinandersetzen, sondern vor allem mit seiner eigenen Schuld. Wobei er keine Vergdbung findet. Auf seinem langen Weg begegnet er Menschen, die ihm mit Mitgefühl, Freundschaft und Menschlichkeit begegnen. Besonders die unerschütterliche Liebe seiner Mutter gibt ihm Kraft, nicht aufzugeben und an die Möglichkeit von Vergebung zu glauben. Die Begegnungen auf seinem Weg verleihen der Geschichte zusätzliche Tiefe und zeigen, dass auch an dunkelsten Orten, Menschlichkeit existiert. Überhaupt, das Hauptteil des Romans, der sich im Gefängnis abspielt, ist tiefgründig, eindringlich und sehr emotional. Corby ist eine unglaublich vielschichtige Hauptfigur. Er macht schwerwiegende Fehler und trägt deren Konsequenzen, bleibt dabei aber stets menschlich und nachvollziehbar. Gerade diese Ambivalenz macht ihn so authentisch. Auch Emily ist weit mehr als nur die verletzte Ehefrau – ihre Zerrissenheit zwischen Schmerz, Wut und Liebe ist eindrucksvoll dargestellt. Zutiefst glaubhaft. Wally Lamb schreibt mit einer Intensität und Feinfühligkeit, die tief unter die Haut geht. Er urteilt nie über seine Figuren, sondern zeigt ihre Schwächen, Hoffnungen und inneren Kämpfe mit großem Mitgefühl. Die Geschichte entwickelt eine enorme emotionale Kraft und stellt schwierige Fragen über Schuld, Strafe, Vergebung und die Möglichkeit, nach einem folgenschweren Fehler wieder einen Platz im Leben zu finden. „Solange der Fluss wartet“ ist ein bewegender, kluger und zutiefst berührender Roman, der lange im Herzen bleibt. Die Figuren wirken lebendig, die Emotionen sind greifbar und die Geschichte entfaltet eine außergewöhnliche Sogwirkung. Für mich ist dieses Buch ohne jeden Zweifel ein absolutes Jahreshighlight und eine uneingeschränkte Leseempfehlung.