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Jessamyn St. Germain will auf die große Bühne. Doch statt im Rampenlicht steht sie nur als Platzanweiserin im Theater. Als eine Inszenierung von THE SOUND OF MUSIC angekündigt wird, ist sie sicher: Die Hauptrolle gehört ihr ... auch wenn niemand sie besetzt hat. Das kann doch nur ein Fehler sein. Während sie die launischen Kinderdarsteller betreut und geduldig auf ihren großen Auftritt wartet, verschwimmt ihre Wirklichkeit. Ihr Ehrgeiz wird zur gefährlichen Obsession, magisches Denken zur Selbsttäuschung. Langsam verliert Jessamyn den Halt - gefangen in ihrer eigenen Welt, in der nur eines zählt: endlich zu glänzen.

Gegenwarts- & Literarische Fiktion
400 SeitenSoftcover
Erschienen an: June 1, 2026

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Aktuelle Rezensionen(8)

4.0(22 ratings)
CaroRezension von Caro

💭 M E I N U N G Von Anfang an lernen wir Jessamyn als selbstsüchtige und narzistische Protagonistin kennen, die davon überzeugt ist, ein Star zu sein, nur die Menschheit muss dies noch erkennen. In dem aufkommenden Musical sieht sie die Chance endlich an ihren Ruhm zu gelangen und groß rauszukommen. Durch ihr Handeln wurde in mir eine Wut ausgelöst, die mich in einen Zwiespalt geführt hat: einerseits konnte ich das Buch kaum weglegen, andererseits habe ich mich gefragt, was mir die Geschichte mitgeben will. Was mir gut gefallen hat: die Art und Weise, wie Jessamyns Wahn dargestellt und beschrieben wird, war unglaublich authentisch und man hat gespürt, dass sie wie im Tunnel ist und alles um sich rum ausblendet, um ihrem Traum näher zu kommen. ⭐️ F A Z I T Was ein wilder Ritt! Wer auf Weird Girl Fiction und unsympathische Protagonistinnen steht, der wird mit Jessamyn St. Germain bestens unterhalten!

Lena SchalentierRezension von Lena Schalentier

Hui, hab ich mit Jessamyn gelitten. Aber auch nicht, weil what the fuck woman. Aber auch nimmt sie doch bitte mal wer in den Arm. Aber auch was geht bei dir???

AnnaRezension von Anna

Ein Buch, das im Gedächtnis bleibt. Jessamyn ist ein Star. Das strahlende Licht am Newcomer-Musical-Himmel. Das weiß sie genau. Die Hauptrolle in "The Sound of Music" hat sie sicher. Doch eigentlich hat sie diese Rolle überhaupt nicht. Noch nicht, wenn man Jess glauben schenkt. Denn sie gibt niemals auf und schreckt vor nichts zurück, um ihr Ziel zu erreichen. Auf sehr sarkastische und zynische Weise stellt die Autorin Meredith Hambrock eine junge Frau dar, die nicht nur ehrgeizig und egozentrisch ist, sondern völlig verblendet was die Wahrnehmung der Realität angeht. Jessamyn kann über sich selbst und ihr Können nicht reflektieren. Für sie ist klar, dass sie allein der Star der Show sein muss. Niemand sonst kann ihr das Wasser reichen. Jeder weiß das und alle werden es erkennen. Doch niemand scheint sie wirklich wahrzunehmen. Alle verkennen ihr Talent. Und je weiter die Geschichte voranschreitet, desto klarer wird das Bild, das wir Leserinnen bekommen: Jessamyn ist eine zutiefst verunsicherte und traumatisierte Person. Sie hat nie gelernt mit dem, was ihr geschehen ist, wirklich umzugehen. Sie kann sich nur daran festhalten, dass sie eine starke Frau ist, die zum Star geboren wurde. Und alle um sie herum erkennen es entweder nicht oder verstärken diese Ansicht auch noch. Je mehr Zeit man mit Jessamyn verbringt, desto unklarer wird, was tatsächlich Realität ist und was sie sich einbildet. Passiert das alles wirklich oder nimmt Jessamyn es so wahr? Alles verschwimmt und man bekommt so einen wunderbaren Einblick in ihre geschundene Psyche. Das Ende, so wie es kam, war letztlich unausweichlich. Ich habe darüber nachgedacht, ob es einen anderen Weg für sie gegeben hätte... Doch so weit, wie es zu Beginn des Buches schon mit ihr gekommen war, glaube ich nicht.. Da hätte schon deutlich früher etwas passieren müssen, um zu verhindern, dass sie derart abdriftet.. Ich hätte mir etwas mehr Infos über ihre Vergangenheit gewünscht, um besser verstehen zu können, wie es so weit kommen konnte, dennoch fand ich das Buch wirklich gut. Es ist speziell, man muss vieles aushalten können.. Vor allem eine unsympathische Protagonistin. Dennoch war die Geschichte unterhaltsam, stellenweise lustig, sehr sarkastisch und wirklich gut geschrieben.

nessaboRezension von nessabo

Ein anstrengender, aber lesenswerter Weird-Girl-Rausch Geschichten über und mit obsessiven Figuren sind für mich immer ein Grenzfall. Gut geschrieben saugen sie mich absolut ein und fordern mich moralisch heraus. Weniger gut geschrieben wird es einfach nur anstrengend. Meredith Hambrock hat mit „She’s a Star“ ein Werk geliefert, das überwiegend in die erste Kategorie fällt und welches auf alle mir bekannten Romane dieser Art noch einmal eine Schippe draufsetzt. Die erste Hälfte fand ich unglaublich stark! Über die Ich-Perspektive sitzen wir in Jessamyns Kopf und sind ihrer Wahrnehmung ausgeliefert. Schon relativ früh konnte ich mir nicht mehr sicher sein, was wirklich wie stattgefunden hat und was lediglich der Interpretation unserer Protagonistin entspricht. Denn es kristallisiert sich zunehmend heraus, dass Jessamyn eine unzuverlässige Erzählerin ist, die immer mehr einem Wahn verfällt, der sie (und uns) irgendwann fast völlig einnimmt. Nur durch Reaktionen der Nebenfiguren kam ich immer wieder ins Grübeln, ob die Realität nicht eine andere ist. Die Nebenfiguren bleiben überwiegend blass. Das ist aufgrund der selbstbezogenen Erzählperspektive eine schlüssige Entscheidung. Dennoch muss mensch den enormen Fokus auf eine Figur natürlich mögen. Das Tempo ist von Beginn an hoch, der Ton direkt mit einem bissigen und durchaus gesellschaftskritischen Witz, der mir sehr gut gefallen hat. Dadurch, dass wir so nah an den Gedanken der Hauptfigur dran sind, entsteht eine bedrückende und intensive Atmosphäre. In der zweiten Hälfte verlor die Geschichte aber ein wenig an Atem. Die Gedankenspiralen wiederholen sich und entschleunigen die Geschichte - meiner Meinung nach eher zum Nachteil der Erzählung. Später zieht das Tempo glücklicherweise wieder an; die Handlung wird immer ernster, wahnhafter und maximal unhinged - bis am Ende alles eskaliert. Dieser Roman ist Arbeit! Jessamyn ist eine herausfordernde Hauptfigur, die mehr als eine fragwürdige Entscheidung trifft und doch immer wieder mein Mitgefühl hatte. Ihr ist Schlimmes widerfahren und ich bedaure es doch ziemlich, dass die feministische Komponente des Ganzen nahezu bedeutungslos wird neben all der Obsession. Da hätte ich mir mehr konsequenten Biss gewünscht, allerdings macht die Verdrängung aus Sicht der Erzählerin schon Sinn. Bei allem Ernst der Realität ist der gewählte Humor nahezu bitter, was wirklich gut zum Tragödiencharakter der Geschichte passt. Wer sich ordentlich fordern lassen möchte von dieser Anti-Heldin und überwiegend temporeiche Geschichten mag, die ungefiltert in menschliche Abgründe schauen, sollte sich dieses Werk nicht entgehen lassen.

Kerstin GanglRezension von Kerstin Gangl

Wow! Dieses Buch hat mich so richtig überrascht! Aber auch ein bisschen verstört, muss ich zugeben. Man sollte hier auf jeden Fall die Triggerwarnung ernst nehmen. Jessamyn hat nur ein Ziel. Sie will auf die große Bühne als Musical Star. Alles andere ist unter ihrer Würde. So empfindet zumindest sie das. Sie ist davon überzeugt, die Beste zu sein und großes Talent zu besitzen. Dabei rutscht sie immer tiefer in die Selbsttäuschung hinein. Ihr Ehrgeiz überschattet alles. Dieses Buch ist außergewöhnlich, mit so einigen unerwarteten Wendungen und Überraschungen. Mit einer genauso außergewöhnlichen Protagonistin, deren Ehrgeiz immer mehr zu einer gefährlichen Obsession wird. Jessamyn verliert immer mehr den Bezug zur Realität und gerät in einen tiefen Strudel der Selbsttäuschung. Außerdem muss man sich als Leser immer mehr fragen, wem sie eigentlich vertrauen kann. Nicht jeder in ihrem Umfeld meint es gut mit ihr. Ein tolles Buch, mit einer krassen Message. Eine faszinierende Welt der Täuschung. Charaktere, die jeder für sich mit so einigen Problemen zu kämpfen haben. Es zeigt eindrücklich, wohin Selbsttäuschung im Ernstfall führen kann. Wobei das hier schon ein sehr extremes Beispiel ist.

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