3.9

Südlich der Grenze, westlich der Sonne

von Haruki Murakami, Ursula Gräfe

Format:Hardcover
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Wie eine Halluzination taucht die Kindheitsgeliebte des Barbesitzers Hajima nach Jahrzehnten wieder auf, unfassbar und geheimnisumwoben. Immer an regnerischen Abenden erscheint Shimamoto wie eine verführerische Andeutung aus einer fremden Welt und hebt das Leben des tüchtigen Geschäftmannes und Familienvaters aus den Angeln. ›Südlich der Grenze, westlich der Sonne‹ erzählt mit großer Magie vom Einbruch dämonischer Kräfte in ein Leben – und scheut dabei keine Tabus. Als ›Gefährliche Geliebte‹ in der Übersetzung aus dem Englischen erschien, führte der Streit über die Sprache des Romans und seine Darstellung von Sexualität zur Auflösung des »Literarischen Quartetts«. Jahre später wurde er endlich direkt aus dem japanischen Original ins Deutsche übersetzt: Ursula Gräfe, die längst zur deutschen Stimme Murakamis geworden ist, legt dabei verborgene Schichten frei und enthüllt einen Roman, den wir alle zu kennen glaubten, auf aufregende Weise neu. Der ideale Zeitpunkt für neue Leser, diesen modernen Klassiker zu entdecken – und für alle, die seinem Zauber schon zuvor verfallen waren, sich neu zu verlieben.

Gegenwarts- & Literarische Fiktion
224 SeitenHardcover
Erschienen an: May 16, 2013

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Aktuelle Rezensionen(5)

3.9(50 ratings)
Vero • BookaliciousRezension von Vero • Bookalicious

Dieses Buch lässt Dich gedankenverloren zurück und wird noch länger in mir arbeiten, denke ich. Man merkt deutlich, dass vermutlich durch die Übersetzung vom Japanischen ins Deutsche, die Geschichte einen Hauch an reiner Poesie verliert, und doch reißt Dich die Tragik einer "ersten Liebe", ihre Folgen und Nachbeben komplett in einen Strudel aus Gedanken über die Liebe selbst, über den Sinn des Lebens, oder Erinnerungen als solche und den Tod. Nur Haruki Murakami schafft es hier ein solches Meisterwerk der Literatur, über ein so brisantes Thema wie das der "Geliebten", derart gut zu transportieren, dass man als Leser sämtliche Facetten des Lebens und der Selbstfindung des Protagonisten Hajime fast schon mit spüren konnte. Man weiß nicht einmal, ob man ihn sonderlich sympathisch findet und doch berührt sein Weg Dich irgendwie bis zum Ende. Wenn man sich manchmal fragt, "was wäre gewesen wenn", so schafft Murakami es, dich genau in diesen einen Gedanken hineinzustürzen und mit ihm fast schon darin zu ertrinken, in all seiner Schönheit, Sehnsucht und seinem Leid. Gedanken, Erinnerungen und Gefühle können Zeiten und Räume einnehmen und doch sind sie auch das, was wir selbst ihnen an Bedeutung einräumen. Sie leben von dem Wert, den man selbst ihnen zusprechen möchte. Diese Geschichte hatte Tragik, Tiefgang und war alles andere, als literarisch zu kritisieren, denn das Buch hat seine ganz eigene Kunst, Wahrheit und Botschaft. Sie zeigte auch, dass Menschen nicht perfekt sind und jeder auf seine Art mit eigenen Unzulänglichkeiten zu leben lernt. Dass auch Liebe manchmal andere Weg geht, sich findet, sich verliert oder neu definieren kann. Definitiv eine Lesereise, die man erstmal nicht mehr vergisst, und man selbst demütig auf das Leben als solches blickt.

raniaRezension von rania

sehr positiv überrascht am ende, viel deeper als gedacht

MelisRezension von Melis

erstaunlich gut am ende

MelisRezension von Melis

so deep, verrückter wandel

NettyRezension von Netty

Die Geschichte zeigt das Leben auf, in welchem viele die für sich vorgesehenen Wege gehen, weil es sich eben so gehört. Weil es schon immer so war. Dabei verliert man sich auf seinem eigenen Lebensweg oft selbst, weil man die eigenen Wünsche und Bedürfnisse hinten anstellt, oder sie gar in Schubladen verschließt, weil man nicht den Mut für Veränderungen aufbringt. Lieber sind viele Menschen unglücklich, als sich gegen Automatismen zu stellen und sein eigenes Glück vorrangig zu behandeln. Die Geschichte und Hintergründe lassen manche Fragen offen, zeigt aber, dass auch die, die vermeintlich alles erreicht haben im Leben, dennoch eine Leere in sich spüren, da ihr Weg anders verlaufen ist, als vorgestellt. Es bleiben Fragen über das eigentliche Was will ich, es bleibt ein Unwohlsein zurück, sich mit dem zufrieden zu geben, was man hat, anstatt nach dem zu streben, wonach es einem sehnt. Hier und da hätte ich noch etwas mehr Tiefe erwartet, dennoch war es ein Buch, dass den Alltag und das Leben vieler Menschen beschreibt, die mit ihrer Vergangenheit nicht abgeschlossen haben, es nicht konnten oder wollten. Es zeigt die Qual, mit sich zu ringen, Entscheidungen in Frage zu stellen und sie anzuzweifeln.

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