Lebensgeister
von Banana Yoshimoto
»In Kyotos einzigartiger Landschaft wurde meine Trauer durchlässig für das langsam wiedererwachende Glück.«
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Lebensgeister
von Banana Yoshimoto
»In Kyotos einzigartiger Landschaft wurde meine Trauer durchlässig für das langsam wiedererwachende Glück.«
Aktuelle Rezensionen(2)
Was mich an diesem Buch sehr fasziniert: es changiert zwischen plattem Selbsthilferatgeber und stimmungsvoller Auseinandersetzung mit dem Tod. Dabei ist es lebensbejahend, spürt aber auch der Trauer der Protagonistin nach. Und so entsteht eine besondere Geschichte über einen junge Frau, die nach einer Tragödie zurück ins Leben findet. Außerdem: Die Geisterszenen haben mir sehr gut gefallen und ich liebe Yoshimotos Bars! „[ich hatte] damit begonnen, so gut wie jeden Abend diese Okinawa-Bar zu besuchen. Mit cooler Miene sagte ich zu meinen Eltern: „Ich gehe jetzt ein bisschen meine Wunden desinfizieren.““ „Das Gefühl der Dankbarkeit sprudelte nur so aus mir heraus. Von da an wusste ich alles zu schätzen. Der bitterherbe Geschmack von Grapefruitsaft - sagte mir nicht mein Körper, wie herrlich frisch und fruchtig sich das im Mund anfühlte? Und dass man sich auch über kleine, unscheinbare Dinge im Leben freuen kann? Jedes Mal, wenn ich daran dachte, wie liebenswürdig und charmant sich der Körper um einen sorgt, zog es mir vor Rührung das Herz zusammen. Im Jetzt leben - schön und gut, aber vielleicht bedeutet es auch, dass man zu einem Einfaltspinsel wird, der sich keine Gedanken mehr macht.“ „Das Leben hat keine Pointe, kein Ziel, das irgendwann erreicht ist. Es ist wie ein Fluss ohne Ende, immer in Bewegung.“
Nachdem Sayo bei einem Unfall dem Tod sehr nah war und ihr Freund sogar verstarb, ist sie eine verlorene Seele. Doch sie gibt nicht auf und kämpft sich zurück. Sieht die Welt anders, sieht sich selbst anders, denkt anders über das Leben. Sie schenkt dem Leser immer wieder kleine Weisheiten, hauptsächlich über das Leben (und den Tod). Als Leserin wurde ich mitgenommen, wie Sayo wieder ins Leben findet, Menschen findet, die ihr Halt geben & dass es mehr als nur amouröse Beziehungen gibt: nämlich Verbündete und Weggefährten. Meine 3 liebsten Zitate: 1.) Obwohl es keinen vorherbestimmten, sicheren Weg gibt, glaubte ich, mich stets auf einem solchen zu bewegen. […] Es genügte jedoch, nur einmal aus der Spur zu geraten - und schon blickt man mit Sehnsucht und Neid auf das Leben anderer. (S. 77) 2.) Jeder trägt im Leben seine kleine oder größere Bürde. Menschen, die ein dickes Fell haben und alles auf die leichte Schulter nehmen, erkennt man auf den ersten Blick. Komisch, sie erinnerten mich ein wenig an Roboter. Menschen dagegen, die ihre Bürde angenommen haben, strahlen Schönheit aus, sie sind feinfühlig und gewissenhaft. (S. 45) 3.) Überhaupt finde ich es jetzt viel schöner als früher, als ich noch hungrig und unersättlich war. Ein alltäglicher Moment wie dieser - hier der Kaffee, unsere Plauderei - bedeutet mir mehr als der Traum von einer romantischen Liebe. (S. 116 f.)