Empfehlungen basierend auf "Hummerjahre"

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von Céline Spierer

»Spierer enthüllt geschickt die letztlich zusammenhängenden Geheimnisse der vermeintlich souveränen Familienmitglieder.« Deutschlandfunk Kultur Lesart, 16.08.2024

von Beatrix Gerstberger

Von Verlust, Trauer und vom Weitermachen: drei Frauen in einem Fischerdorf in MaineFerien an der Küste von Maine zählen zu Minas schönsten Kindheitserinnerungen. Bis zu jenem schicksalhaften Sommer, nach dem sie und ihre Eltern nie mehr dorthin fuhren. Viele Jahre später zieht es Mina nach einem schweren Verlust wieder zurück. Sie landet in einem Hummerfischerdorf bei der 72-jährigen Ann, die in einem gelben Haus am Wasser lebt und allem und jedem mit Härte begegnet – außer ihrem blauen Hummer Mr. Darcy, den sie in einem Aquarium im Wohnzimmer hält. Mina fährt mit hinaus aufs Meer und lernt das Fischen von Ann und der 54-jährigen Julie, die bei einem schweren Unfall ihr Gedächtnis verloren hat und nur auf dem Meer sie selbst sein kann. Und hier trifft Mina auch Sam wieder. Sam, der damals in den Ferien nicht von ihrer Seite wich und dessen Familie nach jenem Sommer auch nie mehr dieselbe war.

von Catherine Newman

Seit zwei Jahrzehnten freut sich Rocky auf den jährlichen Ausflug ihrer Familie nach Cape Cod. Ihr rustikales Ferienhaus am Strand ist ein Ort voll schöner Erinnerungen, dessen schrullige Möbel und nicht zusammenpassende Töpfe und Pfannen sie wie alte Freunde begrüßen. Diesen Sommer mit ihren Kindern, die erwachsen genug sind, um ohne sie Spaß zu haben, aber noch jung genug, um sie zu brauchen, und ihren Eltern, die noch gesund sind, möchte Rocky am liebsten für immer bewahren. Eine kostbare Woche, in der alles im Gleichgewicht ist. Doch als plötzlich nicht mehr allein ihr Körper für Überraschungen sorgt, gerät die präzise ausbalancierte Urlaubsdynamik ins Wanken. Keine Familie ist perfekt, aber Rockys ist unfassbar liebenswert.

von Hannah Häffner

»›Die Riesinnen‹ saugen einen auf der ersten Seite ein, und am Ende dieses Drei-Generationen-Porträts großer Frauen wird man atemlos ausgespuckt. Wüst, wild, bewegend und voller Poesie.« DORIS KNECHT»Mager ist sie, wie ein Kleiderhaken, zurechtgebogen zu Menschenform. Dünn und stark und langgestreckt: Keine ist größer als sie, im Dorf nicht, und auch nicht im nächsten. Dazu die Kupferwollehaare, die wütend nach dem Himmel greifen. Wer sie sieht, weiß, wer sie ist, man weiß es sofort, und sie hasst es, hasst es, hasst es. Vielleicht hätte sie es, an einem anderen Ort, zu einer anderen Zeit, auch lieben können, aber das geht nicht, nicht hier.«Wittenmoos, ein kleines Dorf im Schwarzwald, ist die Heimat dreier Frauen. Groß und dünn überragen sie alle anderen und wollen so gar nicht in die Dorfgemeinschaft passen. Und doch sind sie hier verwurzelt und müssen ihren eigenen Weg in den engen Grenzen des Dorfes finden. Liese, die still und unerbittlich die Metzgerei führt. Cora, ihre Tochter, die Wütende, die ausbrechen wird und lernen muss, dass Heimkehr keine Niederlage ist. Und Eva, Coras Tochter, die den Wald so sehr liebt und sich dessen erst bewusst werden muss.In dunkler, satter, aber auch zarter Poesie erzählt Hannah Häffner mit stilistischer Präzision, feinem Humor und einer subtilen Beobachtungsgabe die Geschichte dreier Frauen, die sich von den 60-er Jahren bis in unsere Zeit spannt. Ein lange nachhallender Roman über die Sehnsucht nach Freiheit und Wurzeln, über Mütter und Töchter und über die Kraft der Natur.

von Karin Slaughter

Als eine Polizistin in ihrem Haus brutal angegriffen wird, gerät der Frieden in der Kleinstadt Verona ins Wanken. Bei ihren Ermittlungen stößt Sheriff Emmy Clifton auf eine jahrzehntealte Verschwörung, in die die mächtigsten Persönlichkeiten der Stadt verstrickt sind. Gemeinsam mit ihrer Schwester, der ehemaligen Bundesagentin Jude Archer, wird sie in ein Labyrinth aus Lügen und Schweigen hineingezogen, in dem jemand skrupellos mordet. Während mächtige Feinde im Schatten lauern, beginnt für Emmy und Jude ein Wettlauf gegen die Zeit, der alles zerstören könnte, was ihnen lieb ist.

von Lisa Quentin

Da waren nur noch sie beide, ihre erschöpft schlagenden Herzen, das Meer, das sie trug, die Bucht, die sie umarmte. Tagsüber taucht Julika als Bernsteinforscherin in längst vergangene Welten ein, die sich ihr unter dem Mikroskop eröffnen – Farne, Echsen, alles Leben, das vor Millionen von Jahren vom Harz der Urzeitwälder eingeschlossen wurde. Am Abend, bei der Pflege ihrer kranken Mutter, steht ihr eigenes Leben still. Bis Julika in einem Bernstein einen außergewöhnlichen Fund macht, der sie an die Ostsee führt, zu Ebba, einer Frau, die immer ihren eigenen Weg gesucht hat. An der Steilküste, hoch oben über dem Meer, erfährt Julika dann von einer Liebe, die Jahrzehnte, Stürme, Schicksalsschläge überdauerte und die ihr den Mut gibt, an einen Neuanfang zu glauben. Ein so poetischer wie kraftvoller Roman über zwei Frauen und ihre Suche nach innerer Freiheit.

von Annika Büsing

Niemals hätte Marie gedacht, mit Mitte dreißig wieder am Küchentisch ihrer Eltern zu sitzen und eine Hundetagesstätte im Dorf ihrer Kindheit zu führen. Und doch ist das jetzt ihr Leben. Mitten im Sommer ist auch Magisch zurück, Magisch, der jahrelang in ihrem Bett geschlafen hat, mit dem sie das Punk-Pärchen im Ort war – den sie seit Jahren nicht gesehen, doch zugegeben immer vermisst hat. Aber da ist noch Andi, ihr Bruder und überzeugter Rechter – und für Marie der Zeitpunkt, ihm endgültig die Stirn zu bieten. In ihrem unverwechselbaren Ton erzählt Annika Büsing von einer unübersehbaren Liebe und dem Riss, der sich durch eine Familie zieht.

von Jarka Kubsova

Als Elli Hajek sich zum Schreiben in ein abgelegenes Haus zurückzieht, erinnert sie sich an eine Figur, von der ihr einst ihre tschechische Großmutter erzählte: Viktorka, die junge Frau, die nach einem schwerwiegenden Ereignis für wahnsinnig erklärt wurde und fortan allein im böhmischen Wald lebte. Als Elli erfährt, dass Viktorka wirklich existierte, reist sie in das Land, aus dem sie selbst als Kind geflohen ist. Elli will mehr erfahren – doch tief im Wald, zwischen leuchtendem Farn und reißendem Fluss, wartet eine andere Aufgabe auf sie: Bevor sie die Wahrheit über Viktorka erfährt, muss Elli sich ihrer eigenen verdrängten Geschichte stellen.

von Dörte Hansen

Der lang erwartete, große neue Roman von Dörte Hansen. »Es zählt nur einer auf dem Hof, das ist der Sohn, der bleibt. Aber die anderen, die übrig sind, die zweiten, dritten, vierten Söhne und die Töchter, die nicht zählen, bleiben Teil der Herde, ob sie wollen oder nicht. Weil sie mit großen Tieren aufgewachsen sind, ihr Atmen und ihr Brüllen kennen, und den Geruch von Milch und Mist noch an sich haben. Weil sie im Glauben an die alte, ungerechte Ordnung großgeworden sind: Vater, Sohn und heiliger Hof, schon immer so gewesen.«Broder Bahnsen wollte nie etwas anderes als Bauer werden, Nachfolger seines Vaters, der ihm den »Kuhverstand« vererbt hat, das Gespür für Tiere. Aber den Hof bekommt sein Zwillingsbruder Henning, nur wenige Minuten älter, immer schon selbstbewusster und mehr an Maschinen interessiert.Vom Hof vertrieben, baut Broder Bahnsen sich ein Gegenleben auf, wird Tierarzt und hält Abstand zum Betrieb, bis er nach über zwanzig Jahren wiederkommt und eine Praxis in der Nähe der Familie übernimmt. Ab da kümmert er sich auch um die Herde seines Bruders, der den elterlichen Hof zu einem hochmodernen Vorzeigebetrieb gemacht hat, mit Kühen, die auf maximale Milchleistung gezüchtet wurden.Doch der Erfolg hat seinen Preis. Broder ist der erste, der bemerkt, dass Henning langsam die Kontrolle über seinen Hof verliert. Und muss sich plötzlich fragen, ob er darauf nicht all die Jahre nur gewartet hat. Ist das die Gelegenheit, endlich den Platz seines Bruders einzunehmen? Oder hegt er genau wie seine Tochter Claire schon längst Zweifel an dieser Art der Tierhaltung? Dörte Hansen schreibt mit großer Klarsicht über eine Welt, in der unser Wachstumsglaube an seine Grenzen stößt und sich die Frage nach der Verantwortung gegenüber der Schöpfung immer dringender stellt.

von Elena Fischer

Mit ihrem zweiten Roman etabliert sich Elena Fischer als unverkennbare Stimme der neuen deutschen LiteraturEine Geschichte über vorgezeichnete Lebenslinien und den Mut, auszubrechenJoseph ist einsam und hadert mit seinem Schicksal, nicht erst, seit seine Frau Lis mit dem gemeinsamen Sohn in die Stadt gezogen ist, weil sie den Alltag auf dem Hof nicht mehr ausgehalten hat. Wahrlich etwas Besonderes in den sechziger Jahren auf dem Land. Zum Glück ist da noch Ada, Lis' ältere Schwester, mit der sich Joseph schon immer sehr verbunden fühlt. Und dann steht plötzlich die 20-jährige Birdie vor seiner Tür, geschwächt und auf der Flucht vor ihrer Familie. Lis, Ada und Birdie - sie werden ihrem eigenen, aber auch Josephs Leben eine ganz neue Richtung geben.Sein Vater hat ihm Einiges hinterlassen: das Haus, den Hof, die Tiere - und damit immer genug zu tun. Was er Joseph nicht mitgegeben hat, ist die Fähigkeit zu reden – über Angst, Krieg oder Liebe. So ist auch Joseph zu einem Mann geworden, den seine Verluste wortkarg machten. Sein Bruder ist ertrunken, die geliebte Großmutter gestorben und seine Frau Lis ist mit dem gemeinsamen Sohn zurück in die Stadt gezogen. Gerade, als Joseph den Tod als besten Ausweg zu akzeptieren beginnt, klingelt es an der Tür und Birdie fällt ihm in die Arme und in sein Leben. Während sie sich langsam erholt und von ihrer Liebsten und ihren Berufsträumen zu erzählen beginnt, stellt sich Joseph Wahrheiten, vor denen er bislang Reißaus genommen hat. Über sich als Bruder und Vater und liebenden Mann.»Erzähltempo und Cliffhanger treiben die Geschichte voran und machen das Debüt zu einer mitreißenden Lektüre, die man nicht mehr aus der Hand legen kann.« Ursula Nowak (Deutschlandfunk, Köln)