3.5

Ethik der Appropriation

von Jens Balzer

Format:Softcover
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Die Rede von kultureller Aneignung ist allgegenwärtig. Infrage steht mit ihr gerade für eine progressive politische Position die Legitimität kultureller Produktion, die sich an den Beständen anderer, ihr »fremder« Traditionen bedient. Während viele diese als eine Form des Diebstahls an marginalisierten Gruppen kritisieren, weisen andere den Vorwurf zurück: Er drücke eine Vorstellung von Identität aus, die Berührungspunkte mit der völkischen Rechten aufweise. Tatsächlich, so zeigt Jens Balzer, beruht jede Kultur auf Aneignung. Die Frage ist daher nicht, ob Appropriation berechtigt ist, sondern wie man richtig appropriiert. Kenntnisreich skizziert Balzer im Rückgriff auf die Entstehung des Hip Hop wie auf die erstaunliche Beliebtheit des Wunsches, »Indianer« zu sein, in der bundesdeutschen Nachkriegszeit eine Ethik der Appropriation. In ihr stellt er einer schlechten, weil naturalisierenden und festlegenden, eine gute, ihre eigene Gemachtheit bewusst einsetzende Aneignung entgegen. Ausgehend von dem Denken des Kreolischen Édouard Glissants und Paul Gilroys »Schwarzem Atlantik« sowie der Queer Theory Judith Butlers wird eine solche Aneignungsethik auch zur Grundlage eines aufgeklärten Verhältnisses zur eigenen Identität.

Kunst & Design
87 SeitenSoftcover
Erschienen an: August 18, 2022

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Aktuelle Rezensionen(1)

3.5(6 ratings)
MerleRezension von Merle

Wie immer ist es mir eine große Freude gewesen, einen weiteren Teil der „Fröhliche Wissenschaft“ Reihe“ zu lesen. In nicht mal 100 Seiten so umfangreich über die „Ethik der Appropriation“ aufgeklärt zu werden, war jedes Geld der Welt wert. Ich bin sehr gespannt auf die nächsten Bücher der Reihe!

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