3.8

Eine Frau zu sehen

von Annemarie Schwarzenbach

Format:Hardcover

Weihnachten 1929: Im Fahrstuhl eines Hotels in den Schweizer Alpen trifft die junge Erzählerin auf eine fremde, geheimnisvolle Frau. Ein magischer Moment, der alles verändert und unstillbares Verlangen erzeugt. Offen bekennt sich Annemarie Schwarzenbach zu ihrer Liebe zu Frauen und setzt sich damit kühn über gesellschaftliche Schranken hinweg. Eine Frau zu sehen ist voll knisternder Erotik, Sehnsucht und Leidenschaft.

Gegenwarts- & Literarische Fiktion
76 SeitenHardcover
Erschienen an: 2008-01-01

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Aktuelle Rezensionen(1)

3.8(6 ratings)
JuliaRezension von Julia

Eine Momentaufnahme im Leben einer jungen, ungestümen Frau, die das Begehren entdeckt. Mal liest sich der kurze Text wie ein mädchenhafter Tagebucheintrag an einem Winterferientag, mal wie die Reflexion der queeren Klassikerin, die Schwarzenbach werden sollte. Die Lektüre rutscht jedenfalls besser als ein Paar Ski in St. Moritz. „Vielleicht würde auch heute eine Frau kommen, unsagbar schön war ja allein dieses Wort - Frau -, seine Erfüllung war so voll stiller und trauriger Erwartung, so voll gläubigen Glücks, dass die Grenze des Wunderbaren sich dadurch forthob und Raum ließ für eine Tröstung, der ich mich sehnsüchtig zuwandte.“ „…und langsam wenden sich meine Blicke nach innen: Da tanzt eine Welt von Farben und Lichtern, und wenn die Lichter matt werden, so sind sie der Schein um das Haupt einer Heiligen - und ringsum ist der Raum verzauberte Sonne, als hätte ich alle Glut des Himmels und allen Glanz der Schneefelder in mich gedrängt, und ich von ganz von Wärme durchflossen. Aber es ist nur Zauber gewesen. Lichter und Farben sind wie Projektionen eines Scheinwerfers: Wende ihn, und sie verschwinden.“

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