3.5

Der Liebhaber

von Marguerite Duras

Format:Hardcover

Auf einer Fähre über den Mekong begegnen sie sich zum ersten Mal: das junge weiße Mädchen und der reiche, doppelt so alte Chinese. Eine Affäre beginnt, zwischen Liebe und Prostitution schwankend, die für die junge Frau bald zur einzigen Zuflucht in ihrem schwierigen Alltag wird.

Romance
111 SeitenHardcover
Erschienen an: 2006-01-01

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Aktuelle Rezensionen(3)

3.5(15 ratings)
Ein Herz spricht Staub Rezension von Ein Herz spricht Staub

Schön geschrieben ist es, konnte mir aber leider nichts geben. Schade. Vielleicht versuch ich's zu einer anderen Zeit nochmal.

Die LesezauberinRezension von Die Lesezauberin

Ich habe das Buch in einem Rutsch durchgelesen, und selbst jetzt, Stunden später, bin ich noch ziemlich aufgewühlt. Herzzerreißende Erzählung, schweres Thema, schöne Formulierungen. Der Liebhaber ist eine autobiografische Erzählung, die in der Nähe von Saigon spielt und von der Affäre einer jungen Französin mit einem Chinesen handelt. Sie schwankt zwischen Nachsicht und Unterdrückung. Trotz Duras' kühlem, distanziertem Stil ist der Roman sehr sinnlich. Der Ton ist distanziert, die Beschreibungen sind minimal und die Erzählung ist bruchstückhaft. Der emotionale Rückschlag des Erzählers steht in starkem Kontrast zu der Wärme und dem Schimmern eines jeden Anblicks. Die Fotoprosa erhält einen zyklischen und sinnlichen Charakter durch die Neigung der anonymen Französin, einige Schlüsselfotos aus ihrer Geschichte nachzuerzählen und sie aus verschiedenen Perspektiven festzuhalten. Die Erzählung endet jedoch mit einer etwas beunruhigenden Note - das Mädchen wird oft von ihrer Familie missbraucht und von ihrem Liebhaber ausgenutzt. Die Beziehung war von Anfang an zum Scheitern verurteilt - Alter, Klasse, Rasse, alles wirbelt über ihnen. In Wahrheit habe ich das Gefühl, dass, obwohl die Beziehung falsch ist, beide mit dem Leiden verbunden sind. Der Mann, beschränkt auf Rasse und Reichtum, nicht in der Lage, frei zu lieben, in einer Welt, die jede Bewegung beurteilt. Das Mädchen, gebrochen und beschädigt durch eine Familie ohne Gefühle. Ihr älterer Bruder ist ein Ungeheuer. Die Art und Weise, wie er die Familie verletzt, jagt und schädigt, war noch abscheulicher als die Affäre. Bei meinen Recherchen zu "Der Liebhaber" erfuhr ich, dass Duras das Buch im Alter von 70 Jahren schrieb. Ein Blick zurück in eine Zeit, die die meisten vergessen haben. Für viele fühlt sich 15 wie 14 an, und 14 wie 15. Die Zahlen verschwimmen in unseren Teenagerjahren, aber für Duras war es der denkwürdigste Moment in ihrem ganzen Leben: die Liebe eines nie gekannten Vaters. Die von Anfang an zum Scheitern verurteilte Romanze wurde durch Faktoren wie Alter, Klasse und Rasse beeinflusst. Auch wenn die Beziehung ungesund ist, scheinen beide eine Verbindung zum Leiden zu haben, wie ich finde. Der Mann, eingeschränkt durch Klasse und Rasse, unfähig zur freien Liebe in einer Gesellschaft, in der ständig Urteile gefällt werden. Das Mädchen, zerrüttet und verwundet durch eine emotionslose Familie. Das Ungeheuer ist ihr älterer Bruder. Noch abstoßender als die Affäre ist die Art und Weise, wie er die Familie verjagt und schädigt. Diese Novelle, die aus der Perspektive der eigenen Erfahrung erzählt wird, wird zweifellos vielen Menschen Unbehagen bereiten. Das macht sie natürlich nicht richtig. Allerdings verwendet Duras eine Sprache, die bricht, zerfällt und nie ganz zusammenkommt, um ihre Geschichte zu erzählen; ein Happy End ist nicht das, was sie anstrebt.

JuliaRezension von Julia

Südchinesische Landeskunde (aus sehr weißer Perspektive) trifft auf erotische Memoiren... und ich schnarche mich durch das Buch. Die Erzählung wabbert, so als ob es eigentlich nichts zu erzählen gibt. Da kommen mal wieder die Brüder vor, hier zwei Seiten über igrendeine Frau, die auch irgendwie in der Nähe wohnt. Ich kaufe auch die sexuelle Erweckung nicht, vielleicht weil 50 Jahre einen verführerischen Schleier über die Erinnerungen der Autorin gelegt haben, vielleicht weil die Erfahrung des ersten Mals so subjektiv gelungen ist, dass ich es fast schon schädlich fände, wenn junge Frauen das lesen. Die Subjektivität von Duras ist überhaupt, was mich störte. Lese ich Erneaux, gelingt es ihr, etwas Universales anhand des eigenen Lebens zu erzählen. Lese ich Duras, habe ich das Gefühl, eine Geschichte aus einem eher engen Blickwinkel zu sehen, an den ich null anknüpfen kann. Not for me... abgebrochen nach der Hälfte.

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