3.9

Dem Meer entgegen

von Lidija Hilje, Henning Ahrens

Format:Hardcover
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In ihren späten Dreißigern kehrt Ivona in ihre Heimatstadt Zadar an der kroatischen Küste zurück. Das Meer schimmert, die Luft duftet nach Sommer, und der Wind streicht sanft durch den alten Olivenhain ihrer Großmutter – doch Ivona hadert mit dem, was nicht geworden ist. Ihre Ehe ist an einem alles verändernden Geheimnis zerbrochen und statt als Biologin arbeitet sie in einem Schreibwarenladen. Als sich ihre Wege nach Jahren wieder mit ihrem Ex-Mann Vlaho kreuzen, erwachen alte Gefühle, aber gerade jetzt eröffnet ein unerwartetes Angebot Ivona die Chance auf einen Neubeginn in Italien – und sie muss sich entscheiden, ob sie Vergangenes hinter sich lassen kann. Ein poetischer, kraftvoller Roman zwischen Sommerlicht, Erinnerungen und der Möglichkeit eines anderen Lebens.

Gegenwarts- & Literarische Fiktion
400 SeitenHardcover
Erschienen an: 2026-07-21

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Aktuelle Rezensionen(3)

3.9(3 ratings)
NicaRezension von Nica

Zwischen Vergangenheit und Neuanfang "Dem Meer entgegen" ist ein ruhiger, atmosphärischer Roman, der vor allem von seinem wunderschönen Schreibstil und seinen authentischen Figuren lebt. Die Beschreibungen der kroatischen Küste schaffen eine besondere Stimmung und laden zum Eintauchen ein. Besonders gefallen hat mir, wie lebensnah die Geschichte erzählt wird. Das ist kein Roman mit übertriebenem Drama oder unrealistischen Wendungen, sondern eine Geschichte, wie sie das Leben schreiben könnte. Genau so könnte sie jedem von uns passieren. Ivonas Entscheidungen konnte ich zwar nicht immer nachvollziehen, sie wirkten aber durchweg glaubwürdig und menschlich. Gerade das macht sie als Figur so authentisch. Wer charakterstarke, emotionale Geschichten mit viel Atmosphäre und einem Fokus auf die Menschen statt auf die Handlung mag, sollte diesem Buch eine Chance geben.

Celina Rezension von Celina

“Dem Meer entgegen“ ist eine kurzweilig geschriebene, unaufgeregte Geschichte über eine Frau, die im Leben feststeckt und deren Herz noch immer an ihrem Ex-Partner hängt. Man begleitet Ivona über mehrere Monate durch ihr Leben und erfährt Stück für Stück mehr über ihre Vergangenheit. Gut gefallen haben mir der flüssige und entspannte Schreibstil von Hilje, durch den man schnell in die Geschichte eintaucht und Spaß am lesen hat, sowie die verschiedenen Zeitebenen. Durch diese erhält man nach und nach bruchstückhafte Einblicke in Ivonas Vergangenheit, die sich gelungen in den weiteren Verlauf der Geschichte einfügen. Allerdings passiert auf den ersten 100 bis 150 Seiten nicht besonders viel, die Handlung entwickelt sich eher ruhig und der Fokus liegt stärker auf Ivonas Innenleben als auf äußeren Ereignissen. Mit der Zeit empfand ich außerdem den selbstmitleidigen Grundton der Protagonistin als etwas anstrengend. Zwar erlebt sie im Laufe ihres Lebens einiges, das ihre Gefühle durchaus nachvollziehbar macht, dennoch fehlte mir an manchen Stellen etwas Selbstreflexion. Ich hätte mir im Verlauf der Geschichte eine schnellere beziehungsweise deutlichere Entwicklung ihres Charakters gewünscht. Das Ende hat mir dann jedoch ganz gut gefallen und hinterließ einen positiven Gesamteindruck. Wer ruhige, charakterorientierte Romane mit viel innenschau mag, dürfte an diesem Buch Gefallen finden.

Beate Gubitz-KermannRezension von Beate Gubitz-Kermann

Lidija Hilje erzählt die tragische Geschichte einer großen Liebe, die an der Kinderlosigkeit der jungen Ivona zwar zerbricht, aber nicht endet. Für Ivona und Vlaho ist es Liebe auf den ersten Blick, als sie sich während des Studiums in Zagreb kennenlernen. Als Ivona Jahre später die Diagnose ihrer Unfruchtbarkeit erhält, ist sie durch die Aussichtslosigkeit ihres Lebens bereits zermürbt. Während Vlaho nach dem Studium sofort eine Anstellung in einer Bank erhielt und sich eine Karriere aufbaute, sucht die junge Biologin auch Jahre nach dem Studium noch immer nach einer, ihrer Ausbildung entsprechenden Anstellung. Das Buch liest sich wie ein Tagebuch dieser tragischen Liebe. Die Autorin zeichnet nicht nur ein detailliertes Bild der Hauptfigur Ivona, ihrer äußeren und inneren Kämpfe um ihre Liebe und ihre Selbstachtung, sondern wirft auch einen kritischen Blick auf das junge Kroatien nach dem Zerfall des alten Jugoslawien und dem Ende des Jugoslawienkrieges, in dem Vetternwirtschaft und eine hohe Bürokratie die Menschen verzweifeln lässt. Der Roman wird als Sommerroman des Jahres 2026 gepriesen. So empfinde ich diese bittere Novelle nicht. Ein Sommerroman steht für etwas Helles, Leichtes, Sommerliches. Ich habe Ivonas Schicksal für einige Jahre geteilt. Am Schicksal einer unfruchtbaren Frau ist nichts sommerlich leicht. Darüber kann auch die traumhafte Kulisse des wunderschönen Dalmatiens nicht hinweg täuschen.

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