»Ein […] ehrliche[r], innovative[r] und mitleidlose[r] Erfahrungsbericht voller Dunkelheit und Schmerz, der gleichsam auch von Grauzonen und vom Überleben erzählt. […] Mit ihrem ‚Traumhaus‘ schreibt sich Carmen Maria Machado in die erste Riege queerer Autor*innen.« Isabella A. Caldart, ND – der Tag, 24. Februar 2022
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Das Archiv der Träume
von Carmen Maria Machado, Anna-Nina Kroll
»Ein […] ehrliche[r], innovative[r] und mitleidlose[r] Erfahrungsbericht voller Dunkelheit und Schmerz, der gleichsam auch von Grauzonen und vom Überleben erzählt. […] Mit ihrem ‚Traumhaus‘ schreibt sich Carmen Maria Machado in die erste Riege queerer Autor*innen.« Isabella A. Caldart, ND – der Tag, 24. Februar 2022
Aktuelle Rezensionen(7)
Dieses Buch hat mich überrascht. Es erzählt die Geschichte von Carmen, die in ihrer lesbischen Beziehung Gewalt erfährt und gleichzeitig arbeitet die Autorin mit historischem Quellenmaterial zu Gewalt in gleichgeschlechtlichen Beziehungen. Es ist also informativ und emotional zugleich. Vor allem die Erzählperspektive hat mich richtig in die schmerzhafte Geschichte eintauchen lassen.
"Du hast vergessern, dass du einfach gehen kannst" Dieses Buch ist ein Archiv von Träumen die keine waren. Der Erzählstil ist eigen und teilweise auch verwirrend aber genau dadurch das richtige Mittel für diese Geschichte. lch wurde sehr in die Erzählungen hineingezogen und habe mir durchweg gewünscht, dass die Autorin endlich geht. Es ist aufreibend, gewalttätig - psychisch, wie auch physisch. Ein so wichtiges Buch, mit erschreckenden Ergänzungen aus der Geschichte. Außerdem finde ich das Cover von der Büchergilde so so schön und im Nachgang ergibt es auch einfach so viel Sinn. Ganz klare Leseempfehlung.
meine TOP 3 Highlights für 2021 stehen und darunter ist auf jeden Fall auch „Das Archiv der Träume“ von Carmen Maria Machado. Ein unvergleichlicher Roman, der auf wahren Begebenheiten und dem Leben der Autorin selbst basiert. Ich habe selbst in einer (hetero) toxischen Beziehung gelebt und sie hat all das ausgesprochen, wofür ich all die Jahre keine Worte hatte. War das nur bei mir so? Reagiere ich über? Ist es meine Schuld? Was muss ich an mir ändern? – Alles Fragen, die ich mir in den Jahren stellte, in denen ich die Augen vor psychischer Gewalt verschlossen habe, bis es dann auch zur körperlichen Gewalt kam. Die Autorin erzählt eindrucksvoll und in wundervoller Sprache von ihrer Liebesbeziehung zu einer Frau, die ihr das Leben zur Hölle machte. Toxische Beziehungen in der queeren Community ist ein sehr interessantes Thema, mit einigen Parallelen zu Erfahrungen von Heteromännern und –frauen. Und doch gibt es ganz andere Motive und auch innerhalb der Community ganz andere Ansätze mit dem Thema umzugehen. Das war für mich ein unheimlich interessantes Erlebnis, hat mich zum Nachdenken angeregt und sogar Türen geöffnet, die ich in mir selbst so lange verschlossen hielt. Die Autorin sprich den Lesenden direkt an, nach dem Motto: „Stell dir vor, du machst das und das und die Konsequenz daraus ist das und das…“. Dadurch fühlt es sich an, als wäre man wirklich hautnah mit dabei und würde all die Dinge, die Carmen Maria Machado erleben musste selbst erleben. Es fühlt sich niederschmetternd und zerstörend an, aber je weiter man liest, desto mehr spürt man, wie sehr sich das Gedankenbild verändert und wie nachvollziehbar ihre Reaktionen sind. Die Referenzen zu den einzelnen Themen hätte ich nicht unbedingt gebraucht, aber sie haben mich auch nicht gestört. Die Kapitel sind sehr kurz gehalten und zeigen Schlüsselszenen aus dem Leben der Autorin. Dadurch konnte ich das Buch innerhalb kürzester Zeit durchsuchten. Auch wenn das Thema wirklich sehr hart und realistisch gehalten ist, habe ich unendlich viele positive Dinge daraus gezogen. Auch sprachlich bin ich einfach vollkommen diesem Buch verfallen, es ist so poetisch und tiefgehend. Die Autorin trifft mit nur einem Satz vollkommen ins Herz des Lesenden und zerstört, baut auf, zerstört wieder und lässt einen wieder heilen. Ich habe teilweise sehr gelitten und möchte anmerken, dass es Menschen triggern könnte, die bereits vergleichbares erlebt haben. Trotzdem möchte ich eine absolute Leseempfehlung geben.
Emotional das stärkste Buch, das ich dieses Jahr gelesen habe. So ein wichtiges Thema in grossartiger Sprache verpackt, ich hab alles gefühlt, was man fühlen kann.
Mit sprachlicher Gewalt, mit politischer Dringlichkeit, mit intimer Verletzlichkeit und mit so viel Menschlichkeit wird diese Geschichte von einer missbräuchlichen queeren Beziehung erzählt und ist dabei nicht nur ergreifend auf einer persönlichen Ebene, sondern auch so wichtig auf theoretischer und politischer Ebene. Wow, uff, toll.