4.5

Monique bricht aus

von Édouard Louis

Format:Hardcover
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»Ich habe mich von deinem Vater befreit und dachte, jetzt wird alles besser.« Édouard Louis kehrt zur Geschichte seiner Mutter zurück. Zu einer Frau, die sich schon einmal befreit hat. Von Alkohol, Gewalt und Scham, vom Schweigen. Und deren Geschichte sich zu wiederholen droht, als sie eines Nachts den Sohn anruft, während ihr neuer Partner sie im Hintergrund rüde beschimpft. Schritt für Schritt plant der Sohn mit ihr den Ausbruch, ein neuer Anfang gelingt, aber wie geht das Leben weiter, wenn man Freiheit nie gelernt hat?»Monique bricht aus« ist ein einfühlsames und zartes Porträt einer Mutter, die für ihre Selbstbestimmung kämpft, und eines Sohnes, der sich mit ihr verbündet. Zweier Menschen, die sich einander annähern und behutsam beginnen, eine gemeinsame neue Geschichte zu schreiben.

Literary & Contemporary Fiction
Hardcover
Erschienen an: January 29, 2025

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Aktuelle Rezensionen(6)

4.5(32 ratings)
SeviRezension von Sevi

Über weite Strecken ist der Autor nur übers Smartphone Teil der erzählten Geschichte. Ich denke, darunter leidet sie etwas, denn ab dem Zeitpunkt an dem Louis zurück nach Paris kehrt und mit seiner Mutter direkt interagiert - und sich nicht aus der Ferne irgendwelche Gedanken macht - wird die Erzählung deutlich mitreißender. Auch wenn ich daher gut die Hälfte des Buches etwas distanziert gelesen habe, hatte ich beim großen kitschigen Finale natürlich trotzdem wieder ein paar Tränchen in den Augen.

ClaudiaRezension von Claudia

Ein großes liebevolles Bekenntnis zur Mutter. Ich habe die Vorgängerromane nicht gelesen - gegen autobiografisch geprägte Romane habe ich nichts, es kommt eher auf die Sprache an, die auch recht schön ist, trotzdem hat es mich nicht sonderlich berührt.

Sophia SchwagerRezension von Sophia Schwager

ein tolles Happy End zu “die Freiheit einer Frau”:) Ich wünschte ich hätte das Theaterstück sehen können!!

Ruben || ZeileninhalatorRezension von Ruben || Zeileninhalator

Im Grunde verstehe ich “Monique bricht aus” als einen Zusatz zu “Freiheit einer Frau”, denn Louis beschreibt ein neues Kapitel der Metamorphose seiner Mutter. Während sie sich noch in “Freiheit einer Frau” aus den jähzornigen, hasserfüllten Händen Edouards Vaters befreite, so befreit sie sich in diesem Werk erneut aus den Fängen einer Paarbeziehung, die wieder desaströs verlief und in der der Partner Monique volltrunken beschimpfte und ihre Existenz herabwürdigte. Monique bricht aus ist, wie ich und auch Louis vermerkte, ein neues Kapitel in der Metamorphose einer starken Frau, doch es ist auch bedeutend mehr als das. Es ist ein weiteres wichtiges Werk aus der Feder des jungen französischen Schriftstellers, der aus der Erfahrung seines Lebens (und dem seiner Mutter) unangenehme Wahrheiten webt und sie universell erfahrbar macht. Er selbst schreibt über die Last einer Flucht und rechnet entkommene Seelen, den Seelen auf, die weiterhin unter dem Joch eines solchen Menschen leben müssen. Es sind gesellschaftliche Wahrheiten, die zu oft verschwiegen, nun von Louis auf Papier gebannt werden und dafür kann man den Autoren nur loben - auch wenn, sowohl in der Freiheit einer Frau, als auch hier, der Applaus Monique gebührt. Einer Frau, die ausbricht - einer Frau, die wieder lachen kann. Einer Frau, die gewonnen hat.

ArminRezension von Armin

Im Mittelpunkt steht Édouard Louis Mutter, deren Leben von Müdigkeit geprägt ist, einer Müdigkeit, die, wie Louis schreibt, „immer das deutlichste Anzeichen dafür gewesen [war], dass ihr ein Unrecht geschah. Müdigkeit, weil sie zu einem Hausfrauendasein gezwungen war, Müdigkeit, weil sie gedemütigt wurde, Müdigkeit, weil sie weglaufen musste, Müdigkeit, weil sie sich abrackern musste, Müdigkeit, weil sie immer wieder von vorne anfangen musste.“   Die Mutter bleibt trotz häuslicher Gewalt in Beziehungen, weil ihr die Möglichkeiten fehlen, sich zu befreien: keine Bildung, kein Geld, keine Unabhängigkeit. Louis zeigt eindringlich, wie seine Mutter „nie irgendetwas für sich selbst getan“ hat, „ihr Leben war immer nur ein Leben für andere gewesen.“   Doch diesmal will Édouard Louis helfen. Gemeinsam mit seiner Mutter und seinem guten Freund Didier schmiedet er einen Fluchtplan. Trotz voller Lesereisen und Terminkalender setzt er alles daran, seiner Mutter einen Ausweg zu ermöglichen.   Besonders eindrücklich ist Louis’ Blick auf die unsichtbaren Seiten von Armut: „Bei Entrechtung und Armut denkt man als Erstes an die Schwierigkeiten, sich Kleider zu kaufen oder die Rechnungen zu bezahlen, nicht an solche Dinge, an Geschmäcke, Gerüche oder Sinneserfahrungen, die jemand noch nie gemacht hat.“ Er macht deutlich, wie sehr Armut und Gewalt nicht nur das Materielle, sondern auch das Erleben, die Sinne und das Selbstverständnis der Betroffenen prägen.   Louis gelingt es, die Geschichte seiner Familie zu erzählen, ohne dass es sich wiederholt oder ermüdend anfühlt. Vielmehr nutzt er das Familiäre, um große Themen wie Klassismus, Misogynie und Queerfeindlichkeit sichtbar zu machen. Besonders nachhallend ist die Frage, die er stellt: „Wie viele Menschen, wie viele Frauen würden ein anderes Leben wählen, wenn man Ihnen das entsprechende Geld überwiesen?“   Monique bricht aus ist ein schmales, aber kraftvolles Buch. Es ist ein Aufruf, genauer hinzuschauen, und eine bewegende Hommage an alle, die tagtäglich um ihre Freiheit kämpfen, oft im Stillen und mit letzter Kraft.

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